Sonntag, 1. November 2026

SmightStudie zum Energiewirtschaftsgesetz

[30.10.2025] Eine gemeinsame Studie von Horizonte Group und Smight vergleicht erstmals verschiedene Strategien zur Umsetzung des § 14a EnWG. Das Ergebnis: Stationsmesstechnik erweist sich in fast allen Szenarien als deutlich wirtschaftlicher als ein rein auf intelligente Messsysteme gestützter Ansatz.

Je nach Netzart und Messart ergeben sich unterschiedliche Kostengrößen.

(Bildquelle: SMIGHT GmbH)

Der Einsatz von Stationsmesstechnik ist bei der Umsetzung des § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) in den meisten Fällen die wirtschaftlichste Lösung. Das zeigt eine jetzt veröffentlichte Studie der Horizonte Group und Smight. Die Analyse vergleicht auf Basis der VDE-FNN-Empfehlung unterschiedliche Strategien zur Netzzustandsermittlung – von der reinen Berechnung über intelligente Messsysteme (iMSys) bis zur direkten Messung in Ortsnetzstationen.

Wie Smight berichtet, ergeben sich erhebliche Unterschiede in den Gesamtkosten. In einem modellierten Verteilnetz mit 1.000 Ortsnetzstationen, jeweils sieben Abgängen und 210.000 Messstellen wurden die Kosten über einen Zeitraum von acht Jahren berechnet. Dabei zeigte sich: Kombiniert man Messungen in Ortsnetzstationen mit TAF-10-Daten aus 15 Prozent der iMSys-Messstellen, summieren sich die Gesamtkosten auf rund 13 Millionen Euro. Ein vollständig iMSys-basierter Ansatz führt hingegen zu etwa 49 Millionen Euro – also nahezu vierfachen Kosten.

Untersucht wurden alle drei vom FNN definierten Netztypen: Strahlennetze, vermaschte und eng vermaschte Strukturen. In fast allen Fällen liegt der stationsbasierte Ansatz vorn. Nur in eng vermaschten Netzen kann die Wirtschaftlichkeit vom Anteil verpflichtend ausgerollter iMSys abhängen. Sinkt die Roll-out-Quote unter 30 Prozent, bleibt auch hier die Stationsmessung die günstigere Option.

„Da Messtechnik für § 14a ohnehin erforderlich ist, ist es nur konsequent, der Option 2 der VDE-FNN-Empfehlung zu folgen und Engpässe zunächst über Messungen zu identifizieren“, sagt Oliver Deuschle, Geschäftsführer von Smight. Stationsmesstechnik ermögliche zudem eine schnellere Umsetzung, da weniger Betriebsmittel betroffen seien und diese im direkten Zugriff der Netzbetreiber lägen. Tobias Linnenberg, Manager bei der Horizonte Group, ergänzt: „Stationsmesstechnik schafft nicht nur eine wirtschaftliche Umsetzung, sondern liefert gleichzeitig belastbare Daten für Netzbetrieb, Planung und zukünftige Anwendungen.“

Ein Webinar zur Studie steht auf YouTube zur Verfügung. Verteilnetzbetreiber können dort auch eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse auf Basis eigener Netzdaten anfordern.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart Metering

Smart-Meter-Initiative: Interesse an dynamischen Stromtarifen wächst

[30.10.2026] Dynamische Stromtarife werden bekannter, doch bislang nutzen sie nur drei Prozent der Deutschen. Weitere 15 Prozent würden gerne einen solchen Tarif abschließen, wie eine YouGov-Umfrage zeigt. Der geringe Smart Meter Roll-out bremst jedoch die Verbreitung. mehr...

Smart Meter Light: Messstellenbetreiber wollen bestehende Gateways nutzen

[22.10.2026] Mehrere wettbewerbliche Messstellenbetreiber schlagen vor, Smart Meter Light auf Basis bestehender Smart-Meter-Gateways einzuführen. Durch die gemeinsame Nutzung der Geräte an räumlich getrennten Messstellen sollen die Kosten sinken und der Roll-out beschleunigt werden. mehr...

bericht

Smart Metering: GWA-Wechsel unter Zeitdruck ­erfolgreich ­gemeistert

[15.10.2026] Der Wechsel der Gateway-Administration ist für Energieversorger eine Herausforderung. Alliander und Kisters haben innerhalb kurzer Zeit gleich drei solcher Migrationen umgesetzt und dabei Erfahrungen gesammelt, die auch für zukünftige Wechsel relevant sind. mehr...

