Dienstag, 14. Juli 2026

Stadtwerke WeinheimPositive Zahlen für 2021

[04.08.2022] Die Stadtwerke Weinheim haben jetzt ihren Bilanzbericht für das Jahr 2021 vorgestellt. Das mehrheitlich kommunale Unternehmen konnte einen Gewinn in Höhe von 2,4 Millionen Euro verzeichnen.
Für das Jahr 2021 konnten die Stadtwerke einen Gewinn von 2

Für das Jahr 2021 konnten die Stadtwerke einen Gewinn von 2,4 Millionen Euro verzeichnen.

v.l.: Peter Krämer, Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim; Helmut Röder und Andreas Ernst, Prokuristen der Stadtwerke Weinheim

(Bildquelle: Stadtwerke Weinheim)

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Weinheim, Peter Krämer, hat jetzt (29. Juli) bei der Bilanzpressekonferenz die Zahlen für das Jahr 2021 vorgestellt. Wie das mehrheitlich kommunale Versorgungsunternehmen mitteilt, hat es einen Jahresüberschuss von 2,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies seien 300.000 Euro mehr als geplant. Im Vorjahr hätten die Stadtwerke durch einen Einmaleffekt einen Gewinn von 3,9 Millionen Euro ausgewiesen. Er resultiere aus einer Auflösung von Rückstellungen von 1,4 Millionen Euro. Vom Gewinn gingen 300.000 Euro in die Rücklagen für anstehende Investitionen. Der Löwenanteil werde anteilsmäßig an die Gesellschafter ausgeschüttet: Die Stadt Weinheim erhalte davon rund eine Million Euro, die Gemeinde Gorxheimertal knapp 28.000 Euro.

Positive Faktoren

Positiv beeinflusst habe das Ergebnis die kühle Witterung bis weit in den Mai 2021 hinein: Die Umsätze bei Gas seien um 19,6 und bei Wärme um 16,9 Prozent gestiegen. Ein weiterer – vom Unternehmen selbst beeinflussbarer – Grund für den guten Abschluss sei die langfristige risikoarme Beschaffungsstrategie für Strom und Gas. Dadurch seien die Stadtwerke Weinheim bei den seit Spätsommer 2021 exorbitant steigenden Preisen an den Energiehandelsplätzen nicht ins Trudeln geraten wie so manch anderes Energieunternehmen. Energie-Discounter seien aus dem Geschäft ausgestiegen, ihre Kunden hätten von den Grundversorgern wie den Stadtwerken Weinheim aufgefangen und versorgt werden müssen. „Eine große Herausforderung. Denn die Energie-Discounter haben ihr Problem auf uns verlagert. Jetzt mussten wir den Bedarf der gestrandeten Kunden kurzfristig zu den horrenden Preisen am Markt einkaufen“, bemerkt Peter Krämer und fügt an: „Dass am Ende ein solches Ergebnis steht, zeigt, wie gut wir aufgestellt sind. Stadtwerke wie wir sind Garanten für eine hohe Versorgungssicherheit und Umsetzer der Energiewende vor Ort.“ Er betont, dass die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Stadtwerke Weinheim durchgehend gewährleistet gewesen sei – durch ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept und das große Engagement aller Mitarbeitenden.

Versorgungssicherheit und Klimaschutz

Rückblickend freut sich Krämer, dass die Stadtwerke Weinheim bei der europaweiten Ausschreibung der Strom- und Gaskonzession der Stadt Weinheim erneut überzeugt haben und der Vertrag bis 2049 unterzeichnet werden konnte. „Wir werden dafür sorgen, dass die Infrastruktur der Stadt und ihrer Ortsteile weiterhin sicher, leistungsfähig und modern ist“, verspricht er und ergänzt: „Dass wir das tun, sieht man auch an unseren Investitionen für eine langfristig sichere Wasserversorgung.“ Angaben der Stadtwerke Weinheim zufolge haben sie im Geschäftsjahr die redundante Hauptwasserleitung zwischen dem Wasserwerk Hemsbach und Weinheim fertiggestellt, ebenso einen neunten Brunnen für die Förderung von Grundwasser. Auch die Energiewende habe das Unternehmen weiter vorangebracht: Unter anderem seien weitere Stromtankstellen installiert und das Roaming eingeführt worden. Zudem habe das Unternehmen die Wärmeversorgung aus hocheffizienten Blockheizkraftwerken (BHKW) erweitert. Des Weiteren könne der Solarpark Königsbronn, an dem die Stadtwerke Weinheim beteiligt sind, eine reiche Sonnenstrom-Ausbeute vorweisen. Auch die Beteiligung an Windenergieanlagen habe sich planmäßig entwickelt. Die umfangreichen und vielseitigen Aktivitäten zum Schutz der Umwelt und des Klimas hätten die Stadtwerke Weinheim erstmals in einer Umwelterklärung zusammengefasst.
Und nicht zuletzt hätten die Stadtwerke Weinheim große Fortschritte bei ihrer eigenen digitalen Transformation gemacht: So hätten sie beispielsweise eine Drohne zur Überwachung von Leitungen und ein digitales Geo-Informationssystem (GIS) eingeführt. Über Letzteres ließen sich jetzt online Planauskünfte über verlegte Leitungen abrufen. Kunden berieten die Stadtwerke Weinheim mittlerweile genauso selbstverständlich per Videokonferenz wie vor Ort im Kundenzentrum.

