LandauTreffen von Klimaschutz-Managern
Am 28. Juni sind über 150 Klimaschutzbeauftragte und Klimaschutz-Manager in Landau zu einem länderübergreifenden Erfahrungsaustausch zusammengekommen. Wie die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) mitteilt, trafen sich dort Fachleute aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Wie schon in den vorigen Jahren sei die Veranstaltung von der KEA-BW und der Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam organisiert worden. Im Fokus der Veranstaltung der beiden Landesenergieagenturen haben der Austausch untereinander sowie zwei Gesprächsrunden mit Gästen aus Politik, Verbänden und Kommunen gestanden. Sie diskutierten über Rahmenbedingungen für den lokalen Klimaschutz auf Bundes- und Landesebene sowie über praktische und strategische Lösungsansätze im Klimaschutz-Verwaltungsalltag. Angesichts steigender Energiekosten und der Energiekrise sei die kommunale Klimaschutzarbeit notwendiger denn je.
Städte, Gemeinden und Landkreise leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Klimaschutzziele. Klimaschutz-Managerinnen und -Managern komme dabei eine zentrale Rolle zu. Sie seien zuständig für den Klimaschutzprozess in ihrer Kommune und hätten die Aufgabe, Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft zu gewinnen sowie die Aktivitäten zu koordinieren. Sie stießen Dialogprozesse an und brächten die Umsetzung der Klimaschutzkonzepte voran. Zu ihrem vielfältigen Aufgabenbereich gehörten unter anderem die Einführung von Energie-Management-Systemen, die energieeffiziente Modernisierung kommunaler Liegenschaften, der Ausbau erneuerbarer Energien, eine nachhaltige Verkehrsplanung, Energiesparprojekte in Unternehmen und nicht zuletzt die Öffentlichkeitsarbeit.
Vielfältige Unterstützung der Klimaschutz-Manager
Über die aktuelle Rolle der Bundes- und Landespolitik diskutierten Staatssekretär Michael Hauer, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, Ministerialdirektor Michael Münter, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die geschäftsführende Direktorin des Landkreistages Rheinland-Pfalz, Daniela Franke, und Tina Götsch, die Geschäftsführerin des Verbands der regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen Baden-Württemberg. Im Fokus der Runde hätten die Rahmenbedingungen für den kommunalen Klimaschutz auf Bundes- und Landesebene sowie die Wünsche und Forderungen der Kommunen an Bund und Land gestanden.
In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erhielten die kommunalen Klimaschutz-Manager vielfältige Unterstützung seitens der Länder: Durch die KEA-BW, die Energieagentur Rheinland-Pfalz und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlands.
Konkreter Klimaschutz in den Ländern
Mit dem rheinland-pfälzischen Koalitionsvertrag sei der kommunale Klimaschutz noch weiter gestärkt und die Ziele verschärft worden. Wesentlicher Baustein sei die Einführung eines kommunalen Klimapakts zwischen dem rheinland-pfälzischen Klimaschutzministerium, den kommunalen Spitzenverbänden, dem Verband kommunaler Unternehmen, dem Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen und der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Der kommunale Klimapakt Rheinland-Pfalz sei bereits in Erarbeitung. Kern des Klimapakts werde ein gegenseitiges Leistungsversprechen sein: Die beitretenden Kommunen forcierten ihr Engagement im Klimaschutz und in der Anpassung an die Klimawandelfolgen und bekennten sich zu den Klimaschutzzielen des Landes. Im Gegenzug unterstütze das Land die Kommunen durch konkrete, auf die jeweilige Ausgangslage zugeschnittene zusätzliche Leistungen dabei, ihre Maßnahmen effizient umsetzen zu können.
In Baden-Württemberg bestehe ein solcher Pakt bereits seit 2015. Im „Klimaschutzpakt Baden-Württemberg“ bekennten sich die Parteien zur Vorbildwirkung der öffentlichen Hand beim Klimaschutz und zu den Zielen des Klimaschutzgesetzes. Bislang seien 471 Kommunen dem Klimaschutzpakt beigetreten. Sie signalisierten damit, dass sie sich bereits im Klimaschutz engagieren und ihre Aktivitäten weiterentwickeln möchten. Durch den Beitritt erhielten Kommunen in Baden-Württemberg erhöhte Förderquoten im Rahmen der Förderprogramme Klimaschutz-Plus und KLIMOPASS.
Die von KEA-BW-Chef Volker Kienzlen moderierte Diskussion habe auch aufgegriffen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien dringend beschleunigt werden muss. Wie die Länder das erreichen wollen, hätten die Vertreter der Ministerien Herr Hauer und Herr Münter erläutert.
