Mittwoch, 29. April 2026

SmightStudie zum Energiewirtschaftsgesetz

[30.10.2025] Eine gemeinsame Studie von Horizonte Group und Smight vergleicht erstmals verschiedene Strategien zur Umsetzung des § 14a EnWG. Das Ergebnis: Stationsmesstechnik erweist sich in fast allen Szenarien als deutlich wirtschaftlicher als ein rein auf intelligente Messsysteme gestützter Ansatz.

Je nach Netzart und Messart ergeben sich unterschiedliche Kostengrößen.

(Bildquelle: SMIGHT GmbH)

Der Einsatz von Stationsmesstechnik ist bei der Umsetzung des § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in den meisten Fällen die wirtschaftlichste Lösung. Das zeigt eine jetzt veröffentlichte Studie der Horizonte Group und Smight. Die Analyse vergleicht auf Basis der VDE-FNN-Empfehlung unterschiedliche Strategien zur Netzzustandsermittlung – von der reinen Berechnung über intelligente Messsysteme (iMSys) bis zur direkten Messung in Ortsnetzstationen.

Wie Smight berichtet, ergeben sich erhebliche Unterschiede in den Gesamtkosten. In einem modellierten Verteilnetz mit 1.000 Ortsnetzstationen, jeweils sieben Abgängen und 210.000 Messstellen wurden die Kosten über einen Zeitraum von acht Jahren berechnet. Dabei zeigte sich: Kombiniert man Messungen in Ortsnetzstationen mit TAF-10-Daten aus 15 Prozent der iMSys-Messstellen, summieren sich die Gesamtkosten auf rund 13 Millionen Euro. Ein vollständig iMSys-basierter Ansatz führt hingegen zu etwa 49 Millionen Euro – also nahezu vierfachen Kosten.

Untersucht wurden alle drei vom FNN definierten Netztypen: Strahlennetze, vermaschte und eng vermaschte Strukturen. In fast allen Fällen liegt der stationsbasierte Ansatz vorn. Nur in eng vermaschten Netzen kann die Wirtschaftlichkeit vom Anteil verpflichtend ausgerollter iMSys abhängen. Sinkt die Roll-out-Quote unter 30 Prozent, bleibt auch hier die Stationsmessung die günstigere Option.

„Da Messtechnik für § 14a ohnehin erforderlich ist, ist es nur konsequent, der Option 2 der VDE-FNN-Empfehlung zu folgen und Engpässe zunächst über Messungen zu identifizieren“, sagt Oliver Deuschle, Geschäftsführer von Smight. Stationsmesstechnik ermögliche zudem eine schnellere Umsetzung, da weniger Betriebsmittel betroffen seien und diese im direkten Zugriff der Netzbetreiber lägen. Tobias Linnenberg, Manager bei der Horizonte Group, ergänzt: „Stationsmesstechnik schafft nicht nur eine wirtschaftliche Umsetzung, sondern liefert gleichzeitig belastbare Daten für Netzbetrieb, Planung und zukünftige Anwendungen.“

Ein Webinar zur Studie steht auf YouTube zur Verfügung. Verteilnetzbetreiber können dort auch eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse auf Basis eigener Netzdaten anfordern.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart Metering

Voltaris: Neue Zählerprüfanlage in Betrieb genommen

[24.04.2026] Voltaris hat in Merzig eine neue digitale Zählerprüfanlage mit 20 zusätzlichen Prüfplätzen in Betrieb genommen. Die Erweiterung reagiert auf steigende Stückzahlen durch den Smart-Meter-Roll-out und erhöht die Prüfkapazität deutlich. mehr...

BDEW: Smart Meter Roll-out erreicht Zielquote

[01.04.2026] Der Roll-out intelligenter Messsysteme in Deutschland hat 2025 deutlich an Fahrt gewonnen und die gesetzliche Zielquote erreicht. Neue Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen den Fortschritt – und werfen zugleich einen Blick auf verbleibende Hürden bei einzelnen Unternehmen. mehr...

Voltaris: Neues Kernmodul für Steuerung im intelligenten Messwesen

[31.03.2026] Voltaris führt mit aEMT Basis ein neues Kernmodul für die Steuerung im CLS-Umfeld ein. Die Lösung soll Stadtwerke beim wachsenden Steuer-Roll-out unterstützen und zentrale Prozesse der intelligenten Netzintegration vereinfachen. mehr...

