Dienstag, 12. Mai 2026

IT-SicherheitskatalogNicht jeder braucht eine Zertifizierung

[07.03.2017] Netzbetreiber, die keine vom IT-Sicherheitskatalog erfassten Anlagen betreiben, können sich von der Zertifizierungspflicht befreien lassen. Das System- und Beratungshaus Süd IT hat dazu ein Gutachten-Verfahren entwickelt.

Nicht jeder Energienetzbetreiber muss eine Zertifizierung gemäß IT-Sicherheitskatalog durchführen. Wie der IT-Security-Spezialist Süd IT mitteilt, konnten nicht nur viele Netzbetreiber bereits eine Befreiung von der Zertifizierungspflicht erreichen, sondern Süd IT hat darüber hinaus ein Vorgehen entwickelt, mit dem Netzbetreiber unnötige Aufwände vermeiden können. Entscheidend sei, ob der Netzbetreiber gegenüber der Bundesnetzagentur nachweisen kann, dass er keine Anlagen betreibt, die vom IT-Sicherheitskatalog erfasst sind.
Netzbetreiber müssten sich im Kern drei Fragen stellen: Werden durch das Unternehmen Schalthandlungen am Netz unter Verwendung von ITK-Systemen durchgeführt? Würde ein Ausfall oder Manipulation von ITK Systemen des Unternehmens die Sicherheit des Netzbetriebes gefährden? Sind für die Wiederherstellung der Energieversorgung nach einem Schwarzfall ITK Systeme des Unternehmens erforderlich? Entscheidend sei letztendlich, ob der Netzbetreiber selbst Anlagen betreibt, von denen ein Risiko für den sicheren Netzbetrieb ausgeht. Ist der Netzbetrieb hingegen vollständig zu einem Dienstleister ausgelagert, entfällt die Zertifizierungspflicht.
Für den Netzbetreiber sei es aber oftmals schwierig zu erkennen, welche Anlagen auf welche Weise nach den Vorgaben des IT-Sicherheitskatalogs zu bewerten sind. Deshalb habe Süd IT gemeinsam mit den Verbänden EGEVU, KOV und PEG ein standardisiertes Gutachten-Verfahren erarbeitet. Das Vorgehen gliedere sich dabei in drei Schritte: Zunächst erfolgt ein telefonisches Erstgespräch zur Netzstruktur. Es schließt sich eine Vor-Ort Aufnahme der wesentlichen Leistungsdaten und eine Besichtigung der relevanten Anlagen an. Erst dann wird ein Gutachten zur Vorlage bei der BNetzA erstellt. Die Aufwände für Erstgespräch und Ausarbeitung des Gutachtens umfassten nur ein Bruchteil dessen, was für eine Zertifizierung aufgewendet werden müsse.
Für alle von Süd IT bearbeiteten Gutachten sei bislang eine Bestätigung von der BNetzA ausgesprochen worden. Dabei zähle das Unternehmen bereits mehr als 40 Strom- und Gasnetzbetreiber zu seinen Kunden. Hierbei handle es sich um kleinere Stromnetzbetreiber, die keine Fernwirktechnik betreiben, aber auch um größere Stadtwerke, die den Netzbetrieb outgesourct haben oder ihr Gasnetz pneumatisch betreiben.
Zu den Kunden von Süd IT zählen auch die Stadtwerke Furth im Wald. Stadtwerke-Chef Marcus Hanff sagt: „Herr Peter Untermann von der Süd IT, als der für uns zuständige Mitarbeiter, überzeugte durch fachlich kompetente Unterstützung. Die Durchführung und Erstellung des Gutachtens erfolgte zeitnah und unkompliziert.“ Durch die Vorlage eines Gutachtens bei der BNetzA sei bestätigt worden, dass keine Anlagen mit Gefährdungspotenzial im Netzgebiet vorhanden sind und somit auch keine Zertifizierung nach dem IT-Sicherheitskatalog erforderlich sei. Hanff: „Dies hat letztendlich zu erheblichen Kosteneinsparungen für die Stadtwerke Furth im Wald geführt.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

ASEW: Plattform für IoT-Angebote

[29.04.2026] Eine Informationsplattform für Anwendungen des Internet of Things soll kommunale Unternehmen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen über bestehende Angebote informieren. Das Projekt mehrerer Stadtwerke wird von der ASEW koordiniert. mehr...