Fragile Rahmenbedingungen

„Das laufende Geschäftsjahr 2022 ist geprägt durch sehr fragile Rahmenbedingungen“, erklärt Peter Krämer zur augenblicklichen Situation. Die Gleichzeitigkeit von Pandemie, Digitalisierung, Energiewende und die Konflikte durch den Krieg in der Ukraine würden die Stadtwerke Weinheim vor die Herausforderung stellen, mehrere sich überlagernde Krisen meistern zu müssen. Er sagt: „Eine belastbare Prognose über den Geschäftsverlauf 2022 ist derzeit nicht möglich.“ Die Einkaufspreise für Strom und Gas hätten sich binnen eines Jahres vervielfacht und würden immer noch weiter steigen. Das bedrücke ihn, vor allem hinsichtlich deren Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise. „Höhere Energiekosten und Inflation werden geringer Verdienenden ziemlich zu schaffen machen“, resümiert er und fügt an: „Wir werden unsere Kundinnen und Kunden nach wie vor so günstig wie möglich versorgen. Auch werden wir alles tun, was in unserer Macht steht, die Versorgung über den Winter aufrechterhalten zu können.“ Die Auswirkungen der politischen Verwicklungen mit Russland seien jedoch unberechenbar.

Umbruch als Chance

Peter Krämer sieht in den aktuellen Umbrüchen auch Chancen für das Unternehmen und ein modernes, leistungsfähiges Deutschland: „Die Welt von morgen wird elektrischer und vielleicht wird durch unsere Gasnetze in Zukunft Wasserstoff fließen. Wir kümmern uns noch intensiver darum, unsere Energienetze fit zu machen für die Anforderungen der Zukunft.“ Sorge machen ihm in diesem Zusammenhang jedoch immer noch einige politische Rahmenbedingungen, insbesondere die weitere Senkung der Verzinsung des Eigenkapitals im Bereich der Regulation von Netzentgelten. „Basis für die Regulation bilden die sehr niedrigen Zinssätze langlaufender Bundesanleihen. In der Realität aber steigen die Preise für Dienstleistungen, Einkauf und Personal stark an. Ohne Kurskorrektur wird dies zu einem Substanzverzehr der Energieversorgung führen“, erläutert er und fügt an: „Habeck will die Energiewende beschleunigen, was auch richtig und wichtig ist – für Klimaschutz und mehr Energieautarkie Deutschlands. Damit das klappt, muss er aber auch diese Rahmenbedingungen ändern und die Gesellschaft muss Windräder und Leitungen auch in ihrem unmittelbaren Sichtfeld akzeptieren.“ Die Stadtwerke Weinheim fühlten sich für die Lebensqualität der Menschen in der Region mitverantwortlich; diese gut zu gestalten, könnten sie jedoch nur mit den Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam, betont Peter Krämer.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

rku․it: hsag AI Suite wird Teil von NextGen Market

[13.07.2026] rku․it nimmt die Anwendung hsag AI Suite in sein Partner-Ökosystem NextGen Market auf und erweitert damit sein Angebot für KI-gestützten Kundenservice in der Energiewirtschaft. Die Plattform soll Energieversorgern den Einsatz intelligenter Serviceprozesse erleichtern und lässt sich in unterschiedliche IT-Landschaften integrieren. mehr...

Hamburger Energienetze: Freie und Hansestadt profitiert vom Ergebnis

[10.07.2026] Die Hamburger Energienetze haben im Jahr 2025 ihre Investitionen in die Energieinfrastruktur deutlich erhöht und gleichzeitig ihre Gewinnabführung an die Stadt gesteigert. Nach Angaben des Unternehmens stiegen zudem Umsatz und Ergebnis nach Steuern gegenüber dem Vorjahr. mehr...

Call for Applications: Förderung von hessischen Energie-Start-ups

[09.07.2026] Der hessische Energie-Akzelerator genesis startet in die dritte Runde und öffnet erneut die Bewerbung für Green-Energy-Start-ups. Bis zum 31. Juli 2026 können sich junge Unternehmen aus Hessen um Unterstützung bei Validierung, Marktzugang und Skalierung bewerben. mehr...

STAWAG: Vorstand für weitere fünf Jahre verlängert

[07.07.2026] Wilfried Ullrich bleibt für weitere fünf Jahre Vorstand von STAWAG. Der Aufsichtsrat setzt damit in einer Phase der Energie- und Wärmewende auf Kontinuität an der Unternehmensspitze. mehr...

