Montag, 12. Oktober 2026

DüsseldorfStadt startet kommunale Wärmeplanung

[10.04.2024] Die Stadt Düsseldorf plant bis 2026 eine Kommunale Wärmeplanung, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu ermöglichen. Schlüsselakteure betonen die Bedeutung dieser Initiative für die Klimaneutralität und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen.
Auftaktveranstaltung mit Stakeholdern zum Start der kommunalen Wärmeplanung am 19. März in Düsseldorf.

Auftaktveranstaltung mit Stakeholdern zum Start der kommunalen Wärmeplanung am 19. März in Düsseldorf.

(Bildquelle: Young)

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat jetzt die kommunale Wärmeplanung gestartet. Wie die Landeshauptstadt mitteilt, sind alle deutschen Großstädte gesetzlich verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung bis spätestens 30. Juni 2026 zu erstellen. Bereits Ende 2025 soll das Ergebnis zur kommunalen Wärmeplanung für die Landeshauptstadt vorliegen.
Unerlässlich sei bei dem umfangreichen Projekt die Einbindung wichtiger Interessenvertreterinnen und -vertreter. Für diese Stakeholder hat am Dienstag, 19. März, eine Auftaktveranstaltung im Haus der Universität stattgefunden. Dabei waren Fachleute von rund 30 unterschiedlichen Organisationen vertreten.
Unterstützt werde die Stadt bei der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung von dem Unternehmen PricewaterhouseCoopers und den Stadtwerken Düsseldorf. Mit der Vorstellung des Auftragnehmers PricewaterhouseCoopers im Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz sei am 29. Februar 2024 der offizielle Startschuss zur Erstellung der kommunalen Wärmeplanung erfolgt. Diese werde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Frühzeitige Planungs- und Investitionssicherheit

Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen sollen mit der kommunalen Wärmeplanung frühzeitig Planungs- und Investitionssicherheit erhalten. Mit der kommunalen Wärmeplanung werde die Frage geklärt, welches Heizsystem und welcher Energieträger im Quartier die gesetzlichen Vorgaben nach dem neuen Heizungsgesetz erfüllen. Es werde ein technologieoffener Ansatz bei der Erstellung verfolgt, der neben einer zentralen Wärmeversorgung mit Fern- oder Nahwärmenetzen auch dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder industrielle Abwärmepotenziale betrachtet.
Entsprechend besitzen die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft eine wichtige Rolle im Prozess. Lutz Denken, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, betont: „Die Kreishandwerkerschaft Düsseldorf befürwortet eine zuverlässige kommunale Wärmeplanung. Unsere Mitgliedsbetriebe bieten individuelle Beratung zu Maßnahmen für eine effiziente Wärmeversorgung und unterstützen bei der Umsetzung. Unsere Expertise trägt dazu bei, nachhaltige Energieinfrastrukturen in Düsseldorf zu etablieren.“

Enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure

Wichtig ist hierbei die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure. Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, stellt klar: „Die kommunale Wärmeplanung ist die Grundlage für eine klima- und umweltfreundliche Wärmeversorgung vor Ort. Nur in enger Kooperation mit den lokalen Handwerksbetrieben können innovative Lösungen entwickelt werden, um energetische Sanierungsmaßnahmen zu fördern und erneuerbare Energien zu nutzen. Daher muss auch die kommunale Wärmeplanung in enger Abstimmung mit dem Handwerk erfolgen. Die Stadt Düsseldorf geht hier mit einem guten Beispiel voran.“
Die Industrie- und Handelskammer sei darüber hinaus ein wichtiger Interessensvertreter, um die Planungs- und Versorgungssicherheit mit Wärme für die Betriebe zu gewährleisten. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf: „Für die Wirtschaft ist die Planungssicherheit das wichtigste Gut. Nachdem die Bundesregierung in der Vergangenheit bei Klimaschutzmaßnahmen für große Verunsicherung gesorgt hat, begrüßen wir das Vorgehen der Landeshauptstadt sehr, die kommunale Wärmeplanung im Schulterschluss mit der Wirtschaft zu diskutieren und umzusetzen. Als Industrie- und Handelskammer nehmen wir gerne die Interessenvertretung unserer zahlreichen Mitgliedsbranchen wahr und informieren unsere Unternehmen über die konkreten Handlungsschritte sowie Fördermöglichkeiten, um nachhaltige Technologien einzusetzen und die energetische Transformation voranzutreiben.“

