SchwerinZwischenstand zur Wärmeplanung

Am Pfaffenteich in Schwerin wächst das Fernwärmenetz zur Erschließung der Altstadt. Damit wird der Fernwärmeanschluss für den Dom und die Alte Post möglich.
(Bildquelle: Landeshauptstadt Schwerin/Michaela Christen)
Schwerin richtet seine künftige Wärmeversorgung konsequent auf Fernwärme und dezentrale Alternativen aus. Wie die Landeshauptstadt berichtet, sieht das Vorzugsszenario der kommunalen Wärmeplanung eine weitreichende Umstellung auf klimaneutrale Systeme bis 2045 vor.
Kern der Planung ist eine detaillierte Gebietskarte für das Zieljahr 2045. Sie weist aus, in welchen Stadtteilen zentrale Fernwärmenetze ausgebaut werden und wo dezentrale Lösungen zum Einsatz kommen sollen. Bereits heute sind rund 63 Prozent der Haushalte an die Fernwärme angeschlossen; dieser Anteil soll auf etwa 80 Prozent steigen. Die Stadtwerke Schwerin treiben dazu sowohl den Netzausbau als auch die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung voran. „Der Ausbau unseres Fernwärmenetzes und die Dekarbonisierung der Wärme zählen zu den größten Aufgaben der kommenden Jahre“, sagt Geschäftsführer Hanno Nispel.
Die Planung differenziert die Entwicklung in Fünf-Jahres-Schritten. Damit erhalten Eigentümer eine zeitliche Orientierung, wann ein Anschluss an das Fernwärmenetz in ihrem Gebiet vorgesehen ist. Parallel zeigen die Fachplaner, wie verschiedene Wärmequellen in das Gesamtsystem integriert werden können. Dazu zählen Biomasse, Tiefengeothermie und industrielle Abwärme.
Für etwa 20 Prozent der Haushalte gilt ein Fernwärmeanschluss als wirtschaftlich oder technisch nicht realisierbar. In diesen Bereichen empfiehlt die Planung vor allem Luft- und Erdwärmepumpen. Ergänzend kommen Biomasseheizungen, Hybridlösungen mit Solarthermie oder in Einzelfällen Stromdirektheizungen infrage. Auch kleinere Quartiersnetze können eine Option sein.
Welche Technologie im Einzelfall geeignet ist, hängt von Gebäudezustand, Platzangebot und Bebauungsstruktur ab. Die Entscheidung liegt bei den Eigentümern und richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben, derzeit dem Gebäudeenergiegesetz und künftig dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz.
Die Stadt sieht die frühe Einbindung der Bevölkerung als zentral an. „Die frühzeitige Information der Bürgerinnen und Bürger ist ein zentraler Bestandteil der kommunalen Wärmeplanung“, sagt Marcus Schreier aus dem Bereich Klimamanagement und Immissionsschutz. Der Wärmeplan wird nun politisch beraten und soll voraussichtlich im Juni 2026 beschlossen werden. Anschließend stellt die Stadt die vollständigen Unterlagen online bereit.
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