HamburgForschungsgebäude für Energiewende geplant

Das dreigeschossige Gebäude soll zwischen der Straße Am Schleusengraben und dem Kanal Schleusengraben entstehen.
(Bildquelle: MHB Architkten + Ingenieure)
Hamburg will am Energie-Campus der HAW Hamburg ein neues Forschungsgebäude für das Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) sowie das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES errichten. Wie die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) mitteilt, soll der Neubau Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit an einem Standort zusammenbringen und die Entwicklung, Erprobung und Vermittlung von Technologien für die Energiewende bündeln.
Das Vorhaben wurde im Oktober 2025 von der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen. Die Baugenehmigung folgte im Dezember 2025. Der Baustart ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2028. Die Projektkosten liegen bei rund 20 Millionen Euro. Die Freie und Hansestadt Hamburg stellt dafür einen Investitionskostenzuschuss bereit. Zusätzlich soll der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union das Projekt mit etwa sechs Millionen Euro fördern. Die übergeordnete Projektsteuerung übernimmt das Unternehmen Sprinkenhof. Mit der Planung sind MHB Architekten + Ingenieure sowie Averdung Ingenieure & Berater für die Technische Gebäudeausstattung beauftragt. Realisiert wird der Bau im sogenannten Mieter-Vermieter-Modell nach den Verwaltungsvorschriften über die Durchführung von Bauaufgaben der Freien und Hansestadt Hamburg.
Sechs Forschungslabore vorgesehen
Nach Angaben von BWFG entsteht das dreigeschossige Gebäude zwischen der Straße Am Schleusengraben und dem Kanal Schleusengraben. Die Bruttogrundfläche beträgt rund 2.500 Quadratmeter. Vorgesehen sind sechs Forschungslabore, Büroarbeitsplätze für etwa 50 Mitarbeitende, Konferenzräume sowie ein öffentlich zugänglicher Showroom. Dort sollen Exponate, Modelle und digitale Anwendungen die Forschungsergebnisse veranschaulichen. Inhaltlich stehen die Digitalisierung der Energiewende und die Sektorkopplung im Mittelpunkt, also die Vernetzung der Stromerzeugung mit den Verbrauchssektoren Wärme, Mobilität und Industrie. Geplant sind unter anderem Untersuchungen zu Power-to-X-Verfahren, bei denen CO2 aus Industrieprozessen oder aus der Umgebungsluft abgeschieden und mit grünem Wasserstoff zu synthetischen Energieträgern weiterverarbeitet wird. Auch die intelligente Steuerung von Energiekomponenten zählt zu den zentralen Forschungsthemen.
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal erklärte, das neue Gebäude solle die Energiewende sichtbar und verständlich machen und zugleich die Forschungsstärke von CC4E und Fraunhofer IWES ausbauen. Die Präsidentin der HAW Hamburg, Professorin Ute Lohrentz, betonte demnach die Bedeutung von Digitalisierung und Sektorkopplung für die Transformation der Energieversorgung sowie die Rolle des Neubaus als Ort für Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. CC4E-Leiter Professor Hans Schäfers verwies darauf, dass der geplante Showroom die Forschungsarbeit für eine breite Öffentlichkeit greifbar machen solle.
Impulsgeber für Innovationspark
Der Neubau ist zugleich als Impulsgeber für das Stadtentwicklungsprojekt Innovationspark Bergedorf vorgesehen. Dieses zählt zu vier geplanten Innovationsparks der Stadt Hamburg. Die HAW Hamburg und das CC4E beteiligen sich an der Entwicklung des Areals rund um den Energie-Campus zu einem technologieorientierten Standort.
Das CC4E betreibt nach eigenen Angaben seit 2015 ein Forschungsgebäude am Schleusengraben, ergänzt durch den 2018 in Betrieb genommenen Forschungswindpark Hamburg-Curslack. Die Kooperation mit dem Fraunhofer IWES, unter anderem bei der Nutzung eines Großprüfstands für Windenergieanlagen, soll im neuen Gebäude fortgeführt werden.
Das Hamburger Mieter-Vermieter-Modell sieht vor, dass die Stadt als Eigentümerin öffentlicher Gewerbeimmobilien auftritt und diese an Behörden und öffentliche Einrichtungen vermietet. Ziel sind transparente Kostenstrukturen, eine wirtschaftliche Bewirtschaftung sowie klare Zuständigkeiten für Betrieb und Instandhaltung.
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