Donnerstag, 25. Juni 2026

KlimaschutzprogrammStellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben das vom Bundeskabinett gestern verabschiedete Klimaschutzprogramm kommentiert und auf weiteren Handlungsbedarf hingewiesen. Die Stellungnahmen beziehen sich auf den aktuellen Kabinettsbeschluss und die darin vorgesehenen Maßnahmen zur Emissionsminderung in Energie-, Gebäude- und Verkehrssektor.

Der VKU fordert vor allem eine schnelle und verlässliche Umsetzung zentraler Vorhaben. Wie der Verband mitteilt, seien wesentliche Zusagen aus dem Koalitionsvertrag bislang nicht eingelöst. Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing betont, die kommunalen Energieversorger stünden bereit, Investitionen voranzutreiben, benötigten dafür aber klare regulatorische Rahmenbedingungen. Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse systematisch mit Netzen, Speichern und flexibler Erzeugung verzahnt werden.

Positiv bewertet der VKU den geplanten zusätzlichen Ausbau der Windenergie an Land um bis zu 12 Gigawatt bis 2030. Kritisch sieht er dagegen die Rahmenbedingungen im Wärmesektor. Die Fernwärme sei zentral für die Dekarbonisierung urbaner Räume, brauche aber mehr Planungssicherheit. Die Förderung effizienter Wärmenetze müsse früher greifen und verbindlich abgesichert werden. Zudem fordert der Verband Anpassungen im Energierecht sowie eine Senkung der Stromsteuer, um Investitionen in Elektrifizierung zu fördern.

Der BSW-Solar sieht ebenfalls deutliche Lücken zwischen Anspruch und Umsetzung. Wie der Verband erklärt, könnten die Klimaziele nur mit einem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und von Speichern erreicht werden. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig kritisiert insbesondere geplante Einschnitte bei der Förderung von Photovoltaik-Dachanlagen sowie Einschränkungen bei Entschädigungen für Anlagenbetreiber bei Netzengpässen. Diese Maßnahmen könnten den Ausbau bremsen und regional zum Stillstand bringen. Auch geplante Abschwächungen bei Anforderungen im Gebäudebereich und beim Emissionshandel bewertet der Verband als nicht zielführend.

Der BDEW hebt dagegen hervor, dass das Programm zahlreiche kurzfristig umsetzbare Minderungsmaßnahmen enthalte. Wie der Verband erklärt, seien insbesondere die zusätzlichen Ausschreibungen für Windenergie ein wichtiger Schritt, um die Energieversorgung unabhängiger von Importen zu machen. Zugleich betont die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, dass vor allem in den Sektoren Verkehr und Gebäude weiterhin erhebliche Defizite bestehen. Der Energiesektor erfülle seine Ziele, könne jedoch Versäumnisse in anderen Bereichen nicht kompensieren.

Im Gebäudesektor sieht der BDEW weiterhin große Unsicherheiten, etwa bei der konkreten Ausgestaltung des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes und einer möglichen Grüngasquote. Die vorgesehene Verstetigung der Förderung für Wärmenetze ab 2030 bewertet der Verband als unzureichend und fordert zusätzliche Mittel bereits ab 2026. Im Verkehrsbereich plädiert der BDEW für eine konsistente Gesamtstrategie mit klaren Zielen für Elektromobilität und steuerlichen Anreizen wie einer Absenkung der Stromsteuer.

Darüber hinaus verweist der Verband auf Lücken bei der Wasserstoffstrategie und regt ein eigenständiges Wasserstoffgesetz an, das Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bündelt. Insgesamt hängt die tatsächliche Emissionsminderung aus Sicht des BDEW maßgeblich von der konkreten rechtlichen Umsetzung und der gesicherten Finanzierung ab.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz Politik

Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang

[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit

[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), spricht auf der Bühne des BDEW-Kongresses 2026 an einem Rednerpult. Hinter ihr ist das Kongresslogo auf einer großflächigen, violett beleuchteten Bühnenwand zu sehen. Im Vordergrund stehen die roten Buchstaben des BDEW-Logos. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt während der Eröffnung der Fachveranstaltung.

BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche spricht auf dem BDEW-Kongress 2026 an einem Rednerpult vor einem großen Publikum. Hinter ihr zeigt eine überdimensionale Leinwand eine Nahaufnahme der Ministerin während ihrer Rede. Der Bühnenhintergrund ist in violetten und magentafarbenen Tönen gestaltet und trägt das Logo „BDEW Kongress 2026“.

BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens

[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet

[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...

Mehrere Photovoltaikmodule sind auf dem geneigten Ziegeldach eines Wohnhauses installiert. Die Solaranlage wird von Sonnenlicht angestrahlt, während im Hintergrund unscharf Bäume und ein blauer Himmel zu sehen sind. Das Bild symbolisiert die dezentrale Erzeugung von Solarstrom und die Nutzung erneuerbarer Energien im privaten Haushalt.
bericht

Energy Sharing: Solarstrom teilen

[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...

Titelbild des „Fortschrittsmonitors 2026 Energiewende“ von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zu sehen ist eine Person mit Schutzhelm und Sicherheitsgeschirr, die auf dem Maschinenhaus einer Windenergieanlage sitzt und über eine hügelige Landschaft mit zahlreichen Windrädern blickt. Links im Bild steht der Schriftzug „Fortschrittsmonitor 2026 Energiewende“ in einem farbigen Rahmen. Unten rechts sind die Logos von EY und BDEW platziert. Die Szene vermittelt den Ausbau erneuerbarer Energien und die Energiewende in Deutschland.

BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende

[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...

EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen

[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...

Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende

[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen

[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...

Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...

Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant

[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...

Arbeiter in Schutzkleidung und Helmen steigen an einem hohen Strommast aus Metall hinauf, während sie an Hochspannungsleitungen arbeiten; der Himmel ist blau mit wenigen Wolken.

Energiewende: Kommunen profitieren

[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...