Montag, 2. November 2026

KlimaschutzLeitfaden für die Verwaltung

[04.03.2021] Ein neuer Leitfaden des Umweltbundesamts beschreibt jetzt den Weg zur treibhausneutralen Verwaltung. Er beschreibt ausführlich neun Etappen, die für diese Entwicklung abgehandelt werden müssen.

Beim Klimaschutz kommt dem Staat und seiner Verwaltung eine wichtige Vorbildfunktion zu. Deshalb haben zahlreiche Verwaltungen sich vorgenommen, treibhausgasneutral zu werden. Ein neuer Leitfaden des Umweltbundesamts (UBA) unterstützt sie nun dabei. Der Leitfaden stellt den Weg zur treibhausgasneutralen Verwaltung anhand von neun Etappen dar, gibt Empfehlungen und erleichtert mit vielen Praxisbeispielen anschaulich die Umsetzung vor Ort. „Der Staat und seine Verwaltung haben eine Vorbildfunktion, um den Weg in eine treibhausgasneutrale Zukunft zu weisen. Auf diese Weise gewinnen staatliche Institutionen nicht nur an Glaubwürdigkeit, sondern leisten einen direkten Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Dirk Messner, Präsident des UBA.

Ambitioniertes Vorhaben

Bis 2050 wollen die EU und Deutschland klimaneutral sein, das heißt nicht mehr Treibhausgase emittieren als sie der Atmosphäre beispielsweise durch Aufforstungen entziehen. Ein ambitioniertes Vorhaben, das engagierte Vorbilder vorantreiben können, informiert das UBA. Das Bundes-Klimaschutzgesetz enthalte daher einen eigenen Abschnitt zur Vorbildfunktion der öffentlichen Hand und das Ziel, die Bundesverwaltung bereits bis 2030 klimaneutral zu organisieren. Die Klimaschutzgesetze der meisten Bundesländer sowie zahlreiche Klimaschutzinitiativen von Städten und Gemeinden würden vergleichbare Verpflichtungen für ihre Verwaltung enthalten. Insgesamt betreffe das Ziel einer treibhausgasneutralen Verwaltung in Deutschland mehrere tausend Behörden mit über vier Millionen Beschäftigten.
Mit dem Leitfaden zur treibhausgasneutralen Verwaltung richte sich das UBA vorrangig an öffentliche Einrichtungen. Diese würden mit den organisatorischen, methodischen und praktischen Aspekten des Klimaschutzes vertraut gemacht und auf ihrem Weg zur Treibhausgasneutralität mit vielfältigen Informationen und Hinweisen unterstützt. Darüber hinaus gebe der Leitfaden aber auch Unternehmen und anderen Organisationen außerhalb der öffentlichen Hand eine Orientierung, anhand derer sie ihre Klimaschutzbemühungen transparent und glaubwürdig gestalten können.

Umfassender Überblick

Für den Leitfaden hat das UBA laut eigener Angabe nicht nur die relevante Literatur und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse ausgewertet, sondern auch die Erfahrungen zahlreicher Verwaltungen untersucht und als gute Praxisbeispiele, konkrete Empfehlungen und Checklisten in den Leitfaden integriert. Der Weg zur treibhausgasneutralen Verwaltung bestehe aus insgesamt neun Etappen, die ausführlich beschrieben werden. Die Verwaltungen könnten dabei erfahren, wie sie die Verantwortung, Zuständigkeiten und Handlungsfelder für den Klimaschutz bestimmen, die System- und Bilanzgrenzen für die Ermittlung ihrer Treibhausgasemissionen definieren, sinnvolle Ziele und Maßnahmen beschließen, Anforderungen für die Kompensation unvermeidbarer Emissionen formulieren, die interne und externe Kommunikation gestalten sowie die Wirksamkeit ihrer Klimaschutzaktivitäten überprüfen. Darüber hinaus enthalte der Leitfaden einen umfassenden Überblick über weiterführende Informationen und Hilfestellungen, insbesondere für die Handlungsfelder Gebäude, Verkehr, Beschaffung, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Veranstaltungen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Variolytics: Nachhaltigkeitspreis für Messtechnik

[20.10.2026] Das Stuttgarter Unternehmen Variolytics erhält den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte 2027 für ein Messsystem zur Erfassung von Treibhausgasemissionen in Kläranlagen. Die Technologie soll Kommunen dabei unterstützen, insbesondere den Ausstoß von Lachgas zu reduzieren. mehr...

