AusschreibungenMarktverzerrung durch Bürgerenergie-Privileg

Der Bundesverband WindEnergie befürchtet, dass der Ausbau der Windenergie bald ins Stocken kommt.
(Bildquelle: Ostwind AG)
Der Bundesverband WindEnergie befürchtet, dass die bereits nach der ersten Ausschreibung erkannte Fehlkonstruktion im Ausschreibungssystem die deutsche Windindustrie in Bedrängnis bringt. „Die Gefahr ist groß, dass es in den Jahren 2019 und 2020 zu einem Abriss beim Ausbau der Windenergie kommt,“ sagte Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie, nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der dritten Ausschreibungsrunde für Windkraft an Land durch die Bundesnetzagentur (wir berichteten).
Der Grund laut Branchenverband: Bürgerenergiegesellschaften, die derzeit die Ausschreibungen dominieren, müssen bei den Ausschreibungen bislang keine Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) vorlegen und hätten viereinhalb Jahre Zeit für die Realisierung ihrer Projekte. Deshalb könnten sie mit Effizienzgewinnen von noch nicht im Markt etablierten Anlagentechnologien kalkulieren. Projekte, die bereits über eine BImSchG-Genehmigung verfügen, seien dadurch an einen bestimmten Anlagentyp gebunden und deshalb im Wettbewerb benachteiligt.
Regionale Unausgewogenheit
Die Ausschreibungen im Jahr 2017 seien zudem durch eine hohe regionale Unausgewogenheit gekennzeichnet. Während noch unter der EEG-Systematik im ersten Halbjahr 2017 gut 45 Prozent des Zubaus in den südlichen Bundesländern erfolgte, falle der verbrauchsstarke Süden im Ausschreibungssystem durch, so Verbandspräsident Albers. Um den erforderlichen Ausbau im Süden zu gewährleisten, sei ein ganzer Strauß von Maßnahmen nötig aus höherem Ausschreibungsvolumen, einfach handhabbarer De-Minimis-Regelung, Nachsteuern bei den Zuschlägen innerhalb des Referenzertragsmodells und der Möglichkeit größere Gewerbe- und Industrieabnehmer direkt beliefern zu können. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, zügig zu handeln.
Ein gleitender Übergang vom bisherigen Vergütungssystem hin zu Ausschreibungen sei derzeit nicht gewährleistet. Hermann Albers fordert deshalb: „Es braucht jetzt ein klares Signal, dass nicht nur in der ersten und zweiten Ausschreibung 2018, sondern künftig generell das Vorliegen einer BImSchG-Genehmigung zur Voraussetzung für die Teilnahme an Ausschreibungen wird.“
BDEW fordert gleiche Realisierungsfristen
Diese Forderung kommt auch vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer kommentierte: „Das Instrument der Ausschreibung fördert den Wettbewerb, die Preise sinken – das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass wir es weiterhin mit einer Marktverzerrung durch das Bürgerenergie-Privileg zu tun haben.“ Die Ausschreibungsergebnisse der dritten Runde zeigten erneut, dass das vom Gesetzgeber zum Schutz von kleinen Akteuren vorgesehene Privileg zum Regelfall wurde und von großen Projektierern in Anspruch genommen werde. Der BDEW habe bereits Vorschläge zur Abhilfe auf den Tisch gelegt. Trotz der aktuellen Verzögerungen bei der Regierungsbildung müssten die Nachbesserungen jetzt in Angriff genommen werden. Der BDEW fordert: Auch Bürgerenergiegesellschaften müssten eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorweisen können. Dies sollte dauerhaft gelten, und nicht nur für die ersten beiden Ausschreibungsrunden im Jahr 2018, wie jetzt vom Gesetzgeber vorgesehen. Zudem müssten für Bürgerenergiegesellschaften die gleichen Realisierungsfristen gelten wie für alle anderen Mitbewerber auch.
JUWI: Deal mit Diehl-Gruppe abgeschlossen
[12.05.2026] JUWI hat den Windpark Gundersweiler 2 mit vier Vestas-Anlagen an die Diehl-Gruppe verkauft. Das Projekt in Rheinland-Pfalz soll ab kommendem Sommer Strom für rund 25.000 Haushalte liefern und stärkt den Ausbau der Eigenerzeugung bei dem Industriekonzern. mehr...
Stadtwerke Münster: Start von Bürgerbeteiligung an Windenergieanlage
[07.05.2026] Die Stadtwerke Münster öffnen die Finanzierung ihrer neuen Windenergieanlage in Lemgo für Bürgerinnen und Bürger. Ab 11. Mai können Anwohner und später auch Stromkunden in das 5,7-Megawatt-Projekt investieren und sich eine feste Verzinsung sichern. mehr...
