Samstag, 8. August 2026

Fraunhofer ISEIn Kombination günstiger

[07.08.2024] Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigt, dass Photovoltaikanlagen in Kombination mit Batteriespeichern inzwischen deutlich günstiger Strom produzieren als Kohle- oder Gaskraftwerke.
Stromgestehungskosten für erneuerbare Energien und konventionelle Kraftwerke an Standorten in Deutschland im Jahr 2024.

Stromgestehungskosten für erneuerbare Energien und konventionelle Kraftwerke an Standorten in Deutschland im Jahr 2024.

(Bildquelle: Fraunhofer ISE)

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE berechnet seit 2010 die Stromgestehungskosten – also die durchschnittlichen Erzeugungskosten pro Kilowattstunde Strom. In diesem Jahr wurde die Analyse erstmals auf Agrar-Photovoltaik, Wasserstoffkraftwerke und neue Kernkraftwerke ausgeweitet. Neben der aktuellen Kostensituation im Jahr 2024 geben die Wissenschaftler auch eine Prognose bis zum Jahr 2045 ab.
Die Stromgestehungskosten von Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Onshore-Windenergieanlagen liegen laut Studie zwischen 4,1 und 9,2 Cent pro Kilowattstunde und sind damit die günstigsten Technologien zur Stromerzeugung in Deutschland. PV-Batteriesysteme variieren je nach Standort und Kosten der Batteriesysteme zwischen 6,0 und 22,5 Cent pro Kilowattstunde.
Die Studie berücksichtigt auch die zukünftige Kostenentwicklung verschiedener Kraftwerkstechnologien. Bis 2045 könnten die Stromgestehungskosten für kleine PV-Dachanlagen auf 4,9 bis 10,4 Cent pro Kilowattstunde sinken, PV-Freiflächenanlagen könnten Kosten von 3,1 bis 5,0 Cent pro Kilowattstunde erreichen. Windenergieanlagen, die im Jahr 2045 neu gebaut werden, könnten Onshore zu Kosten von 3,7 bis 7,9 Cent pro Kilowattstunde Strom erzeugen, Offshore zu noch niedrigeren Kosten. Dies ist vor allem durch größere Anlagen und eine höhere Anzahl von Volllaststunden möglich.
Trotz der niedrigen Kosten der erneuerbaren Energien betont die Studie die Notwendigkeit flexibel regelbarer Kraftwerke als Back-up. Diese Kraftwerke, wie Biogas- und Biomasseanlagen, haben jedoch deutlich höhere Stromgestehungskosten. Bei Biogas liegen sie zwischen 20,2 und 32,5 Cent pro Kilowattstunde, bei Biomasse zwischen 11,5 und 23,5 Cent pro Kilowattstunde. Mit Wasserstoff betriebene Gas- und Dampfturbinenkraftwerke könnten im Jahr 2030 Strom zu Kosten von 23,6 bis 43,3 Cent pro Kilowattstunde erzeugen.
„Die Berechnungen zeigen, dass die derzeit in Deutschland laufenden Großprojekte mit einer Kombination aus PV-Freiflächenanlagen, Windparks und stationären Batteriespeichern eine gute Investition sind“, sagt Christoph Kost, Abteilungsleiter Energiesystemanalyse am Fraunhofer ISE und Hauptautor der Studie. „Durch die Kombination können Netzkapazitäten besser ausgenutzt werden“, so der Wissenschaftler.



Stichwörter: Politik, Fraunhofer ISE


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen

[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...

Bundesregierung: StromVKG verabschiedet

[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...

EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten

[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...

Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen

[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...

Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket

[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...

Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK

[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...

EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche

[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...

bericht

Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins

[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...

Naturstrom: Weniger Negativpreise

[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...

Ein großer Mobilkran richtet auf einer Freifläche am Waldrand einen Gittermast einer Hochspannungsfreileitung auf. Mehrere Monteure begleiten die Montage, während weitere Mastsegmente am Boden bereitliegen. Über der Baustelle erstreckt sich ein blauer Himmel mit großen weißen Wolken.

TenneT: Bund steigt ein

[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...

Großer Solarpark mit langen Reihen von Photovoltaikmodulen vor mehreren Windenergieanlagen. Die Anlage erstreckt sich über eine offene Landschaft unter einem wolkigen Himmel und veranschaulicht die kombinierte Nutzung von Solar- und Windenergie zur Stromerzeugung.

BDEW/ZSW: BDEW/ZSW

[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...

Gedämmte Fernwärmeleitungen verlaufen in mehreren Bögen über das Außengelände einer Energieanlage. Die groß dimensionierten silberfarbenen Rohre führen entlang eines modernen Technikgebäudes und veranschaulichen die Infrastruktur eines Wärmenetzes.

Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung

[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...

Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle

[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...

Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang

[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...