Samstag, 9. Mai 2026

HessenSolarkataster freigeschaltet

[07.09.2016] Das Land Hessen verfügt über ein neues Instrument zur Wirtschaftlichkeitsberechnung von Solaranlagen. Das Solarkataster Hessen ist flächendeckend und für alle fünf Millionen hessischen Dächer verfügbar.
Das Solarkataster Hessen zeigt

Das Solarkataster Hessen zeigt, wo sich Photovoltaik und Solarthermie rechnen.

(Bildquelle: HMWEVL)

Jedes der fünf Millionen hessischen Dächer und jede Freifläche lässt sich ab sofort online auf die Eignung für eine Solaranlage prüfen. Wie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung mitteilt, berücksichtigt das von Energieminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) freigeschaltete Solarkataster Hessen nicht nur physikalische Größen wie Neigungswinkel und Verschattung, sondern kalkuliert auch gleich die Wirtschaftlichkeit einer Anlage. Dazu werden unterschiedliche Verbrauchsprofile und verschiedene technische Varianten wie etwa die Kombination einer Solaranlage mit einem Stromspeicher oder einem Elektrofahrzeug betrachtet. Minister Al-Wazir sagte: „Das Solarkataster gibt dem Bürger präzise Informationen, ermutigt zu Investitionen und unterstützt die Energieversorger bei der Planung. Es funktioniert auf Smartphones ebenso wie auf PCs, für Photovoltaikanlagen ebenso wie für Solarthermie, für Teilflächen ebenso wie für ganze Dächer und große Freiareale.“ Ein solches Kataster gäbe es in dieser Detailschärfe und mit diesen Funktionen in keinem anderen Flächenbundesland. Laut dem hessischen Wirtschaftsministerium liefern Solaranlagen in Hessen bislang 4,5 Prozent des Nettostrombedarfs. Der Ausbau stocke aber, weil die Bundesregierung die Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stark reduziert habe. Al-Wazir: „Diesen Trend möchten wir wieder umkehren. Deswegen bezieht das Solarkataster auch die Möglichkeit ein, den Strom selbst zu verbrauchen.“ Denn auch für Eigenversorger könne sich eine Solaranlage rechnen. So verwies der Minister auf den Preisrückgang: Während Anfang der 1990er-Jahre eine installierte Leistung von einem Kilowatt peak noch über 10.000 Euro gekostet habe, lägen die Kosten heute bei weniger als 1.400 Euro. Damit könnten Dachanlagen heute schon Sonnenstrom für unter elf Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Zudem würden die Speichertechnologien immer besser. „Dezentral erzeugter Strom sollte dezentral genutzt werden – das ist die Kernidee des Solarkatasters Hessen“, erläuterte Al-Wazir. Grundlagen des Online-Tools seien die Daten des amtlichen Liegenschaftskatasters, 5.600 digitale Luftbilder und ein flächendeckender Laserscan Hessens aus dem Flugzeug mit mindestens vier Aufnahmepunkten pro Quadratmeter. Betreiber ist das Frankfurter Forschungsinstitut für Architektur – Bauingenieurwesen – Geomatik an der Frankfurter University of Applied Sciences. Die Projektleiterin und Geschäftsführende Direktorin des Instituts, Martina Klärle, nennt als Zielgruppe neben Bürgern und Hausbesitzern auch Kommunen und Energieversorger. Minister Al-Wazir hofft, dass das neue Solarkataster Hessen neue Investitionen in solare Energietechnik auslöst: „Mieterstrommodelle und private Stromspeicher werden zukünftig erheblich an Bedeutung gewinnen. Dies kann zur Entlastung der Stromnetze beitragen.“ Auf regionalen Veranstaltungen in Darmstadt, Marburg und Fulda soll das neue Instrument weiter bekannt gemacht werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Bundeswirtschaftsministerium: Wettbewerb für klimafreundliche Quartiere

[06.05.2026] Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen neuen Innovationswettbewerb für Energiequartiere gestartet. Ziel ist es, bestehende Stadtteile effizienter, widerstandsfähiger und klimaverträglicher zu machen. Bewerbungen sind bis zum 2. Oktober 2026 möglich. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Hochschulen legen CO2-Bilanz vor

