Sonntag, 3. Mai 2026

Stadtwerke KonstanzAuf E-Procurement umgestellt

[01.06.2017] Die Stadtwerke Konstanz setzen künftig auf eine elektronische Einkaufslösung und folgen damit dem branchenweiten Trend.

Die Stadtwerke Konstanz haben mithilfe des E-Lösungsanbieters Newtron schrittweise auf ein elektronisches Beschaffungswesen umgestellt. Laut den Geschäftspartnern gehört das Unternehmen vom Bodensee damit zu den Vorreitern. So habe eine Studie des Centers für kommunale Energiewirtschaft (CKEW) an der Universität Köln ergeben, dass bislang nur knapp die Hälfte der Stadtwerke ein solches E-Procurement nutzen.
Aufgabe von Newtron war es zunächst, das Bestellwesen in ein innovatives Katalog-Management-System einzubetten. Federico Fabbri, Einkaufsleiter der Stadtwerke Konstanz, berichtet: „Uns war es wichtig, dass die neue Katalog-Lösung auf unsere ganz speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist, dabei hilft, Vorgänge zu vereinheitlichen, außerdem unsere eigenen Datenbanken integrieren kann und sich an die bestehende ERP-Umgebung anbinden lässt.“ Schließlich können durch eine Überprüfung des Workflows wesentliche Einsparpotenziale gehoben werden.
Der Einkauf der Stadtwerke Konstanz ist breit aufgestellt. So reiche das Spektrum von Normteilen über Versorgungsleitungen und Elektroanlagen, Linienbusse und Schiffe bis hin zu Büroausstattung, Software, Dienstkleidung und Ingenieurleistungen. Florian Zimmermann, Bestandskunden-Manager bei Newtron, erläutert: „Typisch für Stadtwerke ist, dass in hoher Frequenz viele Kleinstbestellungen vorgenommen werden müssen, was wiederum das Maverick Buying begünstigt.“ Ein solcher wilder Einkauf außerhalb standardisierter Beschaffungswege prägte auch den Einkauf in Konstanz bei einem gleichzeitig lückenhaften Reporting. Die Beschäftigung mit einer Vielzahl unregelmäßiger Bestellungen erhöhte wiederum den Aufwand für Buchhaltung und Einkauf.

Schluss mit dem wilden Einkauf

„Außerdem gibt es bei Energieversorgern in der Regel etliche Anweisungen für die Beschaffung, die präzise einzuhalten sind, etwa bezüglich Gefahrenstoffen. Ein anderer Punkt: Freigabeprozesse sind meist sehr aufwendig“, so Florian Zimmermann. All diese Aspekte galt es bei der Optimierung des Beschaffungs-Workflows zu berücksichtigen.
Deshalb habe Newtron zunächst in einem zweitägigen Workshop den Ist-Status des konzernweiten Bestellwesens ermittelt. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Stadtwerks erarbeiteten die IT-Experten von Newtron schließlich ein Anforderungsprofil für ein maßgeschneidertes E-Procurement-System sowie eine to-do-Liste für die Realisierung. Wie die Geschäftspartner melden, kam schließlich eine Multi-Lieferanten-Kataloglösung mit komfortablen Suchfunktionen, intuitiv einfacher Bedienung und kompletter Einbindung in das ERP-System der Stadtwerke Konstanz dabei heraus. Die bisher von den Stadtwerken genutzten Kataloge und Lieferantenlisten konnten in das Newtron-Handelsportal eingebettet werden und können jederzeit ergänzt werden. Jeder Bedarf an Materialien, Produkten oder Dienstleistungen kann nach Angaben von Newtron zentral gesteuert und verfolgt werden, wobei alle Bestellungen automatisch mit der richtigen Kontierung gebucht werden. Einkauf und Buchhaltung werden so dauerhaft entlastet, teilen die Stadtwerke und Newtron gemeinsam mit. Außerdem könnten Einkäufer mit der neuen Lösung genau die Teile bestellen, die sie benötigen, und das von dem Lieferanten, der den besten Preis bietet. Szenarien zur Freigabe seien ebenfalls in dem System hinterlegt. Sämtliche Schritte würden zudem dokumentiert und archiviert.
Das neue Katalog-Management-System der Stadtwerke sorge für die gewünschte Transparenz bei der Beschaffung und verschlanke den Einkaufsprozess merklich. Deshalb soll die Zusammenarbeit auch weitergehen. So will Newtron bis Ende des Jahres den Stadtwerken darüber hinaus eine E-Sourcing-Lösung für Auktionen und Ausschreibungen sowie ein modernes Lieferanten-Management (SRM) bereitstellen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Informationstechnik

ASEW: Plattform für IoT-Angebote

[29.04.2026] Eine Informationsplattform für Anwendungen des Internet of Things soll kommunale Unternehmen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen über bestehende Angebote informieren. Das Projekt mehrerer Stadtwerke wird von der ASEW koordiniert. mehr...

Computergenerierte Ansicht eines umzäunten Umspannwerks mit zahlreichen Strommasten, Schaltanlagen und zwei Betriebsgebäuden in ländlicher Umgebung. Im Hintergrund sind Felder, Waldflächen und mehrere Windräder zu sehen. Oben rechts liegt ein türkisfarbenes Logo über dem Bild.

