Freitag, 25. September 2026

Baden-WürttembergPotenzial von Biogas besser nutzen

[17.08.2022] Da sich die Strom- und Wärmeerzeugung durch Biogas um 20 bis 30 Prozent steigern lässt, hat Peter Hauk (CDU), Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg, jetzt eine zeitlich befristete Flexibilisierung der gesetzlichen Beschränkungen für Biogasanlagen gefordert.
Landwirtschaftsminister Peter Hauk spricht sich dafür aus

Landwirtschaftsminister Peter Hauk spricht sich dafür aus, gesetzliche Beschränkungen für Betreiber von Biogasanlagen zeitlich befristet zu flexibilisieren.

(Bildquelle: Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) hat jetzt gefordert, die gesetzlichen Beschränkungen für Betreiber von Biogasanlagen zeitlich befristet zu flexibilisieren. Wie das Land Baden-Württemberg mitteilt, ist Anlass für diese Forderung die Einsicht, dass sich die Strom- und Wärmeerzeugung durch Biogas um 20 bis 30 Prozent steigern lässt.
Anlässlich seines Besuchs bei Bioenergie Ganterhof im Landkreis Ravensburg sagte Peter Hauk: „Die sprunghaft angestiegenen Energiekosten stellen uns alle vor große Herausforderungen. Seit Wochen gilt es, wo möglich Erdgas einzusparen, aber auch neue Wege zu finden, es zu ersetzen. Biogasanlagen haben ein großes Potenzial, das wir jetzt verstärkt in den Energiemix mit einbeziehen müssen. Denn wir wollen die Versorgungssicherheit gewährleisten und unseren Wohlstand im Land erhalten. Mit Biogas können wir Erdgas einsparen – unsere Anlagenbetreiber stehen bereit, die Gasmangellage zu entschärfen. Jetzt gilt es bürokratische Hürden rasch abzubauen.“
Angaben des Landes Baden-Württemberg zufolge hat die Biogasproduktion auf Basis regional vorhandener Ressourcen seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine stark an Bedeutung gewonnen. Durch bis zu zwölf Monate eingelagerte Substrate und bisher ungenutzter Reststoffe und Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung, wie beispielsweise Apfel- und Traubentrester, bestehe ein bisher ungenutztes Potenzial.

Biogasanlage versorgt Unternehmen vor Ort

Bioenergie Ganterhof versorge seit vielen Jahren die benachbarte Firma Vetter Pharma mit erneuerbarer Energie. Etwa ein Drittel des erzeugten Biogases werde über eine Gasleitung für den Betrieb eines Satelliten-Blockheizkraftwerks auf dem Firmengelände bereitgestellt. Die bei der Verstromung in den Motoren entstehende Wärme werde als Prozesswärme verwendet und in ein Nahwärmenetz zur Versorgung von weiteren zehn Gewerbebetriebe eingespeist.
Aktuell würden die vorhandenen Produktionskapazitäten der rund 1.000 Biogasanlagen in Baden-Württemberg beziehungsweise 9.500 Biogasanlagen in Deutschland nicht voll ausgeschöpft. Aufgrund von diversen Deckelungen könnten die Betriebe derzeit nicht das maximal mögliche Biogasvolumen produzieren. Einige Deckelungen seien baurechtlicher Art, andere stünden in der jeweiligen Betriebsgenehmigung in Verbindung. Auch die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sei von einer Bemessungsleistung abhängig, die nicht überschritten werden darf. Diese Regelungen müssten deshalb zeitlich flexibilisiert und angepasst werden.
Der Bund habe im Rahmen eines weiteren Energiesicherungspakets im Juli 2022 angekündigt, die Begrenzung der jährlichen Maximalproduktion von Biogasanlagen auszusetzen. Das Land unterstütze mit der „Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie“ die Transformation in Baden-Württemberg hin zu einer klimaneutralen Lebens- und Wirtschaftsweise.





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