[28.04.2026] Nordrhein-Westfalens Hochschulen legen erstmals eine gemeinsame, landesweite CO2-Bilanz nach einheitlichen Standards vor. Die Daten aus 30 öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zeigen, wo Emissionen entstehen, welche Maßnahmen bereits greifen und warum daraus nun ein dauerhaftes Klimamonitoring folgt. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: Podcast-Folge zu kommunalen Transformationsprozessen

[28.04.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke widmen eine neue Podcast-Folge der Frage, wie Kommunen lokale Transformationsprozesse trotz knapper Mittel steuern können. Im Gespräch mit Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht es um Zielkonflikte bei Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz – und um politische Strategien, die vor Ort tragfähig bleiben. mehr...

dena Energy Award: Bewerbungsphase eröffnet

[22.04.2026] Der dena Energy Award startet zum 20-jährigen Bestehen mit neuem Namen und erweitertem Fokus auf Dekarbonisierung. Unternehmen können sich bis Juni 2026 mit messbaren Effizienz- und Klimaschutzprojekten bewerben, die als Vorbild dienen. mehr...

Helmstedt: Energie-Kommune auch dank Bürgerförderung

[21.04.2026] Die Stadt Helmstedt treibt den Wandel ihrer Energieversorgung voran. Eine neue Wärmeplanung, große Projekte für Windkraft und Speicher sowie Bürgerförderung stehen im Mittelpunkt. Dafür erhält die Kommune eine bundesweite Auszeichnung. mehr...

Görlitz: Fahrplan für die klimaneutrale Stadt

[20.04.2026] Nach vier Jahren endet das Projekt TRUST in Görlitz mit mehreren Handlungsempfehlungen für den Weg zur Klimaneutralität. Die Ergebnisse stellte das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau Ende März im Rathaus vor. mehr...

Wolfsburg: Klimaneutrale Verwaltung bis 2040

[14.04.2026] Die Stadt Wolfsburg hat ein Konzept zur Klimaneutralität ihrer Verwaltung vorgelegt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2040 deutlich zu senken. Nun soll das Papier in die politischen Gremien eingebracht werden. mehr...

Sachsen-Anhalt: Haldensleben erhält Auszeichnung für Klimaschutz

[09.04.2026] Haldensleben erhält den neuen Titel „Energiegewinner-Kommune Sachsen-Anhalt“ für systematischen kommunalen Klimaschutz. Die Auszeichnung würdigt konkrete Strukturen und Projekte – und kompensiert das Aus des bisherigen eea-Zertifizierungsverfahrens. mehr...

Augsburg: Online-Plattform zeigt Klimaschutzmaßnahmen

[08.04.2026] Die Stadt Augsburg hat jetzt eine Online-Plattform zur transparenten Darstellung ihrer Klimaschutzmaßnahmen gestartet. mehr...

bericht

Tübingen: Klimaschutz, der funktioniert

[07.04.2026] Mit der Fortschreibung ihres Klimaschutzprogramms hat die Stadt Tübingen für die Sektoren Strom, Wärme und öffentlichen Verkehr einen klaren Transformationspfad definiert. Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, rückt damit in greifbare Reichweite. mehr...

BDEW/ZSW: 53 Prozent des Stromverbrauchs stammen aus Erneuerbaren

[07.04.2026] Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 erstmals 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Vor allem ein kräftiger Zuwachs bei der Windkraft treibt den Anteil nach oben und unterstreicht die wachsende Bedeutung für Versorgungssicherheit und Klimaziele. mehr...

Wolfsburg: Maßnahmenkatalog für Treibhausgasneutralität vorgelegt

[01.04.2026] Wolfsburg legt mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ einen konkreten Fahrplan zur Treibhausgasneutralität bis 2040 vor. Der Maßnahmenkatalog soll zentrale Bereiche wie Verkehr, Gebäude und Energieversorgung neu ausrichten und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Difu: Studie zu Förderprogrammen

[30.03.2026] Eine Studie des Difu empfiehlt pauschale Klimabudgets und weniger Bürokratie für Kommunen. Damit sollen stockende Projekte beschleunigt werden, die bisher an komplexen Förderverfahren scheitern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Wiesbaden: Bilanz zu CO₂-Emissionen zeigt Fortschritte

[20.03.2026] Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich unter das Vor-Corona-Niveau. Eine neue Bilanz zeigt Fortschritte und macht zugleich den Handlungsdruck bei Wärmeversorgung und Verkehr sichtbar. mehr...