Donnerstag, 29. Oktober 2026

LemgoEnergie aus vielen Quellen

[12.03.2021] Da der historische Stadtkern eine durchgängige Wärmedämmung der Gebäudehüllen erschwert, setzt Lemgo auf einfallsreiche Klimaschutzkonzepte. Dazu wird beständig mehr Fernwärme aus erneuerbaren Energien erzeugt und diese Wärmeversorgung in der ganzen Stadt verankert.
Eine Internet-Seite bündelt alle Informationen zum Lemgoer Klimaschutz.

Eine Internet-Seite bündelt alle Informationen zum Lemgoer Klimaschutz.

(Bildquelle: Stadtwerke Lemgo)

Der Klimaschutz lässt sich in einer Kleinstadt effizient vorantreiben, wenn die Stadtverwaltung und die Stadtwerke an einem Strang ziehen – und bei ihren Vorhaben und Maßnahmen stets die Bürger mitnehmen. Das zeigt sich am Beispiel Lemgo, der Alten Hansestadt in Nordrhein-Westfalen, die beim Klimaschutz vor Ort eine Vorreiterrolle übernimmt. Denn der historische Stadtkern mit zahlreichen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern erschwert es, eine durchgängige Wärmedämmung der Gebäudehüllen zu realisieren. Um die Klimaziele zu erreichen, sind laut den Stadtwerken Lemgo deshalb andere innovative Konzepte gefragt. Die Stadtverwaltung setze dabei auf mehrere Säulen. „Ein wichtiger Bestandteil unseres aktuellen Klimaschutzkonzepts ist, beständig mehr Fernwärme aus erneuerbaren Energien zu erzeugen und diese Wärmeversorgung verstärkt in der gesamten Stadt zu verankern“, berichtet Bürgermeister Markus Baier (parteilos). „Diesen Part setzen unsere Stadtwerke mit vielfältigen geförderten Projekten und dem Ausbau des Fernwärmenetzes für Lemgo um.“

Neue Anlagen geplant

Neben der Reinwasserwärmepumpe, die am Lemgoer Klärwerk mithilfe eines Blockheizkraftwerks der Stadtwerke schon jetzt erneuerbare Wärme erzeugt (wir berichteten), werden im Zuge eines neuen iKWK-Projekts (Innovative Kraft-Wärme-Kopplung) in diesem Jahr weitere Anlagen installiert, die zusätzlich Fernwärme aus erneuerbaren Energien produzieren. Dazu gehören laut dem Bericht aus Lemgo eine große Solarthermie-Anlage und eine weitere Wärmepumpenanlage, die mithilfe von Flusswasser Wärme erzeugt. „In diesem Jahr werden wir über 13 Millionen Euro investieren, um diese klimaschonenden Anlagen auf den Weg zu bringen und unser Fernwärmenetz weiter auszubauen“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Arnd Oberscheven. „Schon mit unserer ersten Wärmepumpenanlage wird unser historischer Stadtkern zu zwei Dritteln klimaneutral mit Wärme versorgt. Diesen Anteil werden wir mit den neuen Anlagen deutlich steigern.“

Beraternetzwerk ausgebaut

Zudem wurde in Lemgo ein wirksames Beraternetzwerk aufgebaut – ein Team, das aus den Energieberatern des e‧u‧z Energie + Umweltzentrums Lemgo, dem Quartiersmanager der Stadtwerke, der Klimaschutzkoordinatorin der Stadt Lemgo und weiteren Mitgliedern besteht. Sie alle stehen den Bürgern bei Fragen rund um die Fernwärmeversorgung, energetische Sanierungen, den Denkmalschutz, Fördermöglichkeiten, steuerliche Begünstigungen und planungsrechtliche Besonderheiten des historischen Stadtkerns zur Seite. Begleitet wird die Arbeit des Teams von einem umfassenden Marketing, teilen die Stadtwerke mit. Das jüngste Beispiel sei der gemeinsame Aufbau der Internet-Seite www.klimaschutz-lemgo.de, die stets weiter wachse und alle Bürger rund um die sich verzahnende Lemgoer Klimaschutzarbeit informiert. Hier werden die gemeinsamen Beratungsangebote der Stadt und der Stadtwerke zu baulichen, energetischen und fördertechnischen Fragestellungen präsentiert. Auch können sich Interessierte auf der Plattform über die Folgen der Klimaanpassung informieren und erfahren, mit welchen Strategien Stadt und Stadtwerke diese aufzufangen und abzumildern versuchen.





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