Wichtiger Ansprechpartner

Der Stadt zufolge ist für Bürgerinnen und Bürger, die auf dem Weg zu einer adäquaten Wärmeversorgung die richtige Entscheidung treffen möchten, die Verbraucherzentrale NRW als unabhängige Beratungsinstitution wiederum ein wichtiger Ansprechpartner. Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, erklärt: „Die Verbraucherzentrale NRW unterstützt eine sorgfältige kommunale Wärmeplanung. Eine breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Förderung innovativer Technologien sind dabei entscheidend. Ziel ist es, eine effiziente, nachhaltige und bezahlbare Wärmeversorgung für alle Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt

[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...

Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm: Vorarbeiten für zwei Flusswasserwärmepumpen

[12.10.2026] Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm beginnen Mitte Oktober mit Vorarbeiten für zwei Flusswasserwärmepumpen an der Donau. Die Anlagen sollen ab 2027 regenerative Wärme für die Fernwärmeversorgung liefern. mehr...

Meersburg: Wärme aus dem Bodensee

[12.10.2026] Baden-Württemberg will landeseigene Gebäude in Meersburg künftig mit Wärme aus dem Bodensee versorgen. Insgesamt 13 Liegenschaften sollen schrittweise an das geplante Seewärme-Netz angeschlossen werden. mehr...

Stuttgart: Stadtwerke prüfen neues Wärmenetz in Feuerbach

[12.10.2026] Die Stadtwerke Stuttgart prüfen den Aufbau eines Wärmenetzes in Feuerbach, das zwischen 2030 und 2035 entstehen könnte. Eigentümer und Unternehmen können bereits jetzt unverbindlich ihr Interesse an einem Anschluss bekunden. mehr...

Dresden: Wärmeplan beschlossen

[07.10.2026] Der Dresdner Stadtrat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen und dabei Prüfgebiete ausgeweitet sowie den Maßnahmenplan angepasst. Mit dem Digitalen Energielotsen setzt die Stadt bereits eine Maßnahme um, die Gebäudeeigentümer bei Fragen zu Wärmeversorgung, Sanierung und Heizungstausch unterstützen soll. mehr...

N-Ergie: Genehmigung für Altholz-Heizkraftwerk

[05.10.2026] N-Ergie hat die Genehmigung für ein neues Altholz-Heizkraftwerk am Standort Nürnberg-Sandreuth erhalten. Die Anlage soll ab Ende 2029 Strom und Fernwärme erzeugen und bis zu 40 Megawatt thermische Leistung bereitstellen. mehr...

Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt

[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...

Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme

[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...

Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich

[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...

evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt

[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...

dena: Kommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild

[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate. mehr...

Fraunhofer IEG: KI-Plattform soll Wärmeplanung verständlicher machen

[29.09.2026] Das Forschungsprojekt HEATogether will eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die Ergebnisse der Wärmeplanung für Kommunen, Energieversorger und Bürger verständlicher aufbereitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben für drei Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. mehr...

Advertorial: Wärmewende für Stadtwerke finanzierbar machen – Was erfolgreiche Wärmeprojekte ausmacht

[24.09.2026] Die Wärmewende erfordert von Stadtwerken enorme Investitionen – und häufig wird ausgerechnet das knappe Eigenkapital zum Engpass. Wie sich Wärmeprojekte dennoch finanzieren und bis zur Investitionsreife entwickeln lassen und welche Rolle starke Partner dabei spielen, zeigt die Steag Iqony Group. mehr...

Stuttgart: Rechenzentrum versorgt Wärmenetz

[24.09.2026] Im Stuttgarter Synergiepark ist eine neue Wärmeversorgung mit Abwärme aus einem Rechenzentrum in Betrieb gegangen. Das Gebäudenetz soll jährlich rund fünf Gigawattstunden Wärme liefern und bildet den Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau der Wärmeversorgung im Quartier. mehr...

Tettnang: Nahwärmenetz geht in Betrieb

[24.09.2026] In Tettnang ist nach 14 Monaten Bauzeit das neue Nahwärmenetz schrittweise in Betrieb gegangen. Die ersten öffentlichen und privaten Gebäude werden seit Mitte September mit Wärme aus regionalen Holzhackschnitzeln versorgt. mehr...