Mittwoch, 18. März 2026

Pfalzwerke88 Millionen Gewinn

[16.05.2024] Der Ludwigshafener Pfalzwerke-Konzern bleibt auf Erfolgskurs und behauptet sich in einem schwierigem Marktumfeld.

Der Pfalzwerke-Konzern hat seine Strategie im Geschäftsjahr 2023 umgesetzt und ein operatives Ergebnis von 88,1 Millionen Euro erwirtschaftet. „Unser Ergebnis verdanken wir vorausschauender Planung und konsequentem Handeln, das auf zukunftsfähige Lösungen für eine digitale Energiewende und eine nachhaltige Zukunft setzt“, sagte Paul Anfang, Vorstand der Pfalzwerke AG. Mit dem erwirtschafteten Ergebnis werden der Ausbau der erneuerbaren Energien, der dazugehörigen Netzinfrastruktur sowie der Elektromobilität und neuer, von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) gestützter Geschäftsmodelle weiter erfolgreich vorangetrieben.
Hohe Inflation, steigende Zinsen, Lieferengpässe und die Abkühlung der Weltkonjunktur stellten auch die Energiewirtschaft im Jahr 2023 vor große Herausforderungen. In diesem energiepolitisch und marktlich hochvolatilen Umfeld konnte der Pfalzwerke-Konzern seinen eingeleiteten Weg zu höchster Versorgungssicherheit und großem Kundennutzen weiter fortsetzen. Die Pfalzwerke wollen sich dabei konsequent als nachhaltiger, innovativer und wachstumsorientierter Gestalter etablieren.
Bei dieser Entwicklung wurden 2023 vier Schwerpunkte gesetzt: „Zum einen haben wir unsere Vertriebsorganisation neu ausgerichtet. Bisherige Geschäftsfelder wie Vertrieb und Handel sowie Energiedienstleistungen wurden gebündelt und in neue Vertriebsbereiche Privatkunden, Geschäftskunden und Elektromobilität überführt“, informiert Marc Mundschau, Vorstand der Pfalzwerke. „Durch diese vertriebliche Neuaufstellung mit ganzheitlichen Angeboten für ihre Bedürfnisse versetzen wir unsere Kunden in die Lage, ihre persönliche Energie- und Mobilitätswende individuell umzusetzen.“ Weitere Schwerpunkte im Jahr 2023 waren die Entwicklung eines konzernweiten Dekarbonisierungspfads mit dem Ziel Klimaneutralität 2040, verstärkte Investitionen in eine digitalisierte und leistungsfähige Netzinfrastruktur sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf der Basis von Digitalisierung und KI.

Netzinfrastruktur, E-Mobilität und erneuerbare Energien

Um den nachhaltigen Unternehmenserfolg zu sichern, investierte der Pfalzwerke-Konzern 2023 rund 164 Millionen Euro in seine Zukunftsfelder. Davon entfielen allein 78 Millionen Euro auf das für die Energiewende wichtige Stromnetz der Pfalzwerke Netz AG. Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und dem damit verbundenen Ausbau der Erneuerbaren spielen stabile Verteilnetze bei stark schwankenden Energiemengen eine entscheidende Rolle. Denn mehr Photovoltaik- und Windenergieanlagen bedeuten volatile Energiemengen, da die Sonne nicht gleichmäßig scheint und der Wind nicht gleich stark weht. An das Netz der Pfalzwerke Netz AG waren Ende 2023 rund 40.000 Photovoltaikanlagen, 332 Windenergieanlagen, 48 Wasserkraftanlagen sowie 32 Biomasseanlagen angeschlossen, die insgesamt über eine installierte Leistung von mehr als 1.680 Megawatt (MW) verfügen. „Dies erfordert eine digitalisierte und leistungsfähige Netzinfrastruktur“, betont Paul Anfang auf der Hauptversammlung. „Als Energieversorger und Verteilnetzbetreiber betreiben die Pfalzwerke und die Pfalzwerke Netz daher große Anstrengungen, um auch künftig die zuverlässige Versorgung ihrer Kunden sicherzustellen.“
Ein weiterer Investitionsschwerpunkt war mit über 30 Millionen Euro der Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektromobilität. Die Pfalzwerke kooperieren hier erfolgreich mit Partnern, wie zum Beispiel Hornbach, Decathlon, REWE Südwest oder dem Möbelunternehmen XXXLutz. Gemeinsam mit XXXLutz werden 80 Standorte mit Schnelllade-Infrastruktur ausgestattet. Für das Deutschlandnetz haben die Pfalzwerke eine Ausschreibung für 400 Ladepunkte an 40 Standorten in mehreren Bundesländern gewonnen. Insgesamt gibt es inzwischen rund 1.400 eigene öffentliche Ladepunkte an 330 Standorten in ganz Europa. Der Fokus liegt dabei auf Schnellladepunkten an stark frequentierten Orten. „Eine strategische Investition in diesem Bereich war auch die Beteiligung an der österreichischen EnerCharge GmbH. Das Unternehmen hat eine eigene Schnellladesäulen-Fertigung und bietet außerdem Hard- und Software im Bereich Ladelösungen an“, so Paul Anfang.

