Samstag, 14. Februar 2026

KupferzellDie Wärmewende ist entscheidend

[25.04.2017] 150 Teilnehmer trafen sich vor Ostern auf dem Fachkongress Nahwärme in Kupferzell. Mit dabei: der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller.
Vier Landkreise hatten zum Fachkongress Nahwärme nach Kupferzell eingeladen.

Vier Landkreise hatten zum Fachkongress Nahwärme nach Kupferzell eingeladen.

(Bildquelle: Stadt Wertheim)

Die Wärmewende ist entscheidend. So lautet das Fazit des Fachkongresses Nahwärme, der kurz vor Ostern in Kupferzell stattfand. Eingeladen hatten die Landräte Detlef Piepenburg (parteilos) aus dem Landkreis Heilbronn, Matthias Neth (CDU) aus dem Hohenlohekreis, Reinhard Frank (CDU) aus dem Main-Tauber-Kreis und Gerhard Bauer (parteilos) aus dem Landkreis Schwäbisch-Hall. Rund 150 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt. Mit dabei war auch der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen).
Der Anlass: Wie die Pressestelle der Stadt Wertheim meldet, haben sich die vier Landkreise im Rahmen eines regionalen Förderprogramms zu einer Initiative zum Aufbau von Nahwärmenetzen zusammengeschlossen. Matthias Neth sagte: „Wir Landkreise haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Wärmewende in unserer Region voranzutreiben.“ Alleine im Hohenlohekreis seien in den letzten Jahren schon drei so genannte Bioenergiedörfer entstanden.
In der Meldung heißt es weiter, dass das Land Baden-Württemberg die Initiative der vier Landkreise unterstützt und sie in das Förderprogramm Energieeffiziente Wärmenetze aufgenommen hat. Umweltminister Untersteller betonte noch einmal die Bedeutung von Nahwärmenetzen. Sie ermöglichten es, erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärme in Einklang zu bringen und möglichst effizient zu nutzen.
Frank Künzig, Geschäftsführer der Energieagentur Main-Tauber-Kreis, stellte die neue regionale Zusammenarbeit vor. Ihm zufolge gibt es nur eine Antwort auf die steigenden Energiekosten: „Energie effizient nutzen, Energie sparen und erneuerbare Energien zielgerichtet einsetzen.“ Darüber hinaus hob er die Bedeutung von Energieagenturen und Klimaschutzstellen für Organisation und Abwicklung möglicher finanzieller Förderung hervor.
Des Weiteren herrschte Konsens darüber, dass das Potenzial erneuerbarer Energien vor allem im Wärmebereich groß ist. So existieren alleine in Baden-Württemberg rund 800 Biogasanlagen und 50 Holzkraftwerke. Die meisten dieser Anlagen verfügen jedoch über kein sinnvolles Wärmekonzept, so ein weiteres Fazit der Veranstaltung.
Im Fokus des Fachkongresses stand vor allem die Einbindung von großen solarthermischen Anlagen in Wärmenetze. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Ertrag von Solarkollektoren auf einem Hektar bei 1,2 Millionen Kilowattstunden (kWh), der Zuwachs je Hektar Wald allerdings nur bei rund 20.000 kWh liege. Dieses enorme Potenzial soll künftig auch in der Region genutzt werden. So wurden auf der Veranstaltung Beispiele aus Süddeutschland, aber auch aus Dänemark aufgezeigt, die schon erfolgreich Solarthermie als Energiequelle nutzen.
Eine Ausstellung am Tagungsort gab zudem Einblicke in die Leistungsfähigkeit moderner Wärmeleitungen. So machen moderne Einpflüg- und Spülbohrverfahren umfangreiche Grabarbeiten mitunter überflüssig, hieß es auf dem Kongress.
Wolfgang Eißen, Dezernent für den Ländlichen Raum im Hohenlohekreis, unterstrich in seiner Zusammenfassung: „Gerade den Kommunen kommt hier eine Schlüsselfunktion zu. Mit Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien nehmen sie eine Vorbildfunktion ein.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand

[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...

SAENA: Kostenfreies Webinar zur Wärmeplanung

[12.02.2026] Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet am 27. Februar 2026 ein kostenfreies Webinar zu Ausschreibung und Vergabe in der kommunalen Wärmeplanung an. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Webinar zur Wärmeplanung

[09.02.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen den Schritt von der Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Die Stiftung Umweltenergierecht stellt zentrale Inhalte und Empfehlungen in einem kostenfreien Online-Seminar vor. mehr...

