Sonntag, 12. Juli 2026

SchwerinZwischenstand zur Wärmeplanung

[13.04.2026] Schwerin setzt in seiner Wärmeplanung auf einen massiven Ausbau der Fernwärme und eine klare Gebietseinteilung bis 2045. Die jetzt vorgestellten Szenarien zeigen, wo zentrale Netze dominieren – und wo Gebäudeeigentümer selbst Lösungen finden müssen.

Am Pfaffenteich in Schwerin wächst das Fernwärmenetz zur Erschließung der Altstadt. Damit wird der Fernwärmeanschluss für den Dom und die Alte Post möglich.

(Bildquelle: Landeshauptstadt Schwerin/Michaela Christen)

Schwerin richtet seine künftige Wärmeversorgung konsequent auf Fernwärme und dezentrale Alternativen aus. Wie die Landeshauptstadt berichtet, sieht das Vorzugsszenario der kommunalen Wärmeplanung eine weitreichende Umstellung auf klimaneutrale Systeme bis 2045 vor.

Kern der Planung ist eine detaillierte Gebietskarte für das Zieljahr 2045. Sie weist aus, in welchen Stadtteilen zentrale Fernwärmenetze ausgebaut werden und wo dezentrale Lösungen zum Einsatz kommen sollen. Bereits heute sind rund 63 Prozent der Haushalte an die Fernwärme angeschlossen; dieser Anteil soll auf etwa 80 Prozent steigen. Die Stadtwerke Schwerin treiben dazu sowohl den Netzausbau als auch die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung voran. „Der Ausbau unseres Fernwärmenetzes und die Dekarbonisierung der Wärme zählen zu den größten Aufgaben der kommenden Jahre“, sagt Geschäftsführer Hanno Nispel.

Die Planung differenziert die Entwicklung in Fünf-Jahres-Schritten. Damit erhalten Eigentümer eine zeitliche Orientierung, wann ein Anschluss an das Fernwärmenetz in ihrem Gebiet vorgesehen ist. Parallel zeigen die Fachplaner, wie verschiedene Wärmequellen in das Gesamtsystem integriert werden können. Dazu zählen Biomasse, Tiefengeothermie und industrielle Abwärme.

Für etwa 20 Prozent der Haushalte gilt ein Fernwärmeanschluss als wirtschaftlich oder technisch nicht realisierbar. In diesen Bereichen empfiehlt die Planung vor allem Luft- und Erdwärmepumpen. Ergänzend kommen Biomasseheizungen, Hybridlösungen mit Solarthermie oder in Einzelfällen Stromdirektheizungen infrage. Auch kleinere Quartiersnetze können eine Option sein.

Welche Technologie im Einzelfall geeignet ist, hängt von Gebäudezustand, Platzangebot und Bebauungsstruktur ab. Die Entscheidung liegt bei den Eigentümern und richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben, derzeit dem Gebäudeenergiegesetz und künftig dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz.

Die Stadt sieht die frühe Einbindung der Bevölkerung als zentral an. „Die frühzeitige Information der Bürgerinnen und Bürger ist ein zentraler Bestandteil der kommunalen Wärmeplanung“, sagt Marcus Schreier aus dem Bereich Klimamanagement und Immissionsschutz. Der Wärmeplan wird nun politisch beraten und soll voraussichtlich im Juni 2026 beschlossen werden. Anschließend stellt die Stadt die vollständigen Unterlagen online bereit.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fernwärme Wärmeversorgung
Luftaufnahme eines zylindrischen Wärmespeichers auf dem Gelände eines Heizwerks in Gelsenkirchen. Der weiß verkleidete Speicher steht neben Industriegebäuden, einem Schornstein und Rohrleitungen. Rundherum sind Straßen, Parkplätze, Gewerbebauten und Grünflächen zu sehen. Der Wärmespeicher ist in das Fernwärmenetz des Standorts eingebunden.

Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke

[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...

EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen

[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...

Bremen: Klimaturm eingeweiht

[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...

Ein Mitarbeiter von enercity trägt einen roten Schutzhelm und eine gelbe Warnweste und steht in einer technischen Anlage vor einer großen blauen Pumpeneinheit. Im Hintergrund bedient ein weiterer Mitarbeiter Armaturen und Rohrleitungen. Das Bild zeigt Arbeiten an einer Anlage zur Wärme- oder Energieversorgung.

enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung

[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...

Bisher ungenutzte Abwärme kann einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung Berlins leisten.

Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan

[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...

Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...

Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale

[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...

Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten

[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...

DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende

[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...

Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...

Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne

[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...

Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung

[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Grundstein für Großwärmepumpe gelegt

[10.06.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben den Grundstein für ihre erste Großwärmepumpe mit 60 MW thermischer Leistung gelegt. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll ab 2027 Wärme aus Fördewasser ins Fernwärmenetz einspeisen und ist ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. mehr...

Oldenburg: Rat hat Wärmeplanung beschlossen

[10.06.2026] Der Rat der Stadt Oldenburg hat den kommunalen Wärmeplan mit 18 Maßnahmen zur Wärmewende beschlossen. Nun startet die Umsetzung von Wärmenetzstudien, Beratungsangeboten und neuen Beteiligungsformaten, die den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung voranbringen sollen. mehr...

bericht

Darmstadt: Fahrplan bis 2045 vorgestellt

[09.06.2026] Darmstadt hatte sich bereits 2022 zur Erarbeitung einer kommunalen Wärmeplanung entschlossen. Nach umfassender Datenerhebung liegen jetzt die Ergebnisse vor. Eine Erkenntnis: Wasserstoff ist für Darmstadt keine realistische Option zur flächendeckenden Wärmeversorgung. mehr...