Leipzig: Neues Klimaschutzprogramm vorgelegt

[19.10.2026] Die Stadt Leipzig hat ein Umsetzungsprogramm mit 82 Maßnahmen für den Klimaschutz in den Jahren 2027 und 2028 vorgelegt. Schwerpunkte sind die energetische Sanierung, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Umstellung der Wärmeversorgung. mehr...

Energiekommune: Hermeskeil plant Ausbau der Nahwärme

[16.10.2026] Die Verbandsgemeinde Hermeskeil erzeugt mithilfe von Wind- und Sonnenenergie dreimal so viel erneuerbaren Strom, wie sie selbst benötigt. Nun sollen weitere Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als Energie-Kommune des Monats Oktober 2026 ausgezeichnet. mehr...

Sachsen: Kommunen erhalten Geld aus Wind- und Solarparks

[07.10.2026] Mindestens 390.000 Euro fließen jährlich aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen an sächsische Kommunen. Grundlage sind Vereinbarungen nach Paragraf 6 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, wie eine Umfrage der Sächsischen Energieagentur zeigt. mehr...

ZSW/BDEW: Erneuerbare decken gut 60 Prozent des Stromverbrauchs

[05.10.2026] Erneuerbare Energien haben in den ersten drei Quartalen 2026 rund 61 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Vor allem Wind- und Solarstrom legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zu. mehr...

Mecklenburg-Vorpommern: Kom.EMS steht kostenfrei zur Verfügung

[25.09.2026] Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können das Energiemanagement-System Kom.EMS ab sofort kostenfrei nutzen. Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Städte, Gemeinden und Landkreise bei der Einführung und Anwendung. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Treibhausgasemissionen sinken um vier Prozent

[18.09.2026] Die Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent zurückgegangen. Nach vorläufigen Zahlen wurden 171,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Seit 1990 haben sich die Emissionen damit mehr als halbiert. mehr...

European Energy Award: Fünf NRW-Kommunen für Klimaschutz ausgezeichnet

[16.09.2026] Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf sind mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Wärmeversorgung, Photovoltaik, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität. mehr...

Leipzig: Flächenkonzept für erneuerbare Energien vorgelegt

[08.09.2026] Leipzig hat ein Flächenkonzept für erneuerbare Energien erarbeitet. Rund zwei Prozent des Stadtgebiets kommen demnach potenziell für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen infrage. Eine wichtige Rolle sollen Photovoltaikanlagen auf Dächern spielen. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Nachhaltigkeitsbericht erstellt

[07.09.2026] Die Stadtwerke Osnabrück haben ihren ersten konzernweiten Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD-Logik digital erstellt. Eine PowerApp und ein Power-BI-Dashboard bündeln dafür Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten und sollen die Transformation steuerbar machen. mehr...

bericht

Nachhaltige Wirtschaftsflächen: Vom Standort zur passenden Strategie

[02.09.2026] Eine Typologie mit sechs Kategorien zeigt, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu Gewerbe- und Industriegebieten passen. Die Systematik soll Kommunen helfen, Flächennutzung, Klimaanpassung, Energie und Mobilität schon früh standortgerecht zu planen. mehr...

Braunschweig: Projekt als Klima-Leuchtturm ausgezeichnet

[31.08.2026] Braunschweig erhält für das Beteiligungsprojekt COABS erneut den Preis „Klima-Leuchtturm“. Das Projekt entwickelte mit Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft konkrete Bausteine für die kommunale Klimaanpassung. mehr...

Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: Elf Kommunen erhalten Auszeichnung

[27.08.2026] Elf Kommunen sind beim Wettbewerb „Klima kommunal“ 2026 für Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung ausgezeichnet worden. Darunter finden sich auch Vorhaben mit Bezug zu Energieversorgung, Wärme und kommunalen Liegenschaften. mehr...

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stuttgarter Rathauses mit Blick über die Innenstadt. Am Horizont ist der Stuttgarter Fernsehturm erkennbar.
bericht

Stuttgart: Klimaziele nicht erreichbar

[17.08.2026] Stuttgart hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 deutlich reduziert. Für das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, reicht das bisherige Tempo jedoch nicht aus. Das geht aus dem neuen Bericht zur Gesamtstädtischen Klimastrategie hervor. Besonders kritisch bewertet die Stadt die Entwicklung im Wärmesektor. mehr...

Energie-Kommune: Tangerhütte setzt auf Erneuerbaren-Mix

[11.08.2026] In Tangerhütte sind bereits Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien mit einer Leistung von rund 261 Megawatt installiert. Es sind weitere Wind- und Solarprojekte geplant. Zugleich arbeitet die Stadt an einer nachhaltigen Wärmeversorgung und setzt auf einen großen neuen Batteriespeicher. mehr...