Dienstag, 10. Februar 2026

OstdeutschlandGemeinsam Verteilnetze ausbauen

[06.05.2024] Die Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland haben eine gemeinsame Netzausbauplanung veröffentlicht.
Das sind die Ziele der Verteilnetzbetreiber Ostdeutschlands für den gemeinsamen Netzausbau.

Das sind die Ziele der Verteilnetzbetreiber Ostdeutschlands für den gemeinsamen Netzausbau.

(Bildquelle: Arge FNB Ost)

Die ostdeutschen Bundesländer sind Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Verteilnetzbetreiber der Arbeitsgemeinschaft Flächennetzbetreiber Ost (ARGE FNB Ost), zu denen auch die Stadtwerke Berlin und Hamburg gehören, übernehmen eine Schlüsselrolle für das Gelingen der Energiewende. Der Netzausbau in der Region ist gesamtwirtschaftlich entscheidend, um Strom aus erneuerbaren Energien auch bei wachsender Erzeugung in das Stromnetz zu integrieren, nutzbar zu machen und die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr zu realisieren. Zum
30. April 2024 haben die Verteilnetzbetreiber der ARGE FNB Ost ihren jeweiligen Netzentwicklungsplan (NEP 2024) für das Hochspannungsnetz veröffentlicht.

Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau

Der Ausbau erfolgt nach dem Prinzip „Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau“ (NOVA): Zuerst wird geprüft, ob Kapazitätserhöhungen an bestehenden Leitungen möglich sind, zum Beispiel durch den Austausch von Leitseilen. Erst dann werden umfangreichere Ertüchtigungen von Umspannwerken und Leitungen durchgeführt und Neubauten geplant.
Die ARGE FNB Ost geht davon aus, dass die Verteilnetzbetreiber ihre Netzausbaupläne in den nächsten Jahren kontinuierlich weiterentwickeln werden, da die Netzplanung ein dynamischer Prozess ist, der ständig an veränderte Ziele, gesetzliche Vorgaben, aktuelle Entwicklungen und neue Erkenntnisse angepasst werden muss. So kann beispielsweise die regionale Ausgestaltung der kommunalen Wärmeplanung voraussichtlich erst ab dem Jahr 2026 in die Netzausbaupläne einfließen.

Digitale Lösungen vorangetrieben

Die Verteilnetzbetreiber sind sich daher bewusst, dass der Netzausbau eine permanente Herausforderung darstellt. Bereits heute stammen mehr als 100 Prozent der installierten Erzeugungsleistung in den Netzen der ARGE FNB Ost aus erneuerbaren Energiequellen. Derzeit werden digitale Lösungen für einen intelligenten Netzbetrieb vorangetrieben, Prozesse gestrafft, mehr Fachkräfte eingestellt und qualifiziert, weitere Dienstleister unter Vertrag genommen und Beschaffungsstrategien angepasst. Dabei sehen sich die Unternehmen mit knappen Ressourcen, dem demografischen Wandel und langwierigen Genehmigungsverfahren konfrontiert. Diese Rahmenbedingungen beeinflussen das Tempo des Netzausbaus.
Die ARGE FNB OST appelliert daher auch an die Politik, konsistente Vorgaben und Rahmenbedingungen zu schaffen und die gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen zu überprüfen und anzupassen. Im Interesse der Menschen und des Wirtschaftsstandorts Ostdeutschland sollte ein sicherer, kostengünstiger und klimafreundlicher Energiemix aus Strom und erneuerbaren Energien genutzt werden. Die Planung von Maßnahmen muss auch im Mittelspannungsbereich vereinfacht werden. Darüber hinaus sind regionale Speicherlösungen in erheblichem Umfang erforderlich, um den Erzeugungszuwachs zumindest teilweise aufzufangen, bis das Hoch- und Höchstspannungsnetz ausreichend ausgebaut ist. Im Sinne einer effizienten Netzplanung und eines effizienten Netzausbaus muss der weitere Zubau von großen Photovoltaik-Freiflächenanlagen in der Planungsregion Ost besser gesteuert werden. Entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen sollten zeitnah geschaffen werden.

Abstimmung mit 50Hertz

Darüber hinaus soll in enger Abstimmung mit der 50Hertz Transmission GmbH und den nachgelagerten Verteilnetzbetreibern eine Konzentration auf die dringlichsten Maßnahmen erfolgen. Darüber hinaus werden neue Maßnahmen hinzukommen, die sich nicht aus dem Regionalszenario ergeben und nicht im NEP enthalten sind.
Der NEP 2024 basiert auf den Untersuchungen des gemeinsamen Regionalszenarios vom Juni 2023, die zeigen, mit welchen Versorgungsaufgaben die in der Planungsregion Ost organisierten Verteilnetzbetreiber bis 2045 rechnen. Unter anderem wird deutlich, dass die hohe Erzeugung aus Erneuerbare-Energien-Anlagen nicht zu jedem Zeitpunkt mit dem Verbrauch der Netzkunden übereinstimmt, obwohl auch der Verbrauch durch die Zunahme von Wärmepumpen und Elektromobilität stark ansteigen wird.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...

Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen

[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...

TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet

[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...

Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet

[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...

Schleswig-Holstein: Strategiepapier für mehr Netz-Flexibilität

[28.11.2025] Ein neues Strategiepapier soll mehr Flexibilität beim Netzanschluss schaffen und Engpässe bei der Energiewende vermeiden. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Energiewendeministeriums sollen dafür Vergaberegeln, Anschlussverfahren und die Nutzung bestehender Netzpunkte grundlegend überarbeitet werden. mehr...

Hamburg: Projekt zur Netzsteuerung gestartet

[24.11.2025] In Hamburg startet das Leitprojekt FARFALLE, das eine präzisere und fairere Netzsteuerung nach §14a EnWG ermöglichen soll. Die Partner entwickeln dafür ein Verfahren, das steuerbare Verbrauchseinrichtungen gezielt statt pauschal drosselt und so Engpässe effizienter beseitigt. mehr...

interview

Langmatz: Plastik schlägt Beton

[17.11.2025] Warum Kabelschächte aus Kunststoff langfristig die bessere Wahl sind und welche Vorteile sich daraus für Tiefbauunternehmen, Netzbetreiber und Kommunen ergeben, erklärt Dieter Mitterer, einer der beiden Geschäftsführer von Langmatz, im Interview. mehr...

TransnetBW: Forschungsprojekt zur digitalen Vernetzung gestartet

[13.11.2025] Mit DataFleX startet unter der Leitung von Tennet Germany ein neues Forschungsprojekt zur digitalen Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Ziel ist es, dezentrale Energieflexibilitäten erstmals sektorenübergreifend nutzbar zu machen und damit Netzstabilität, Klimaschutz und Bezahlbarkeit zu sichern. mehr...

50Hertz: Neue Netzanschlüsse geplant

[12.11.2025] Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat Netzanschlüsse für Projekte mit einer Gesamtleistung von fast 30 Gigawatt zugesagt – ein Rekord in der Unternehmensgeschichte. Neben Wind- und Solarparks sollen auch Großbatterien, Elektrolyseure und Rechenzentren ans Netz gehen. mehr...