Mittwoch, 4. November 2026

KWK-StudieWeckruf an die Politik

[15.01.2025] Trotz steigender Nachfrage nach regelbarer Energie stagniert der Ausbau von KWK-Anlagen in Deutschland seit Jahren. Das zeigt die aktuelle Studie KWK 2.0. Führende Verbände fordern nun eine schnelle Verlängerung des KWK-Gesetzes, um Versorgungssicherheit und Klimaziele nicht zu gefährden.
Das Bild zeigt das Innere einer grün lackierten KWK-Anlage.

KWK-Anlage: Die Kraft-Wärme-Kopplung wird durch politische Unsicherheiten ausgebremst.

(Bildquelle: Swen Gottschall/Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft)

Der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) kommt in Deutschland trotz steigender Nachfrage nicht voran. Das zeigt eine aktuelle Studie von Frontier Economics im Auftrag der Verbände Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft (früher: Zukunft Gas), AGFW und Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK). Die Ergebnisse sind alarmierend: Seit fünf Jahren stagniert der KWK-Markt, obwohl die Nachfrage nach regelbarer Energie durch den Kohleausstieg und den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien rasant steigt.

Keinen stabiler Investitionsrahmen

„Die aktuellen Entwicklungen sind ein Weckruf. Wenn es der Regierung nicht gelingt, einen stabilen Investitionsrahmen zu schaffen, riskieren wir unsere zukünftige Versorgungssicherheit“, warnt John Werner, Leiter Strategie beim Verband Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. Die Studie identifiziert eine Kapazitätslücke von bis zu 21 Gigawatt (GW), die bis 2030 geschlossen werden muss. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen, doch politische Unsicherheiten bremsen die Investitionsbereitschaft. Insbesondere die ausstehende Verlängerung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) belastet die Branche.

Schlüsseltechnologie für eine sichere Energieversorgung

Die Verbände sehen in der Kraft-Wärme-Kopplung eine Schlüsseltechnologie für eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung. Insbesondere in der verarbeitenden Industrie, etwa in der Chemie- und Automobilindustrie, bieten KWK-Anlagen emissionsarme und wettbewerbsfähige Lösungen. Die regionalen Daten der Studie unterstreichen zudem das große Potenzial der KWK für die kommunale Wärmeversorgung. B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl betont: „Die gute Nachricht ist, dass es für die identifizierte Kapazitätslücke geeignete Lösungsansätze gibt und dabei gute Argumente für KWK-Anlagen sprechen, bei denen der Betrieb mit erneuerbaren Gasen gängige Praxis ist.“

KWKG noch vor der Wahl verlängern

„Die Versorger brauchen für ihre milliardenschweren Investitionen in die Wärmewende vor allem eines: Investitionssicherheit“, erklärt Werner Lutsch, Geschäftsführer des AGFW. Er fordert die Bundesregierung auf, das KWKG noch vor der nächsten Wahl zu verlängern und in der kommenden Legislaturperiode substanziell weiterzuentwickeln.

Neben dem Ausbau sei auch die Modernisierung bestehender Anlagen notwendig, da rund 75 Prozent der KWK-Anlagen in Deutschland älter als zehn Jahre seien. Länder wie Großbritannien und Belgien zeigen, dass ein Kapazitätsmarkt helfen kann, KWK-Kapazitäten effektiv auszubauen. „Andere Länder machen es vor – es wird Zeit, dass Deutschland nachzieht“, so Werner. Die Verbände appellieren eindringlich an die Politik, klare Signale zu setzen. „Die KWK hat das Potenzial, die Energiewende entscheidend voranzubringen. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen wird Deutschland dieses Potenzial aber nicht ausschöpfen können“, fasst AGFW-Geschäftsführer Werner zusammen.





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