Sonntag, 12. Juli 2026

enercityUmsatz geht zurück

[13.04.2026] Im Jahr 2025 hat enercity einen geringeren Umsatz und Gewinn erzielt als in den Vorjahren. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Investitionen erhöht und den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben.

enercity-Vorstandsteam kündigt ein Transformationsprogramm an.

v.l.: Prof. Dr. Marc Hansmann; Aurélie Alemany; Eefje Pompen

(Bildquelle: enercity)

Das Energieunternehmen enercity hat seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Demnach lag der Umsatz im Jahr 2025 bei 6,21 Milliarden Euro nach 7,35 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank auf rund 478 Millionen Euro nach 588,7 Millionen Euro im Jahr 2024.

Nach zwei Jahren mit Sondereffekten fielen die Ergebnisse wie erwartet niedriger aus, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen führt diese Entwicklung auf eine angespannte geopolitische Lage, schwankende Energiemärkte und ein schwaches Windjahr zurück. Diese Faktoren hätten die gesamte Branche belastet, insbesondere den Bereich der erneuerbaren Energien.

Investitionen stiegen auf über 650 Millionen Euro

„Unser Kurs bleibt klar: Wir setzen auf nachhaltige, unabhängige und verlässliche Energie für die Industrie, die Kommunen und unsere Kunden und treiben die Transformation entschlossen voran“, sagt die Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany. Die Investitionen stiegen im Jahr 2025 um rund 28 Millionen auf 653 Millionen Euro. Das Geld floss vor allem in den Ausbau der erneuerbaren Strom- und Wärmeerzeugung, in die Infrastruktur und in die Digitalisierung.

Laut Unternehmensangaben erhöhte sich die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um 17 Prozent auf 2.305 Gigawattstunden. Damit stammten fast 60 Prozent der gesamten Stromerzeugung aus regenerativen Quellen. Zusätzlich installierte enercity 155 Megawatt neue Leistung, vor allem in den Bereichen Windenergie an Land, Photovoltaik und Batteriespeicher. Auch bei der Wärmeerzeugung stieg der Anteil erneuerbarer Energien von 27 auf rund 32 Prozent. Dazu trugen unter anderem neue Anlagen für den Kohleausstieg in Hannover bei, darunter ein Biomasseheizkraftwerk.

Für diese Investitionen wurden nach Unternehmensangaben rund 195 Millionen Euro aufgewendet. Mit der Inbetriebnahme dieser Anlagen wurde die Voraussetzung geschaffen, um Ende Februar 2026 einen Kraftwerksblock stillzulegen. Zudem wurde das Fernwärmenetz ausgebaut. Im Jahr 2025 kamen laut enercity mehr als zehn Kilometer neue Leitungen hinzu. 

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Das Unternehmen betreibt inzwischen öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge in 47 Kommunen und ist damit beim Ausbau der Ladeinfrastruktur aktiv. Im Jahr 2025 wurde der 1000. Ladepunkt in Hannover in Betrieb genommen. Auch in Hamburg und Bremen sollen jeweils mehr als 550 Ladepunkte entstehen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung der Netze. Mit einem sogenannten „Digitalen Zwilling“ bildet enercity nach eigenen Angaben das gesamte Niederspannungsnetz in Echtzeit ab.

Zur Finanzierung teilte das Unternehmen mit, dass das Eigenkapital auf 1,26 Milliarden Euro gestiegen sei. Dies entspricht einem Plus von rund fünf Prozent. „Große Investitionen brauchen eine stabile finanzielle Grundlage“, sagte Vorstandsmitglied Marc Hansmann. Zusätzlich habe enercity gemeinsam mit der Stadt Hannover einen Konzernkredit vereinbart. Für die kommenden Jahre plant das Unternehmen Investitionen von 1,5 Milliarden Euro in die Wärmewende bis 2040 sowie zwei Milliarden Euro in das Stromnetz bis 2035.

Transformationsprogramm „voran“ gestartet

Im Jahr 2025 startete enercity zudem das Transformationsprogramm „voran“. Die Zahl der Beschäftigten stieg auf knapp 4.000. Laut Vorständin Eefje Pompen sollen Digitalisierung und künstliche Intelligenz dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten. Für das Jahr 2026 kündigt das Unternehmen an, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie digitale Angebote weiter voranzutreiben. Gleichzeitig fordert enercity verlässliche politische Rahmenbedingungen, um langfristige Investitionen in die Energie- und Wärmewende abzusichern.





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