Montag, 15. Juni 2026

BiomethanBonus gefordert

[17.06.2020] Erdgas Südwest und bmp greengas fordern einen Erneuerbare-Bonus auch für Biomethan. Erneuerbare Gase seien das flexible Rückgrat der Strom- und Wärmeversorgung, so die Begründung.
Ralf Biehl

Ralf Biehl, Geschäftsführer von Erdgas Südwest, fordert einen Bonus für Biomethan.

(Bildquelle: Erdgas Südwest)

Im Sommer 2020 soll das neue Kohleausstiegsgesetz beschlossen werden. In diesem Zuge wird auch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) überarbeitet. Dort sieht die Bundesregierung zwar eine Bezuschussung erneuerbarer Energien vor, Biogas und Biomethan bleiben aber trotz aller Vorteile in der Strom- und Wärmeversorgung bislang unberücksichtigt. Das kritisieren jetzt die Unternehmen Erdgas Südwest und bmp greengas. Wer Strom und zugleich Wärme erzeugt, bekommt über das KWKG einen Bonus bezahlt. Künftig soll es darüber hinaus für so genannte innovative erneuerbare Wärme einen Bonus geben, der den Einsatz erneuerbarer Energie in der Kraft-Wärme-Kopplung fördert. Gesteuert wird das über die Jahresarbeitszahl (JAZ), die größer als 1,25 sein muss. Das trifft zum Beispiel auf die Geothermie und Solarthermie zu – nicht aber auf Verbrennungsprozesse etwa von erneuerbaren Gasen. Diese haben per se einen Wirkungsgrad von maximal 100 Prozent, also eine JAZ von unter 1, erläutern die beiden Unternehmen ihre Kritik.
„Wir freuen uns, dass erneuerbare Energien in das KWKG aufgenommen werden sollen“, sagt Ralf Biehl, Geschäftsführer von Erdgas Südwest. Wichtig wäre es nun, dies durch Förderungen für alle erneuerbaren, auch gasförmigen, Energieträger zu erweitern. Biomethan ermögliche eine flexible und steuerbare Erzeugung von Wärme und Strom. Außerdem sei Biomethan langfristig speicherbar und überall verfügbar, wo ein Gasnetz besteht. Damit biete es zu jeder Jahreszeit, unabhängig von Wettereinflüssen, eine sichere Versorgung mit grünem Strom und grüner Wärme. Keine andere erneuerbare Energie schaffe das in dieser Form.
In der Industrie sei der Einsatz von Biomethan zum Beispiel zur Erzeugung der erforderlichen Prozesswärme denkbar. „Die Umstellung vom weit verbreiteten fossilen Erdgas auf das grüne Gas bedarf keiner Neuinvestitionen in Anschlüsse oder Maschinen, sondern kann sofort ohne technische Veränderungen erfolgen“, erklärt Matthias Kerner, Geschäftsführer von bmp greengas einen weiteren Vorteil. „Klimaschutz und CO2-Reduktion können ganz schnell Wirklichkeit werden, wenn die Bundesregierung das Potenzial grüner Gase als flexibles Rückgrat der Strom- und Wärmeversorgung erkennt und der Einsatz von grünem Gas wie auch andere innovative Wärmequellen finanziell gefördert werden.“





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