Stuttgart: Abwärme von Rechenzentrum macht Schule

[06.02.2026] Ein Rechenzentrum in Stuttgart speist seine Abwärme erstmals systematisch in ein lokales Wärmenetz ein. Das Projekt von nLighten und Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart zeigt, wie digitale Infrastruktur konkret zur Dekarbonisierung städtischer Wärmeversorgung beitragen kann. mehr...

Leverkusen: Wärmeplan liegt öffentlich aus

[05.02.2026] Der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Leverkusen liegt nun öffentlich aus. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, den Plan online einzusehen und Stellung zu nehmen. Das Ziel ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045. mehr...

Darmstadt/Wiesbaden: Fortschritte bei kommunaler Wärmeplanung

[05.02.2026] Wiesbaden legt den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung öffentlich aus, Darmstadt hat seine Wärmeplanung bereits beschlossen und vorgestellt. Beide Städte wollen damit den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral, wirtschaftlich tragfähig und planbar gestalten. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

Pforzheim: Energiezentrale in Betrieb gegangen

[29.01.2026] In Huchenfeld ist eine neue Energiezentrale in Betrieb gegangen, die den Pforzheimer Stadtteil künftig mit überwiegend erneuerbarer Wärme versorgen soll. Betreiber sind die Stadtwerke Pforzheim, die damit ihre Nah- und Fernwärmestrategie weiter ausbauen. mehr...

Nexiga/DBI: Wärmebedarf von Gebäuden berechnen

[21.01.2026] Eine neue, normbasierte Methode berechnet erstmals den Wärmebedarf nahezu aller Gebäude in Deutschland gebäudescharf. Entwickelt von Nexiga und der DBI-Gruppe, soll sie Kommunen, Energiewirtschaft und Wohnungswirtschaft präzisere Planungsgrundlagen liefern. mehr...

Herrenchiemsee: Kulturerbe hat Nahwärmesystem erhalten

[19.01.2026] Auf der Herreninsel im Chiemsee ist ein neues Nahwärmesystem mit Holzvergaser-Blockheizkraftwerk in Betrieb gegangen, das mehrere denkmalgeschützte Gebäude nahezu autark mit Wärme und Strom versorgt. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Energietechnik auch in sensiblen Kulturerbe-Strukturen technisch anspruchsvoll integrieren lässt. mehr...

Rhein-Hunsrück-Kreis: Wärmeplanung abgeschlossen

[16.01.2026] Im Rhein-Hunsrück-Kreis ist die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und zeigt Wege zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung auf. Kennzeichnend ist die interkommunale Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, die ihre gesetzlich geforderten Wärmepläne gemeinsam erarbeitet haben. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Hoher Energieeinsatz, große Hebel

[13.01.2026] Wie Gewerbegebiete die Wärmewende vorantreiben können, zeigt ein Projekt im Ruhrgebiet. Im Rahmen von EMG.Ruhr sollen wirtschaftlich genutzte Flächen systematisch für eine klimafreundliche Energie-Infrastruktur erschlossen werden. mehr...

Fellbach: Fortschritte bei Wärmeplanung

[09.01.2026] Fellbach treibt die kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 voran. Der Gemeinderat setzt dabei auf Machbarkeitsstudien für Wärmenetze, den Ausbau von Photovoltaik und Wärmepumpen sowie auf eine intensive Information der Bürgerschaft. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Zwischenbilanz zu Wärmepumpen-Komplettpaket

[08.01.2026] Nach einem Jahr ziehen die Stadtwerke Osnabrück eine positive Zwischenbilanz ihres Wärmepumpen-Komplettpakets. Das gemeinsam mit Industriepartnern und regionalem Handwerk entwickelte Modell stößt auf anhaltendes Interesse und wird inzwischen durch PV- und Speicherlösungen ergänzt. mehr...

bericht

Hamburg: Wärme aus Abwasser

[07.01.2026] Mit der größten Abwasserwärmepumpe Deutschlands treiben die Hamburger Energiewerke und Hamburg Wasser die Wärmewende voran. Das Pionierprojekt im Energiepark Hafen demonstriert, wie Städte ihre lokalen Energiepotenziale nutzen können. mehr...