50HertzNeue Netzanschlüsse geplant

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat Netzanschlüsse für Projekte mit einer Gesamtleistung von fast 30 Gigawatt zugesagt.
(Bildquelle: 50Hertz)
Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz plant bis 2029 rund 75 neue Netzanschlüsse mit einer Gesamtleistung von knapp 30 Gigawatt. Wie das Unternehmen mitteilt, handelt es sich dabei um Projekte zur Einspeisung und Entnahme von Strom, darunter 32 Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit 13 Gigawatt Anschlussleistung, 25 Großbatteriespeicher mit 11,3 Gigawatt, zehn Windparks an Land mit 2,2 Gigawatt, sieben Elektrolyseure mit 1,3 Gigawatt sowie fünf Rechenzentren mit zwei Gigawatt.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Kapferer, erklärte, die hohe Zahl an Netzanschlusszusagen zeige die Transformation der Energie- und Industrielandschaft. Wind- und Solarenergie bildeten bereits das Rückgrat der Stromerzeugung, Batteriespeicher seien zentral für die Integration erneuerbarer Energien und die Flexibilisierung des Systems. Auch neue Gaskraftwerke seien nötig, um Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu gewährleisten.
Großbatterien auf Warteliste
Nach Angaben von 50Hertz stehen derzeit zusätzlich rund 150 Anträge auf Anschluss von Großbatterien mit einer beantragten Leistung von 63 Gigawatt auf einer Warteliste. Diese Projekte hätten nach heutigem Stand keine Aussicht auf einen Start vor Ende 2029. Nur wenn bestehende Vorhaben nicht fortgeführt werden, könnten Nachrücker berücksichtigt werden.
Erste Projekte sind bereits angelaufen: So hat 50Hertz mit dem britischen Betreiber Virtus einen Netzanschlussvertrag für ein Rechenzentrum in Wustermark bei Berlin über 300 Megawatt abgeschlossen. In Förderstedt (Sachsen-Anhalt) begann der Batteriespeicheranbieter Eco Stor den Bau eines 300-Megawatt-Großspeichers mit einer Kapazität von 714 Megawattstunden (wir berichteten).
Kritisch äußerte sich 50Hertz zum bestehenden Netzanschlussverfahren. Derzeit gilt das sogenannte Windhundprinzip, bei dem Anträge nach Eingangsdatum bearbeitet werden. Dieses Verfahren sei, so 50Hertz und die weiteren Übertragungsnetzbetreiber Amprion, TenneT und TransnetBW, angesichts der überzeichneten Antragslage nicht mehr sachgerecht. In einem gemeinsamen Positionspapier warnen sie vor einer Blockade der Anschlusspunkte, wenn politisch nicht gegengesteuert werde.
Nach Projektreife priorisieren
Die Betreiber schlagen stattdessen ein Reifegrad-basiertes Verfahren vor, bei dem Netzanschlüsse nach Projektreife und Netzverträglichkeit priorisiert werden. Entscheidend wäre dann nicht mehr der Posteingangsstempel, sondern der nachgewiesene Entwicklungsstand eines Projekts. So könnten sowohl Lastkunden als auch Stromspeicher gerechter und systemdienlicher berücksichtigt werden.
Im Netzgebiet von 50Hertz sind derzeit Erzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 75 Gigawatt angeschlossen, darunter mehr als 51 Gigawatt aus erneuerbaren Energien. Bundesweit liegen laut Bundesnetzagentur Anträge für Großbatteriespeicher mit über 200 Gigawatt Gesamtleistung vor; in Betrieb sind aktuell Anlagen mit 2,4 Gigawatt.
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