German Brand Award: Badenova hat Auszeichnung erhalten

[06.07.2026] Der regionale Energieversorger Badenova ist beim German Brand Award 2026 doppelt ausgezeichnet worden. Prämiert wurde der neue Markenauftritt, der den Wandel des Unternehmens zur Gestalterin der Energie- und Wärmewende sichtbar machen soll. mehr...

Stadtwerke Bochum: Milliardeninvestitionen geplant

[03.07.2026] Nach einem Gewinn von über 100 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 planen die Stadtwerke Bochum Investitionen von rund einer Milliarde Euro bis 2030 an. Schwerpunkte sind der Ausbau der Wärme- und Strominfrastruktur sowie die Digitalisierung der Energienetze. mehr...

Modernes Bürogebäude des Energieversorgers Entega mit mehreren Fahnenmasten, auf denen Entega-Flaggen wehen. Vor dem Gebäude befinden sich eine gepflegte Rasenfläche, ein Parkplatz mit Fahrrädern und Autos sowie Bäume. Der Himmel ist klar und sonnig.

Entega: Planzahlen übertroffen

[02.07.2026] Entega hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren Betriebsergebnis als geplant abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben sollen in den kommenden Jahren rund 1,1 Milliarden Euro in Strom- und Wärmenetze, Glasfaser sowie die Wasserinfrastruktur in Südhessen investiert werden. mehr...

Mainova: Starkes operatives Geschäft

[02.07.2026] Mainova hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren bereinigten Konzernergebnis abgeschlossen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Investitionen von rund 2,7 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren an. mehr...

Außenansicht der RheinEnergie-Unternehmenszentrale: Das moderne, mehrgeschossige Bürogebäude mit heller Metall-Glas-Fassade trägt gut sichtbar den Schriftzug „RheinEnergie“. Im Vordergrund liegen eine gepflegte Rasenfläche und ein zylindrischer Lüftungsbau, links verläuft ein Fuß- und Radweg entlang einer Baumreihe. Der Himmel ist wolkenlos und blau.

RheinEnergie: Ergebnis gesteigert

[30.06.2026] RheinEnergie hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 275,6 Millionen Euro abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Überschüsse vor allem Investitionen in Energie-, Wärme- und Wasserinfrastruktur sowie in den Ausbau erneuerbarer Energien ermöglichen. mehr...

bericht

Trianel: Prognose deutlich übertroffen

[29.06.2026] Trianel hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Vorsteuerergebnis von über 46 Millionen Euro abgeschlossen und die eigene Planung nach Unternehmensangaben um fast 50 Prozent übertroffen. Zwar blieben Umsatz und Gewinn unter den außergewöhnlich hohen Vorjahreswerten, die Geschäftsführung wertet das Ergebnis jedoch als Beleg für die Stabilität des Geschäftsmodells. mehr...

evm: Gewinn mit neuen Kunden

[29.06.2026] Einen Gewinn von rund 56 Millionen Euro erzielt die Energieversorgung Mittelrhein im Geschäftsjahr 2025. Nun will der Koblenzer Versorger verstärkt in Stromnetze sowie Wind- und Solarparks investieren. mehr...

Stadtwerke Krefeld: Stabiles Ergebnis für 2025

[26.06.2026] Die SWK haben ihr Geschäftsjahr 2025 trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit einem stabilen Ergebnis abgeschlossen und investieren weiter in Energie-, Verkehrs- und Entsorgungsinfrastruktur. mehr...

TWL: Planzahlen deutlich übertroffen

[25.06.2026] Die Technischen Werke Ludwigshafen haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 9,1 Millionen Euro abgeschlossen. Damit lag das Ergebnis deutlich über dem geplanten Wert von 3,8 Millionen Euro. Zugleich erhöhte das Unternehmen seine Investitionen in Netze und Infrastruktur. mehr...

Thüga: Neuer Chef des Aufsichtsrats

[25.06.2026] Der Aufsichtsrat der Thüga Holding hat Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Die Wahl erfolgte im Zuge der turnusmäßigen Neukonstituierung des Gremiums nach der Hauptversammlung 2026. mehr...

Mehrere Fahnen der Stadtwerke Osnabrück wehen an Fahnenmasten vor einem klaren blauen Himmel. Die Sonne scheint durch die Baumkronen im Vordergrund und erzeugt einen Lichtreflex. Auf den Fahnen sind das Logo und der Schriftzug der Stadtwerke Osnabrück zu erkennen.

Stadtwerke Osnabrück: Mit schwarzer Null über Plan

[23.06.2026] Die Stadtwerke Osnabrück haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem höheren Jahresüberschuss abgeschlossen als geplant. Gleichzeitig investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben so viel wie nie zuvor in Netze und Infrastruktur. mehr...