Siemens: Security-Dienst für Energie und Infrastruktur

[23.04.2026] Siemens Smart Infrastructure hat einen neuen Sicherheitsdienst für Energieversorger, Industrieunternehmen sowie Betreiber Kritischer Infrastrukturen vorgestellt. Die Lösung soll Cyber-Angriffe schneller erkennen und den Betrieb digitalisierter Anlagen absichern. Der erste Kunde in Deutschland sind die Hertener Stadtwerke. mehr...

interview

Interview: Ende-zu-Ende gut, alles gut

[23.04.2026] Anstatt eine Vielzahl an Einzeltools anzubieten, versteht sich die Lösungsplattform GY der Wilken Software Group als eine Art integriertes Betriebssystem. Im Interview mit stadt+werk erläutert Tobias Mann, Chief Customer Officer (CCO) der Wilken Software Group, wie GY Prozesse in der Energiewirtschaft zukunftsfähig organisiert. mehr...

Frankfurt (Oder): Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit. mehr...

Collage zu Energieversorgung mit Heizungsregler, Wasserhahn, Stecker, Windrädern, Strommasten und Telekom- sowie Thüga-Logo.

Thüga: KI-Rahmenvertrag mit der Telekom

[15.04.2026] Das Stadtwerke-Netzwerk Thüga setzt auf KI-Anwendungen der Deutschen Telekom. Die Systeme sollen kommunale Energie- und Wasserdienstleister bei Standardaufgaben unterstützen. Nach Angaben der Unternehmen erfolgt die Datenverarbeitung ausschließlich im europäischen Rechtsraum. mehr...

Smight: Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring ein

[08.04.2026] Die Stromversorgung Greding führt Echtzeit-Monitoring in ihren Ortsnetzstationen ein und digitalisiert damit ihr Verteilnetz. Der Schritt soll den Netzbetrieb angesichts wachsender Einspeisung und Lasten präziser steuern und gezieltere Investitionen ermöglichen. mehr...

rku․it: Fünf Energieversorger steigen auf Plattform um

[31.03.2026] Das Unternehmen rku․it bringt fünf Energieversorger gleichzeitig auf seine Plattform NextGen in den Produktivbetrieb. Der koordinierte Parallel-Go-live zeigt, wie skalierbar integrierte Cloud-Lösungen in der Energiewirtschaft heute umgesetzt werden können. mehr...

EWE: Eigenes SOC für IT- und OT-Systeme

[25.03.2026] Der Energie- und Telekommunikationskonzern EWE baut seine Cyber-Abwehr mit einem eigenen Security Operations Center für IT- und OT-Systeme aus. Das Angebot richtet sich bundesweit an Unternehmen und KRITIS-Betreiber und reagiert auf steigende Anforderungen durch NIS2, KI-gestützte Angriffe und komplexe Cloud-Umgebungen. mehr...

Advertorial: Forderungsmanagement auslagern

[19.03.2026] Der Fachkräftemangel zwingt Energieversorger zum Umdenken. Gleichzeitig steigen die Anforderungen im Forderungsmanagement. Die Lösung: Ein spezialisierter Partner übernimmt die komplette Zahlungsabwicklung – von der ersten Buchung bis zum Inkasso. mehr...

beegy: EEBUS-Zertifikat erhalten

[19.03.2026] Das Heim-Energiemanagementsystem von beegy ist nach dem herstellerübergreifenden EEBUS-Standard zertifiziert. Damit erfüllt die Lösung zentrale Vorgaben für interoperables Energiemanagement und wird für Energieversorger im Prosumer-Markt unmittelbar einsetzbar. mehr...

kraftwerk Software Gruppe: Energieversorger wechseln auf cloudbasierte Plattform

[18.03.2026] Die Stromversorgung Greding und die Stadtwerke Hemau stellen ihre IT-Landschaft gemeinsam auf eine cloudbasierte Plattform um. Das Projekt soll Prozesse vereinheitlichen, Synergien heben und den Weg für weitere Digitalisierungsschritte ebnen. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

[13.03.2026] Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen, das sensible Daten künftig direkt vor Ort verarbeitet und speichert. Das Projekt soll die digitale Souveränität der Region stärken – und stößt schon zum Start auf große Nachfrage. mehr...

Nexiga: Plattform analysiert Strommarkt-Dynamiken

[05.03.2026] Das Unternehmen Nexiga bringt mit dem Hellbrise Monitor eine neue Datenplattform zur Analyse von Strommarkt-Dynamiken an den Start. Das Tool soll Einspeisespitzen, negative Preise und strukturelle Risiken der Energiewende transparent machen und richtet sich an Versorger, Netzbetreiber, Forschung und Politik. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

Mitarbeiterin im Kundenzentrum der evm mit Headset vor zwei Monitoren im Büro, im Hintergrund eine gelbe Wand mit evm-Logo.

evm: KI-Chatbot entlastet Kundenservice

[03.03.2026] Das kommunale Unternehmen Energieversorgung Mittelrhein (evm) zieht eine Zwischenbilanz zum Einsatz seines KI-Chatbots Eva. Demnach wurden allein im Jahr 2025 mehr als 40.000 Gespräche geführt. mehr...