EWE Netz: Smart-Meter-Ausbau über Bundesschnitt

[30.09.2026] EWE Netz hat nach eigenen Angaben 12,1 Prozent seiner Messstellen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Damit lag der Anteil Ende Juni rund doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. mehr...

PwC-Studie: Smart-Meter-Roll-out mit Schwächen im Prozess

[28.09.2026] Der Smart Meter Roll-out in Deutschland hat das gesetzliche Etappenziel für Ende 2025 übertroffen. Eine PwC-Studie zeigt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Messstellenbetreibern und Schwächen bei Planung, Einbau und Kundenfeedback. mehr...

Smart-Meter-Initiative: Roll-out kommt nur langsam voran

[23.09.2026] Der Smart Meter Roll-out ist im ersten Halbjahr 2026 langsamer vorangekommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stieg die Roll-out-Quote bis Ende Juni auf 5,9 Prozent. mehr...

Smart-Meter-Initiative: Anbieter kritisieren Westnetz

[22.09.2026] Die in der Smart-Meter-Initiative zusammengeschlossenen Energieanbieter beklagen Probleme beim Smart-Meter-Betrieb im Netzgebiet von Westnetz. Fehlende oder widersprüchliche Messdaten führten dazu, dass Kunden nicht auf Basis ihres tatsächlichen Verbrauchs abgerechnet werden können. mehr...

Smart Meter Roll-out: Gateway für Schleupen-Systeme freigegeben

[09.09.2026] Das Smart Meter Gateway von Sagemcom Dr. Neuhaus ist in die Whitelist des Software-Anbieters Schleupen aufgenommen worden. Damit kann das Gerät in der Schleupen-Systemlandschaft eingesetzt werden. mehr...

BBH-Gruppe/co.met: Digitale Lösung für den Smart Meter Roll-out

[09.09.2026] Die BBH-Gruppe und co.met verknüpfen ihre digitalen Systeme, um Messstellenbetreiber bei Zutrittsproblemen im Smart Meter Roll-out zu unterstützen. Die gemeinsame Lösung soll die operative Bearbeitung mit der rechtlichen Durchsetzung von Zutrittsrechten verbinden. mehr...

metering days: Den Smart Meter Roll-out vorantreiben

[31.08.2026] Die metering days 2026 befassen sich mit dem beschleunigten Smart Meter Roll-out und der Digitalisierung der Stromverteilnetze. Im Mittelpunkt stehen auch mögliche neue Vorgaben der Bundesregierung, europäische Pläne und Kooperationen von Stadtwerken. mehr...

Hertener Stadtwerke: Smart Meter Roll-out läuft

[21.08.2026] Die Hertener Stadtwerke haben inzwischen rund 1.250 intelligente Messsysteme installiert und die gesetzliche Ausbauquote erreicht. Nun bereiten sie den nächsten Schritt vor: die Erprobung von Steuerboxen für die netzorientierte Steuerung. mehr...

rku.it: SMGWA Roadshow macht Station in Dortmund und Ludwigshafen

[21.08.2026] rku.it setzt seine SMGWA Roadshow im September in Dortmund und im November in Ludwigshafen fort. Im Mittelpunkt stehen der Smart Meter Roll-out, regulatorische Anforderungen und weitere Digitalisierungsthemen für Stadtwerke und andere Energieversorger. mehr...

Smart-Meter-Initiative: Leitlinien für Smart Meter Light vorgelegt

[27.07.2026] Die Smart-Meter-Initiative hat technische Leitlinien für ein kostengünstiges Smart Meter Light vorgelegt. Das Konzept soll den Roll-out für Haushalte ohne steuerbare Verbrauchseinrichtungen beschleunigen und setzt auf einfache, aufrüstbare Technik. mehr...

Voltaris: Rezertifizierung erhalten

[22.07.2026] Voltaris ist erneut nach ISO/IEC 27001 für sein Informationssicherheits-Managementsystem zertifiziert worden. Die Rezertifizierung bestätigt die Sicherheitsstandards für Gateway-Administration und CLS-Betrieb und stärkt die Planungssicherheit beim Smart Meter Roll-out. mehr...

Stadtwerke Neustadt: Einführung von aEMT-Basismodul

[01.07.2026] Die Stadtwerke Neustadt an der Weinstraße führen für das CLS-Management das aEMT-Basismodul von Voltaris ein. Damit schaffen sie die technischen Voraussetzungen für die netzdienliche Steuerung nach § 14a EnWG und treiben den Steuer-Roll-out im intelligenten Messwesen voran. mehr...