Montag, 9. November 2026

TrianelVerzögerung bei Nordsee-Windparkbau

[06.12.2019] Die Fertigstellung des Offshore-Windparks Borkum II von Trianel verzögert sich bis 2020. Aktuell stehen 16 von 32 Windkraftanlagen. Die Verzögerung entstand durch die Insolvenz eines Partners. Die Betreiber fordern deswegen auch eine Härtefallregelung für Offshore-Anlagen.
Die Fertigstellung des Trianel Windparks Borkum II wird sich bis 2020 verzögern.

Die Fertigstellung des Trianel Windparks Borkum II wird sich bis 2020 verzögern.

(Bildquelle: Trianel)

16 von 32 Windkraftanlagen im Trianel Windpark Borkum II sind nach einer Mitteilung des Stadtwerkeverbunds errichtet. In der ersten Dezemberwoche 2019 erreiche damit die Anlageninstallation im kommunalen Offshore-Windpark Halbzeit. Der ursprüngliche Fertigstellungstermin für den Windpark bis Ende 2019 könne jedoch nicht mehr gehalten werden. Die Projektpartner EWE und Trianel gehen derzeit davon aus, dass die Installation und Inbetriebnahme aller 32 Windkraftanlagen bis ins erste Halbjahr 2020 andauern könnte. „Durch die zunehmenden Schlechtwetterphasen in den Herbst- und Wintermonaten haben wir die massiven Verschiebungen im Bauzeitplan nicht mehr aufholen können“, erklärt Irina Lucke, technische Geschäftsführerin von Trianel Windkraftwerk Borkum II. Die Insolvenz des Vertragspartners Senvion (wir berichteten), der sowohl für die Lieferung als auch Errichtung und Inbetriebnahme der Windkraftanlage verantwortlich war, habe sich mit massiven Verzögerungen auf den Bauzeitplan ausgewirkt. Dadurch verschob sich der Beginn der Installationsarbeiten in den Spätsommer 2019. „Wir gehen davon aus, dass 10 bis 15 Windkraftanlagen erst nach dem Jahreswechsel in Betrieb gehen können, mit negativen Auswirkungen für das Projekt,“ sagt Klaus Horstick, kaufmännischer Geschäftsführer von Trianel Windkraftwerk Borkum II. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reduziere sich die Einspeisevergütung für Offshore-Anlagen, die nach dem 1. Januar 2020 in Betrieb gehen, um einen Cent je kWh. In Summe bedeute dies ein möglicher Schaden für die beteiligten Unternehmen in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.
Der offizielle Referentenentwurf für das Kohleausstiegsgesetz von Anfang November sehe eine Härtefallregelung für Windkraftanlagen an Land vor, die wegen der Senvion-Insolvenz nicht fristgerecht installiert werden konnten. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung hier mit zweierlei Maß misst. Im Sinne der Gleichbehandlung drängen wir auf eine Härtefallregelung auch für Offshore-Projekte“, erklärt Horstick weiter.
20 Stadtwerke, regionale Energieversorger und kommunalnahe Unternehmen sind am Trianel Windpark Borkum II beteiligt. Neben EWE mit einem Anteil von 37,5 Prozent ist ein Joint Venture des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich und von Fontavis mit 24,51 Prozent an TWB II beteiligt. Die Stadtwerke-Kooperation Trianel gemeinsam mit 17 Stadtwerken aus Deutschland halten einen Anteil von 37,99 Prozent. Die Gesamtinvestition für den Offshore-Windpark beträgt 800 Millionen Euro.





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