BräunlingenBürger stimmen für Windpark
Nach öffentlicher Diskussion haben die Bürger der Kleinstadt Bräunlingen im baden-württembergischen Schwarzwald-Baar-Kreis im Rahmen eines Bürgerentscheids für die Nutzung der Windenergie auf städtischen Flächen gestimmt. Damit kann das Windparkkonsortium, bestehend aus den Unternehmen DGE Wind, Badenova-Wärmeplus und Enercon, nun den Pachtvertrag mit der Stadt Bräunlingen abschließen. Wie Badenova mitteilt, sollen sieben Anlagen mit insgesamt 24,5 Megawatt (MW) Leistung gebaut werden. Nach einer ersten Abschätzung werde die Stromproduktion des Windparks dem Verbrauch von etwa 15.000 Haushalten entsprechen.
57,5 Prozent der Abstimmungsberechtigten seien zur Wahl gegangen, 55,4 Prozent haben sich für die Nutzung der Windenergie in Bräunlingen ausgesprochen. Damit bestätigen die Bürger einen Gemeinderatsbeschluss vom 12. April 2018. Bei diesem hatten 16 der 21 Gemeinderäte für die Verpachtung der städtischen Flächen gestimmt. Dem Entscheid sind laut Badenova Veranstaltungen der Stadt und des Windparkkonsortiums vorausgegangen, bei denen sich die Bürger über die Pläne informieren konnten.
Sachliche Auseinandersetzung
„Wie schon vor dem Bürgerentscheid, wollen wir auch in Zukunft den Dialog mit den Menschen vor Ort suchen und die weiteren Schritte aktiv mit der Kommune abstimmen“, sagt Klaus Preiser, Geschäftsführer von Badenova-Wärmeplus. Dazu gehöre zum Beispiel, dass den Bürgern die Möglichkeit eingeräumt werden soll, sich an einer der Anlagen zu beteiligen.
Die Vertreter der Unternehmen heben hervor, dass die Auseinandersetzung vor dem Bürgerentscheid immer sachlich geblieben sei. „Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken, insbesondere auch bei denen, die sich gegen das Projekt engagiert haben“, sagt Frank Holfert von Enercon. Dieser konstruktive Umgang miteinander sei auch ein Ergebnis des von Stadtverwaltung und Bürgermeister Micha Bächle moderierten Diskussionsprozesses sowie der Unterstützung durch das Forum Energiedialog Baden-Württemberg und des Vereins Mehr Demokratie.
Nach dem Votum für die Verpachtung wird das Windparkkonsortium nun mit der Stadt den Pachtvertrag für die Windenergieanlagen abschließen. Hier werden unter anderem die Vorgaben konkretisiert, die der Gemeinderat mit seinem Beschluss an seine Zustimmung gebunden hat. „Zudem steht die Auswertung der Ende September abgeschlossenen Windmessungen an“, berichtet Projekt-Manager Marco Greci von DGE Wind. Frühestens Ende des Jahres könne dann die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) beantragt werden. „Der Bau des Windparks würde dann, wenn alles optimal läuft, 2020 beginnen“, so Greci.
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