IsmaningZehn Jahre Geothermie

Der Bohrturm im Sommer 2012.
(Bildquelle: NB WVI)
Die Wärmeversorgung Ismaning feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Bei ihr handelt es sich um eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der oberbayerischen Gemeinde. Wie die Wärmeversorgung mitteilt, entschloss sich die Gemeinde vor zehn Jahren dazu, in die Wärmeversorgung aus Geothermie einzusteigen. Mit einer Investitionssumme von 60 Millionen Euro habe der Gemeinderat damals einstimmig das bis dato größte Infrastruktur-Projekt der Gemeinde beschlossen. Das riesige Themalwasservorkommen, das sich unter großen Teilen Oberbayerns und auch unter Ismaning befindet, sollte für den Aufbau einer klima- und umweltfreundlichen kommunalen Wärmeversorgung erschlossen werden. Noch im Frühjahr desselben Jahres sei das Planungs- und Beratungsteam zusammengestellt worden und es folgten die ersten Auftragsvergaben. Als Bohrplatz für die Suche nach dem Bodenschatz Thermalwasser in über 2.000 Metern Tiefe sei das so genannte Schlafstadl-Gelände an der Mayerbacherstraße festgelegt worden.
Wie der Wärmeversorger berichtet, seien im November 2011 erste Schallwellen in die Erde geschickt worden, um die geologische Struktur des Untergrunds zu erforschen. Im Dezember 2011 sei die WVI gegründet worden – neben Gemeindewerken (GWI), Stromerzeugung (SVI) und Gasversorgung (GVI) eine weitere Gemeindetochter zur Versorgung der Bürger mit Energie und weiteren wichtigen Dienstleistungen.
Die Bohrarbeiten, so teilt der Wärmeversorger mit, endeten im Frühjahr und Sommer 2012 erfolgreich: Rund 78 Grad heißes Thermalwasser mit einer Fördermenge von circa 85 Litern pro Sekunde standen nach Abschluss der Arbeiten für die Versorgung der Gemeinde Ismaning zur Verfügung. Der gesamte Ort sollte mit der regenerativen Wärme aus dem Erdinnern versorgt werden.
Rückblick auf eine respektable Entwicklung
Zehn Jahre nach den ersten Beschlüssen blicke die Gemeinde und WVI auf eine respektable Entwicklung ihres Geothermie-Projekts zurück. Neun Bauabschnitte seien bereits vollendet, das Fernwärmenetz umfasse rund 58 Kilometer und durchziehe die Gemeinde in alle Richtungen. Rund 1.200 Objekte mit Voll- und Optionsanschlüssen stehen auf der Kundenliste der WVI, darunter zahlreiche Privathaushalte ebenso wie namhafte Gewerbebetriebe und kommunale Einrichtungen. Fast 48 Millionen Kilowattstunden Wärme seien in der vergangenen Heizperiode an die Verbraucher geliefert worden. Um die ohnehin notwendigen Tiefbauarbeiten für die Fernwärmeleitungen optimal zu nutzen, sei von Anfang an ein hochmodernes Glasfasernetz aufgebaut worden, an das jeder Fernwärmekunde kostenlos einen Anschluss erhielt und weiterhin erhalte.
Geschäftsführer Andreas Hobmeier, der die WVI seit ihrer Gründung leitet, ist mit der Entwicklung des Projekts sehr zufrieden: „Aus heutiger Sicht können wir feststellen, dass das finanzielle Engagement und die Arbeit, die in die Geothermie- und Glasfaserversorgung gesteckt wurden, sich absolut gelohnt haben. Ismaning steht in der regenerativen Energieversorgung und bei der Digitalisierung mit an der Spitze im Landkreis, weil wir Themen, die heute hochaktuell sind, schon früh aufgegriffen haben.“ Hobmeier freue sich besonders darüber, dass der Zuspruch der Kunden ungebrochen sei: „Unser Vertrieb konnte in den vergangenen Bauabschnitten bereits im ersten Anlauf Anschlussquoten von 50 bis 60 Prozent erzielen, dazu kommt jährlich eine ansehnliche Nachverdichtung in Gebieten, die bereits länger erschlossen sind.“
Fraunhofer IEG: EU-Projekt entwickelt neue Bohrtechnik
[13.08.2026] Das EU-Projekt UPLIFT entwickelt mit der MTD-Technologie eine Bohrtechnik, die bestehende Geothermiebohrungen durch seitliche Mikro-Bohrungen erweitern soll. Das Verfahren wird in einer drei Kilometer tiefen Bohrung in Tschechien getestet und soll höhere Wärmeleistungen bei geringerem Erschließungsrisiko ermöglichen. mehr...