Computergenerierte Ansicht eines umzäunten Umspannwerks mit zahlreichen Strommasten, Schaltanlagen und zwei Betriebsgebäuden in ländlicher Umgebung. Im Hintergrund sind Felder, Waldflächen und mehrere Windräder zu sehen. Oben rechts liegt ein türkisfarbenes Logo über dem Bild.

Siemens: Security-Dienst für Energie und Infrastruktur

[23.04.2026] Siemens Smart Infrastructure hat einen neuen Sicherheitsdienst für Energieversorger, Industrieunternehmen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen vorgestellt. Die Lösung soll Cyber-Angriffe schneller erkennen und den Betrieb digitalisierter Anlagen absichern. Der erste Kunde in Deutschland sind die Hertener Stadtwerke. mehr...

interview

Interview: Ende-zu-Ende gut, alles gut

[23.04.2026] Anstatt eine Vielzahl an Einzeltools anzubieten, versteht sich die Lösungsplattform GY der Wilken Software Group als eine Art integriertes Betriebssystem. Im Interview mit stadt+werk erläutert Tobias Mann, Chief Customer Officer (CCO) der Wilken Software Group, wie GY Prozesse in der Energiewirtschaft zukunftsfähig organisiert. mehr...

Frankfurt (Oder): Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit. mehr...

Collage zu Energieversorgung mit Heizungsregler, Wasserhahn, Stecker, Windrädern, Strommasten und Telekom- sowie Thüga-Logo.

Thüga: KI-Rahmenvertrag mit der Telekom

[15.04.2026] Das Stadtwerke-Netzwerk Thüga setzt auf KI-Anwendungen der Deutschen Telekom. Die Systeme sollen kommunale Energie- und Wasserdienstleister bei Standardaufgaben unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen erfolgt die Datenverarbeitung ausschließlich im europäischen Rechtsraum. mehr...

Smight: Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring ein

[08.04.2026] Die Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring in ihren Ortsnetzstationen ein und digitalisiert damit ihr Verteilnetz. Der Schritt soll den Netzbetrieb angesichts wachsender Einspeisung und Lasten präziser steuern und gezieltere Investitionen ermöglichen. mehr...

rku․it: Fünf Energieversorger steigen auf Plattform um

[31.03.2026] Das Unternehmen rku․it bringt fünf Energieversorger gleichzeitig auf seine Plattform NextGen in den Produktivbetrieb. Der koordinierte Parallel-Go-live zeigt, wie skalierbar integrierte Cloud-Lösungen in der Energiewirtschaft heute umgesetzt werden können. mehr...

EWE: Eigenes SOC für IT- und OT-Systeme

[25.03.2026] Der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE baut seine Cyber-Abwehr mit einem eigenen Security Operations Center für IT- und OT-Systeme aus. Das Angebot richtet sich bundesweit an Unternehmen und KRITIS-Betreiber und reagiert auf steigende Anforderungen durch NIS2, KI-gestützte Angriffe und komplexe Cloud-Umgebungen. mehr...

Advertorial: Forderungsmanagement auslagern

[19.03.2026] Der Fachkräftemangel zwingt Energieversorger zum Umdenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Forderungsmanagement. Die Lösung: Ein spezialisierter Partner übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung – von der ersten Buchung bis zum Inkasso. mehr...

beegy: EEBUS-Zertifikat erhalten

[19.03.2026] Das Heim-Energiemanagementsystem von beegy ist nach dem herstellerübergreifenden EEBUS-Standard zertifiziert. Damit erfüllt die Lösung zentrale Vorgaben für interoperables Energiemanagement und wird für Energieversorger im Prosumer-Markt unmittelbar einsetzbar. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Energieversorger wechseln auf cloudbasierte Plattform

[18.03.2026] Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Landschaft gemeinsam auf eine cloudbasierte Plattform um. Das Projekt soll Prozesse vereinheitlichen, Synergien heben und den Weg für weitere Digitalisierungsschritte ebnen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...

Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken

[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

Mitarbeiterin im Kundenzentrum der evm mit Headset vor zwei Monitoren im Büro, im Hintergrund eine gelbe Wand mit evm-Logo.

evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice

[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...