EnBW: Pionierarbeit in der Ostsee
[05.05.2026] Der erste kommerzielle Offshore-Windpark Deutschlands ist seit 15 Jahren am Netz. Nach Angaben des Betreibers EnBW liefert die Anlage weiterhin stabile Erträge und versorgt rechnerisch viele Haushalte mit Strom. mehr...
Stadtwerke Tübingen: Erster regionaler Windpark in Betrieb
[04.05.2026] Die Stadtwerke Tübingen haben ihren ersten regionalen Windpark bei Sonnenbühl technisch in Betrieb genommen. Fünf Anlagen liefern nun Strom für rund 9.000 Haushalte und markieren einen wichtigen Schritt beim Ausbau kommunaler Erzeugungskapazitäten in Baden-Württemberg. mehr...
JUWI: Repowering in Minfeld
[02.04.2026] Im Landkreis Germersheim sind zwei neue Windkraftanlagen in Betrieb genommen worden. Sie ersetzen vier ältere Anlagen und werden deutlich mehr Strom erzeugen. Laut den Betreibern steigt der Ertrag des Windparks dadurch erheblich. mehr...
Bundesnetzagentur: Windkraft-Ausschreibung deutlich überzeichnet
[01.04.2026] Die Nachfrage nach neuen Windkraftprojekten in Deutschland bleibt hoch. So war die jüngste Ausschreibung mehr als doppelt überzeichnet. Branchenvertreter sehen darin ein Signal für zusätzliche Ausbaupotenziale. mehr...
Bundesrat: Initiative für mehr Windkraft
[30.03.2026] Der Bundesrat hat eine Initiative zur Förderung der Windenergie an Land beschlossen. Noch im Jahr 2026 soll eine Sonderausschreibung über 5.000 Megawatt erfolgen. Mehrere Bundesländer unterstützen den Vorstoß. Auch vom BDEW kommt Zustimmung. mehr...
Uniper: Stadtwerke Wolfenbüttel erhalten Windstrom
[30.03.2026] Uniper liefert künftig Windstrom aus Niedersachsen exklusiv an die Stadtwerke Wolfenbüttel. Der Vertrag soll regionale Ökostromangebote stärken und zeigen, wie Post-EEG-Windparks wirtschaftlich weiterbetrieben werden können. mehr...
NRW: Tool zur Artenschutzprüfung soll Genehmigungsverfahren verkürzen
[27.03.2026] Nordrhein-Westfalen führt ein digitales Tool ein, das Artenschutzprüfungen für Windenergieanlagen automatisiert erstellt. Das soll Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen und den Ausbau der Windkraft bei gleichbleibenden Schutzstandards beschleunigen. mehr...
Frankfurt am Main: Infrastruktur für Windpark entsteht
[25.03.2026] Mainova hat jetzt mit den Erschließungsarbeiten für den Windpark Schäferköppel im Norden Frankfurts begonnen. Das Projekt schafft die Grundlage für vier leistungsstarke Anlagen und soll ab 2027 regionalen Grünstrom liefern. mehr...
Badenova: Bau des Windparks Sirnitz/Dreispitz gestartet
[25.03.2026] Der Bau des Windparks Sirnitz/Dreispitz mit fünf Großanlagen startet mit der Fundamentierung. Das Projekt soll ab Ende 2026 klimafreundlichen Strom für rund 50.000 Menschen liefern und markiert einen wichtigen Schritt für die regionale Energiewende. mehr...
Trianel: Vier neue Windparks erworben
[23.03.2026] Trianel baut seine Windenergieaktivitäten aus und sichert sich vier neue Projekte mit rund 100 Megawatt Leistung. Die Kooperation mit BMR soll Entwicklung, Finanzierung und Betrieb bündeln und den Ausbau trotz schwieriger Rahmenbedingungen beschleunigen. mehr...
Süddeutschland: Milliardenpotenzial durch mehr Windkraft
[12.03.2026] Eine aktuelle Studie plädiert für einen stärkeren Ausbau der Windenergie in Süddeutschland. Mehr Windkraftanlagen in Bayern und Baden-Württemberg könnten die Kosten im Stromsystem deutlich senken. Branchenverbände fordern deshalb eine Änderung der Förderregeln. mehr...
Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie
[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...
Stadtwerke Tübingen: Geplanter Windpark wird verkleinert
[02.03.2026] Die Stadtwerke Tübingen reduzieren den geplanten Windpark Rammert von 13 auf zehn Anlagen. Grundlage sind neue Windmessungen und Gutachten, die Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit einzelner Standorte neu bewerten. mehr...















