BonnPositive Bilanz zum Klimaplan

Vor einem Jahr ist der Bonner Klimaplan 2035 beschlossen worden.
v.l.: Raphael Karutz, Leiter der Stabsstelle Bürgerbeteiligung; Monika Hallstein, Leiterin des Programmbüros Klimaneutrales Bonn; Oberbürgermeisterin Katja Dörner; SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes
(Bildquelle: Sascha Engst/Bundesstadt Bonn)

Vor einem Jahr ist der Bonner Klimaplan 2035 beschlossen worden.
v.l.: Raphael Karutz, Leiter der Stabsstelle Bürgerbeteiligung; Monika Hallstein, Leiterin des Programmbüros Klimaneutrales Bonn; Oberbürgermeisterin Katja Dörner; SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes
(Bildquelle: Sascha Engst/Bundesstadt Bonn)
Vor einem Jahr hat der Rat der Stadt Bonn den Klimaplan 2035 beschlossen. Wie die Stadt Bonn mitteilt, zieht die Stadtverwaltung jetzt eine positive Bilanz, betont aber auch die bestehenden Herausforderungen. Der Klimaplan bestehe aus der Gesamtstrategie für den Weg zur Klimaneutralität in Bonn sowie dem „Arbeitsprogramm Klimaschutz“ mit fast 70 Aktivitäten, die die Stadt bis Ende 2025 umsetzen möchte. Damit sei er der Fahrplan auf dem gemeinsamen Weg zur Klimaneutralität in Bonn bis 2035.
Seit dem Zielbeschluss vor einem Jahr habe die Stadtverwaltung die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen deutlich intensiviert. Für die Arbeit am Klimaschutz hätten seitdem 23 zusätzliche Personen in unterschiedlichsten Bereichen der Stadtverwaltung gewonnen werden können.
Beitrag der Bürgerschaft
Auch die Bürgerinnen und Bürger Bonns leisteten einen immer größeren Beitrag zum Klimaschutz. Das zeige beispielsweise der enorme Anstieg beim Ausbau von Photovoltaik. „Man spürt, dass den Bürgerinnen und Bürgern Klimaschutz besonders am Herzen liegt. Tausende Privatpersonen haben im vergangenen Jahr neue Photovoltaikanlagen bei sich zu Hause in Betrieb genommen“, heißt es von der Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen). Angaben der Stadt Bonn zufolge hat sich im Jahr 2023 der Ausbau bei der Solarenergie verdreifacht. 2022 seien in Bonn noch 5.400 Kilowatt peak (kWp) neu ans Netz gegangen und 2023 seien ganze 16.800 kWp neu hinzugekommen.
Zwei Drittel der Aktivitäten aus dem Arbeitsprogramm der Verwaltung befänden sich bereits in der Umsetzung. Von den Klimaschutzmaßnahmen profitiere wiederum die Stadtgesellschaft, beispielsweise Sportvereine. So ständen für Mitgliedsvereine des Stadtsportbunds im Jahr 2024 zusätzlich 100.000 Euro Sportfördermittel für Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit bereit, etwa für die Ersatzbeschaffung energieeffizienter Elektrogeräte oder die Anschaffung nachhaltiger Sportgeräte. Die Bonner Energie Agentur werde deutlich ausgebaut, um vor Ort zusätzliche Beratung in allen Stadtbezirken anbieten zu können. In der zweiten Jahreshälfte starte voraussichtlich der Wechsel zu smarten Heizungsthermostaten für Mieterinnen und Mieter. Zudem könnten die Menschen in Bonn weiterhin Fördermittel für Photovoltaikanlagen beantragen.