Hamburg: Tiefengeothermie-Projekt steht kurz vor Inbetriebnahme
[10.08.2026] Hamburgs erstes Tiefengeothermie-Projekt steht vor der Inbetriebnahme. Noch 2026 soll Erdwärme aus mehr als 1.300 Metern Tiefe in das Fernwärmenetz von Wilhelmsburg eingespeist werden. mehr...
Badenova: Vorbereitung von Tiefbohrungen
[10.08.2026] Das Geothermieprojekt Erdwärme Breisgau hat die bergrechtliche Genehmigung für die nächste Projektphase erhalten. Badenova und Herrenknecht bereiten nun die Bohrungen vor und investieren gemeinsam in die Erschließung eines Tiefengeothermie-Reservoirs. mehr...
Rheinisches Revier: Vorbereitung zu seismischen Messungen
[27.07.2026] Fraunhofer IEG bereitet seismische Messungen zur Erkundung des geothermischen Potenzials im Rheinischen Revier vor. Die Untersuchungen sollen die Datengrundlage für kommunale Wärmeplanung und künftige Geothermieprojekte verbessern. mehr...
EWP Potsdam: Bohrstart für Tiefengeothermie
[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden. mehr...
München: Große Seismik-Kampagne
[14.07.2026] Im Großraum München beginnt Ende August eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Nach Angaben des Forschungsprojekts GIGA-M soll dabei erstmals ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds entstehen. mehr...
Ruhrgebiet: Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld
[25.06.2026] Im Ruhrgebiet entsteht das bislang größte Geothermie-Untersuchungsfeld in Deutschland. Für das Projekt „Erdwärme Metropole Ruhr“ wurde nun die entsprechende Erlaubnis erteilt. mehr...
Potsdam: Verlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie
[24.06.2026] EWP und das GFZ erschließen in Potsdam gemeinsam weitere Standorte für die Tiefengeothermie. Die vierjährige Kooperation soll den Umbau der Wärmeversorgung beschleunigen und den Weg für den Ersatz des bestehenden Heizkraftwerks ebnen. mehr...
Münster: Forschungsbohrung für 2027 geplant
[22.06.2026] In Münster soll 2027 eine Forschungsbohrung prüfen, ob sich heißes Thermalwasser in mehr als einem Kilometer Tiefe nutzen lässt. Das Projekt könnte die Grundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung legen und wichtige Entscheidungen für die Wärmewende in der Region beeinflussen. mehr...
Baden-Württemberg: Landesregierung setzt auf Geothermie
[12.06.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will den Ausbau der tiefen Geothermie vorantreiben. Nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sollen Hemmnisse für die Technologie abgebaut werden. Derzeit befinden sich 17 Anlagen im Land in Planung, eine weitere wird gebaut. mehr...
Stadtwerke Husum: Tiefengeothermie für Wärmeversorgung
[02.06.2026] Die Stadtwerke Husum lassen die Möglichkeiten für eine Nutzung von Tiefengeothermie untersuchen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob und wo Bohrungen möglich sind und unter welchen Voraussetzungen sich das Vorhaben umsetzen lässt. mehr...
München: Geothermie-Messungen im Projekt GIGA-M
[01.06.2026] Mit einer Seismik-Kampagne sollen im Großraum München bislang ungenutzte Erdwärme-Potenziale untersucht werden. Mehrere Stadtwerke und kommunale Unternehmen haben sich dazu im Forschungsprojekt GIGA-M zusammengeschlossen. mehr...
Nürnberg: N-ERGIE plant Erdwärmeprojekt
[27.05.2026] N-ERGIE will in der zweiten Jahreshälfte 2026 den Untergrund in und um Nürnberg mit 2D-Seismik-Messungen untersuchen. Die Daten sollen helfen, das Potenzial von Erdwärme in der Region Nürnberg genauer zu bewerten. mehr...
Neuhofen: Informationsveranstaltung zu Tiefengeothermie-Projekt
[22.05.2026] Das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ hat seine erste Bürgerinformationsveranstaltung in Neuhofen genutzt, um Technik, Bohrungen und Wärmenetzpläne vorzustellen. Das große Interesse der Besucher zeigt, wie stark die regionale Wärmewende und die Aussicht auf langfristig stabile Wärmepreise die Menschen vor Ort beschäftigen. mehr...
Oberschwaben: LGRB startet seismische Messkampagne im Herbst
[20.05.2026] In Oberschwaben beginnt im Oktober 2026 eine groß angelegte 2D-Seismik zur Erkundung tiefer geothermischer Potenziale. Die Messkampagne soll Kommunen und Energieversorgern belastbare Daten für klimaneutrale Wärmeprojekte liefern und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende in Baden-Württemberg. mehr...