Stadtwerke Bernau: Pflicht-Roll-out-Quote erreicht

[27.03.2026] Die Stadtwerke Bernau erreichen die gesetzliche Quote beim Smart Meter Roll-out und starten die nächste Ausbaustufe. Der weitere Ausbau sowie ein freiwilliges Angebot ab 2026 zeigen, wie sich der Messstellenbetrieb strategisch neu aufstellt. mehr...

Hager: Anpassung an novellierte Vorgaben

[24.03.2026] Die novellierte VDE-AR-N 4100:2026-04 bringt neue Anforderungen für Zähleranlagen und erstmals klare Vorgaben für Wandleranlagen. Hager reagiert darauf mit angepassten Systemen und digitalen Planungstools, die Elektroinstallateuren die Umsetzung erleichtern sollen. mehr...

GISA/TMZ: Fortsetzung der Zusammenarbeit

[12.03.2026] GISA stellt Thüringer Mess- und Zählerwesen Service künftig auch das Management steuerbarer lokaler Systeme (CLS) vollständig als Software-as-a-Service bereit. Mit der Verlängerung ihrer Smart-Metering-Partnerschaft um fünf Jahre bauen beide Unternehmen ihre gemeinsame Plattform für Gateway-Administration und Messdatenmanagement weiter aus. mehr...

enercity Netz/EnBW: Migration von knapp 21.000 intelligenten Messsystemen

[11.02.2026] enercity Netz hat den bundesweit bislang größten Wechsel eines Gateway-Administrators für Smart-Meter-Gateways abgeschlossen. Rund 21.000 intelligente Messsysteme wurden dabei in vergleichsweise kurzer Zeit und mit niedriger Verlustquote zu EnBW Utility Services migriert. mehr...

Smart-Meter-Initiative: Atlas zum Ausbau veröffentlicht

[10.02.2026] Der neue Smart-Meter-Atlas der Smart-Meter-Initiative macht den Stand des Pflicht-Roll-outs intelligenter Messsysteme nach Netzgebieten sichtbar. Die aktuellen Daten zeigen deutliche regionale Unterschiede, mit Berlin an der Spitze und strukturellen Problemen vor allem bei kleineren Betreibern. mehr...

E-world: rku․it legt Schwerpunkt auf SMGWA

[02.02.2026] rku․it will auf der E-world 2026 neue Plattform- und Managed-Services-Lösungen für die Energiewirtschaft vorstellen. Im Fokus stehen unter anderem Smart Meter Gateway Administration, Automatisierung und KI-gestützte Prozesse. mehr...

Power Plus Communications: GWA-System steuert vier Wallboxen gleichzeitig

[23.01.2026] Vier Wallboxen wurden erstmals parallel über ein SMGWplus aus einem GWA-System gesteuert. Der Test zeigt, dass die Lösung skalierbar ist und die Steuerung im Energienetz praxistauglich erweitert werden kann. mehr...

BSI: Richtlinie für Smart Meter Gateways überarbeitet

[19.12.2025] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Technische Richtlinie TR-03109-6 für die Administration von Smart Meter Gateways überarbeitet. Die neue Version 2.0 wird mit der nächsten Zertifizierung der Gateway-Administrator-Systeme ab 2027 verbindlich. mehr...

PPC: Breitband Powerline für die Kommunikationsinfrastruktur

[19.12.2025] In Rheinland-Pfalz haben Pfalzwerke Netz und die PPC-Tochter Coms4Grid den Roll-out einer breitbandigen Powerline-Kommunikationslösung für Energienetze gestartet. Das WAN-as-a-Service-Projekt soll bis 2026 auf insgesamt 15.000 Endpunkte anwachsen und die Digitalisierung der Netzinfrastruktur vorantreiben. mehr...

smartOPTIMO/peerMetering: Entwicklung einer Funklösung zur intelligenten Messinfrastruktur

[24.10.2025] Das Osnabrücker Start-up peerMetering hat gemeinsam mit smartOPTIMO eine Funklösung entwickelt, die den Smart Meter Roll-out in Mehrfamilienhäusern vereinfachen soll. Durch die Verbindung von bis zu 30 digitalen Zählern mit nur einem Gateway wird der Einbau kostengünstiger und schneller – ohne Eingriffe in die Gebäudestruktur. mehr...

GreenPocket/Hausheld: Kooperation für Beschleunigung des Smart Meter Roll-outs

[23.10.2025] Die Unternehmen GreenPocket und Hausheld bündeln ihre Kompetenzen, um den Smart Meter Roll-out in Deutschland zu beschleunigen. Ziel der Partnerschaft ist eine integrierte Lösung, die Stadtwerken eine wirtschaftlich tragfähige Digitalisierung der Energiedaten ermöglicht. mehr...