Empfehlungen ins Arbeitsprogramm integriert
Zahlreiche Beschlüsse aus der Politik und Empfehlungen aus dem Mitwirkungsverfahren „Bonn4Future – Wir fürs Klima“ seien im Jahr 2023 in das Arbeitsprogramm Klimaschutz eingearbeitet worden. Einige Ideen aus dem Mitwirkungsverfahren seien bereits umgesetzt. Dazu zähle der „Bonner Klimakompass“, ein digitales Dashboard, das lokale Klimakennwerte in Grafiken und Diagrammen abbildet. Unlängst sei die Klima-Website der Stadt mit umfangreichen Informationen und Beispielen neu aufgebaut worden, auch eine Kurzbroschüre und ein Informationsvideo zum Klimaplan ständen zur Verfügung. Damit trage die Stadt zur transparenten Darstellung der Informationen bei.
Gemeinsam mit ihren Konzerntöchtern habe die Stadt Bonn Einfluss auf rund 40 Prozent der gesamtstädtischen Treibhausgasemissionen. Mit der Studie „Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn“ liege den stadteigenen Unternehmen ein konkreter Maßnahmenkatalog zum Erreichen der Treibhausgasneutralität vor (wir berichteten). Die Stadtwerke Bonn (SWB) spielten beim Klimaschutz eine entscheidende Rolle, weil sie in den Bereichen Energie und Wasser, Bus und Bahn sowie bei der Müllverwertung die größten CO2-Emittenten im Stadtgebiet sind.
Wärmeplanung beauftragt
Olaf Hermes, Vorsitzender der SWB-Geschäftsführung, informierte über die vielfältigen Aktivitäten des Unternehmens: „Im SWB-Konzern stellen wir in allen Gesellschaften die Weichen in Richtung CO2-Neutralität. Die kommunale Wärmeplanung wird dabei helfen, Bonns CO2-Ausstoß zu reduzieren. Für eine noch effektivere Abfallverwertung planen wir den Bau eines Müllheizkraftwerks am heutigen Standort der Müllverbrennungsanlage. Bis Mitte des Jahres nehmen wir eine neue wasserstofffähige Turbine in unserem modernisierten Heizkraftwerk in Betrieb (wir berichteten). Zudem wird der Einsatz der Flusswasserwärmepumpe vorangetrieben und wir investieren in die Lade-Infrastruktur, die Elektrifizierung der Fahrzeuge und in die Attraktivität des ÖPNV insgesamt.“
Im Februar 2024 hat die Stadt Bonn die kommunale Wärmeplanung in Auftrag gegeben (wir berichteten). Zwischenergebnisse zu Wärmeversorgungsgebieten werden der Stadt zufolge schon diesen Herbst erwartet. Der finale Wärmeplan soll im ersten Quartal 2025 stehen. Der Wärmeplan werde den Bürgerinnen und Bürgern eine Orientierung geben, wie zukünftig klimaneutral geheizt werden kann.
Treibhausgasbilanz unterstreicht Handlungsbedarf
Die Stadtverwaltung habe ein umfassendes Konzept zur Mitwirkung im Klimaschutz in die politischen Gremien eingebracht. Zusammen mit den Menschen vor Ort sollen nachhaltige und innovative Lösungen für den Klimaschutz gefunden werden. Dabei setze die Stadt unter anderem auf Veranstaltungen, Vernetzung, Beratung und finanzielle Förderung. Auch Solidarität und Zusammenhalt in der Nachbarschaft sollen in den Klimavierteln gestärkt werden. Alle Bonnerinnen und Bonner seien eingeladen mitzuwirken
Die aktuelle Treibhausgasbilanzierung zeige für das Jahr 2021 eine Minderung um rund 31 Prozent im Vergleich zum ersten Bilanzierungsjahr 1990. Nach einem deutlichen pandemiebedingten Rückgang für das Jahr 2020 lägen die Emissionswerte 2021 in etwa auf dem Niveau von 2019. Die Zahlen verdeutlichten die Notwendigkeit einer gesamtstädtischen Strategie – wie der 2023 beschlossene Bonner Klimaplan sie darstellt – zur Erreichung der Klimaneutralität. Aufgrund der zeitverzögerten Verfügbarkeit der Daten könne die Wirksamkeit aktueller Klimaschutz-Maßnahmen erst in den Folgejahren abgebildet werden.
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