Stadtwerke KielWärmespeicher wächst

Langsam schraubt er sich nach oben, der neue Wärmespeicher der Stadtwerke Kiel.
(Bildquelle: Stadtwerke Kiel)
Im Spiralverfahren wächst derzeit ein Wärmespeicher der Stadtwerke Kiel pro Arbeitstag knapp einen Meter in die Höhe. Wie die Stadtwerke mitteilen, soll die Mantelmontage des Stahlbehälters mittels einer Dreh-Hub-Vorrichtung im Juni 2016 beendet sein. In den vergangenen Wochen seien die ersten Meter des Wärmespeichers inklusive Dach konventionell aufgestellt worden. Jörg Teupen, Technik- und Personalvorstand der Stadtwerke Kiel, erklärt das weitere Verfahren: „Nun schieben wir täglich bis zu fünf jeweils zehn Meter lange, über drei Meter hohe und rund 3.000 Kilogramm schwere Blechplatten von unten nach. So wächst die so genannte Thermoskanne mit einer schraubenartigen Drehbewegung nach und nach 60 Meter in die Höhe.“ 160 Tonnen Hubkraft müssen laut den Stadtwerken aufgewendet werden, um die gesamte Speicherhülle anzuheben, wie ein Karussell zu drehen und gleichzeitig eines der Blechelemente von unten einzusetzen. So wachse der Behältermantel auf der vorgegebenen Kreisbahn immer weiter nach oben. Ein großer Vorteil des Verfahrens sei, dass alle Schweißarbeiten in Bodennähe erfolgen können. „Die Investition in den Wärmespeicher ist ein weiteres Element für die sichere und zuverlässige Fernwärmeversorgung Kiels. Mit dem 115 Grad Celsius heißen Wasser aus dem Wärmespeicher kann die Versorgung der etwa 70.500 Kieler Fernwärmekunden bis zu acht Stunden gewährleistet werden“, sagt Teupen. Der Wärmespeicher soll nicht nur das für die Fernwärme erzeugte Wasser zwischenlagern, sondern kommt auch mit dem seit Dezember 2015 in Betrieb befindlichen Elektrodenkessel zum Einsatz, teilen die Stadtwerke mit. So könne bei geringem Wärmebedarf überschüssiger Strom aus dem Netz genommen werden, um Wasser im Kessel aufzuheizen und im Behälter zu verwahren. Damit könne man bei schwankender Erzeugung regenerativer Energien für Stabilität im Übertragungsnetz sorgen. Der Wärmespeicher soll insgesamt 42.000 Kubikmeter Wasser fassen. Eine Inbetriebnahme ist nach eineinhalb Jahren Bauzeit für Oktober 2016 geplant.
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