Energieversorgung muss sich ändern
Vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges gewinne die Frage nach der zukünftigen Art der Wärmeversorgung dramatisch an Bedeutung. Eine strategische kommunale Wärmeplanung sei daher wesentlich. Eine Verpflichtung für eine kommunale Wärmeplanung habe das Land Baden-Württemberg bereits für alle Kommunen mit über 20.000 Einwohnern eingeführt. Auf Bundesebene sei eine solche Verpflichtung im Gespräch.
An zehn Themenständen haben sich die Klimaschutz-Managerinnen und -Manager zu aktuellen Themen austauschen können. Rege diskutiert worden seien Themen wie die Wärmeversorgung der Zukunft, der Ausbau erneuerbarer Energien oder die ehrenamtliche Unterstützung im Klimaschutz. Interessiert gewesen seien die Fachleute auch daran, wie die Prüfung kommunaler Beschlüsse auf ihre Klimawirkung gelingen kann, wie kommunale Verwaltungen klimaneutral werden können oder welchen Beitrag Stadtplanung und energetische Quartierskonzepte leisten können, um die kommunalen Klimaschutzziele zu erreichen. Im Zentrum der Diskussion haben nicht zuletzt die Fördermöglichkeiten für den kommunalen Klimaschutz sowie die Handlungsfelder in Wirtschaft und Unternehmen gestanden.
Strategischer Klimaschutz im Verwaltungsalltag
Die Handlungsfelder im kommunalen Klimaschutz seien breit gefächert. Für die Umsetzung von konkreten Klimaschutzmaßnahmen sei weit mehr erforderlich als die reine Überführung von Ratsvorlagen in Umsetzungsbeschlüsse. Wesentlich für die Umsetzung sei es, entsprechende Organisationsstrukturen zu schaffen, etwa ein kommunales Klimaschutz-Management einzurichten.
Kommunen seien mit den bisherigen Aufgaben der Daseinsvorsorge stark ausgelastet, was häufig dazu führt, dass der Klimaschutz weniger im Fokus steht. Grund dafür sei auch, dass kommunaler Klimaschutz keine Pflichtaufgabe ist. Wie passe Klimaschutz als Querschnittsaufgabe in bestehende Verwaltungsstrukturen, also dorthin, wo Klimaschutz als freiwillige Aufgabe nicht automatisch verortet ist? Und welche praktischen und strategischen Lösungsansätze könnten zu einem effektiveren Verwaltungsalltag des Klimaschutz-Management beitragen?
Christoph Benze, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, diskutierte darüber am Nachmittag im Podium mit Professor Hansjörg Drewello, Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl, Lukas Hartmann, hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Landau, Fabienne Körner, Geschäftsführerin der Energieagentur Mittelbaden, Inga Nietz, Sachgebietsleiterin Klima und Boden im Landkreis Lörrach, und Daniel Philipp, 1. Vorsitzender des Bundesverbands Klimaschutz und Klimaschutz-Manager des Main-Taunus-Kreises.
Rolle des Klimaschutz-Management
Auch die Rolle der Klimaschutz-Managerinnen und -Manager selbst sei genauer beleuchtet worden. Neben fachlich fundiertem Wissen seien im Klimaschutz-Management Erfahrungen in den Bereichen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gefragt. Im Klimaschutz-Management tätige sollten daher ein möglichst breites Profil an Fähigkeiten mitbringen. Um diese zielgerichtet einsetzen zu können, sei die Verortung der Stelle innerhalb der Verwaltung von Bedeutung. Beispielsweise stärke das Einrichten einer Stabsstelle für Klimaschutz die Rolle des Klimaschutz-Management. Um die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen zu erleichtern, sei es beispielsweise sinnvoll, Auszubildende in der Verwaltung bereits zum Thema Klimaschutz zu schulen.
In den beteiligten Bundesländern engagierten sich bereits seit langem viele Kommunen für den Klimaschutz und die Energiewende. 174 Städte und Gemeinden sowie 27 Landkreise hätten in Baden-Württemberg eine Stelle für das Klimaschutz-Management geschaffen (Stand: Juni 2021). In Rheinland-Pfalz seien über 140 Klimaschutz- und Sanierungsmanager in Landkreisen, Städten und Gemeinden tätig.
https://www.kea-bw.de
https://www.energieagentur.rlp.de
Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen
[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...
Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf
[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...
Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik
[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...
Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert
[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...
Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation
[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...
BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert
[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...
KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo
[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...
Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform
[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...
VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert
[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...
BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen
[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...
Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele
[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...
Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds
[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...
BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie
[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...
BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz
[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...
Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert
[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...














