Dienstag, 10. Februar 2026

DüsseldorfStadt startet kommunale Wärmeplanung

[10.04.2024] Die Stadt Düsseldorf plant bis 2026 eine Kommunale Wärmeplanung, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu ermöglichen. Schlüsselakteure betonen die Bedeutung dieser Initiative für die Klimaneutralität und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen.
Auftaktveranstaltung mit Stakeholdern zum Start der kommunalen Wärmeplanung am 19. März in Düsseldorf.

Auftaktveranstaltung mit Stakeholdern zum Start der kommunalen Wärmeplanung am 19. März in Düsseldorf.

(Bildquelle: Young)

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat jetzt die kommunale Wärmeplanung gestartet. Wie die Landeshauptstadt mitteilt, sind alle deutschen Großstädte gesetzlich verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung bis spätestens 30. Juni 2026 zu erstellen. Bereits Ende 2025 soll das Ergebnis zur kommunalen Wärmeplanung für die Landeshauptstadt vorliegen.
Unerlässlich sei bei dem umfangreichen Projekt die Einbindung wichtiger Interessenvertreterinnen und -vertreter. Für diese Stakeholder hat am Dienstag, 19. März, eine Auftaktveranstaltung im Haus der Universität stattgefunden. Dabei waren Fachleute von rund 30 unterschiedlichen Organisationen vertreten.
Unterstützt werde die Stadt bei der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung von dem Unternehmen PricewaterhouseCoopers und den Stadtwerken Düsseldorf. Mit der Vorstellung des Auftragnehmers PricewaterhouseCoopers im Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz sei am 29. Februar 2024 der offizielle Startschuss zur Erstellung der kommunalen Wärmeplanung erfolgt. Diese werde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Frühzeitige Planungs- und Investitionssicherheit

Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen sollen mit der kommunalen Wärmeplanung frühzeitig Planungs- und Investitionssicherheit erhalten. Mit der kommunalen Wärmeplanung werde die Frage geklärt, welches Heizsystem und welcher Energieträger im Quartier die gesetzlichen Vorgaben nach dem neuen Heizungsgesetz erfüllen. Es werde ein technologieoffener Ansatz bei der Erstellung verfolgt, der neben einer zentralen Wärmeversorgung mit Fern- oder Nahwärmenetzen auch dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder industrielle Abwärmepotenziale betrachtet.
Entsprechend besitzen die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft eine wichtige Rolle im Prozess. Lutz Denken, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf, betont: „Die Kreishandwerkerschaft Düsseldorf befürwortet eine zuverlässige kommunale Wärmeplanung. Unsere Mitgliedsbetriebe bieten individuelle Beratung zu Maßnahmen für eine effiziente Wärmeversorgung und unterstützen bei der Umsetzung. Unsere Expertise trägt dazu bei, nachhaltige Energieinfrastrukturen in Düsseldorf zu etablieren.“

Enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure

Wichtig ist hierbei die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure. Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, stellt klar: „Die kommunale Wärmeplanung ist die Grundlage für eine klima- und umweltfreundliche Wärmeversorgung vor Ort. Nur in enger Kooperation mit den lokalen Handwerksbetrieben können innovative Lösungen entwickelt werden, um energetische Sanierungsmaßnahmen zu fördern und erneuerbare Energien zu nutzen. Daher muss auch die kommunale Wärmeplanung in enger Abstimmung mit dem Handwerk erfolgen. Die Stadt Düsseldorf geht hier mit einem guten Beispiel voran.“
Die Industrie- und Handelskammer sei darüber hinaus ein wichtiger Interessensvertreter, um die Planungs- und Versorgungssicherheit mit Wärme für die Betriebe zu gewährleisten. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf: „Für die Wirtschaft ist die Planungssicherheit das wichtigste Gut. Nachdem die Bundesregierung in der Vergangenheit bei Klimaschutzmaßnahmen für große Verunsicherung gesorgt hat, begrüßen wir das Vorgehen der Landeshauptstadt sehr, die kommunale Wärmeplanung im Schulterschluss mit der Wirtschaft zu diskutieren und umzusetzen. Als Industrie- und Handelskammer nehmen wir gerne die Interessenvertretung unserer zahlreichen Mitgliedsbranchen wahr und informieren unsere Unternehmen über die konkreten Handlungsschritte sowie Fördermöglichkeiten, um nachhaltige Technologien einzusetzen und die energetische Transformation voranzutreiben.“

Wichtiger Ansprechpartner

Der Stadt zufolge ist für Bürgerinnen und Bürger, die auf dem Weg zu einer adäquaten Wärmeversorgung die richtige Entscheidung treffen möchten, die Verbraucherzentrale NRW als unabhängige Beratungsinstitution wiederum ein wichtiger Ansprechpartner. Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, erklärt: „Die Verbraucherzentrale NRW unterstützt eine sorgfältige kommunale Wärmeplanung. Eine breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Förderung innovativer Technologien sind dabei entscheidend. Ziel ist es, eine effiziente, nachhaltige und bezahlbare Wärmeversorgung für alle Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.“





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