Wärmewende aus einer Hand

Ein wichtiger Faktor für Energiewende und Klimaschutz ist auch der Bereich Wärme. „In diesem Geschäftsfeld haben wir 2023 unsere vertriebliche Neuausrichtung abgeschlossen, mit künftigem Schwerpunkt auf die Immobilienwirtschaft mit Wohn- und Gewerbequartieren sowie auf Wärmelösungen für Industrie und Gewerbe“, informiert Marc Mundschau. So werde ein gerade in Umsetzung befindliches Quartier mit rund 450 Wohneinheiten ausschließlich regenerativ mit Wärme aus Wärmepumpen versorgt – entsprechend den gesetzlichen Vorgaben. Mit Produkten aus einer Hand unterstützt die Pfalzwerke-Gruppe die Energiewende eines Geschäftskunden aus der Region: Er erhält Ökostrom und eine Photovoltaikanlage – und im Jahr 2024 wird seine Ölheizung durch eine effiziente Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit 500 Kilowatt (kW) Leistung ersetzt, die ihre thermische Energie aus dem Grundwasser bezieht.

Neuausrichtung soll weiteres Wachstum bringen

Große Herausforderungen für das Jahr 2024 seien nun zum einen der weiterwachsende Fachkräftemangel. „Wir rechnen bis 2030 mit einem Ersatzbedarf von 600 Stellen, die wir adäquat besetzen müssen, um unsere strategischen Ziele zu erreichen. Deshalb wollen wir unsere Arbeitgeberattraktivität etwa durch Weiterbildungsprogramme, mobiles Arbeiten oder ein Gesundheitsportal erhöhen. Und wir wollen beim Recruiting von Fachkräften aus dem Ausland mit der Bundesagentur für Arbeit und der Hochschule Trier kooperieren“, informiert Paul Anfang. Trotz der angespannten Lage am Arbeitsmarkt gehörten Ende 2023 insgesamt 1.469 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Pfalzwerke-Konzern – das sind 43 Personen mehr als im Vorjahr.
Eine weitere Herausforderung für 2024 bleibe die Volatilität am Energiemarkt. „Wichtig sind aus unserer Sicht auch Maßnahmen der Politik, um künftig den Preisdruck vor allem in den so genannten Dunkelflauten zu reduzieren, also denjenigen Stunden, die nicht durch Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien abgedeckt sind. Entscheidend wird hier sein, ob und wie die Bundesregierung den angekündigten Neubau von bis zu 50 neuen Gaskraftwerken angehen wird“, betont Marc Mundschau. Und Paul Anfang schließt: „Trotz weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen sind wir als Pfalzwerke-Konzern für die sehr dynamische Entwicklung im Energiemarkt gut gerüstet. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Wachstumsgeschäftsmodelle im Bereich Wärme, Elektromobilität und erneuerbare Energien weiter voranzutreiben und dabei immer unsere Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.“





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