Mittwoch, 19. August 2026

50HertzNeue Netzanschlüsse geplant

[12.11.2025] Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat Netzanschlüsse für Projekte mit einer Gesamtleistung von fast 30 Gigawatt zugesagt – ein Rekord in der Unternehmensgeschichte. Neben Wind- und Solarparks sollen auch Großbatterien, Elektrolyseure und Rechenzentren ans Netz gehen.

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat Netzanschlüsse für Projekte mit einer Gesamtleistung von fast 30 Gigawatt zugesagt.

(Bildquelle: 50Hertz)

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz plant bis 2029 rund 75 neue Netzanschlüsse mit einer Gesamtleistung von knapp 30 Gigawatt. Wie das Unternehmen mitteilt, handelt es sich dabei um Projekte zur Einspeisung und Entnahme von Strom, darunter 32 Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit 13 Gigawatt Anschlussleistung, 25 Großbatteriespeicher mit 11,3 Gigawatt, zehn Windparks an Land mit 2,2 Gigawatt, sieben Elektrolyseure mit 1,3 Gigawatt sowie fünf Rechenzentren mit zwei Gigawatt.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Kapferer, erklärte, die hohe Zahl an Netzanschlusszusagen zeige die Transformation der Energie- und Industrielandschaft. Wind- und Solarenergie bildeten bereits das Rückgrat der Stromerzeugung, Batteriespeicher seien zentral für die Integration erneuerbarer Energien und die Flexibilisierung des Systems. Auch neue Gaskraftwerke seien nötig, um Versorgungssicherheit und Systemstabilität zu gewährleisten.

Großbatterien auf Warteliste

Nach Angaben von 50Hertz stehen derzeit zusätzlich rund 150 Anträge auf Anschluss von Großbatterien mit einer beantragten Leistung von 63 Gigawatt auf einer Warteliste. Diese Projekte hätten nach heutigem Stand keine Aussicht auf einen Start vor Ende 2029. Nur wenn bestehende Vorhaben nicht fortgeführt werden, könnten Nachrücker berücksichtigt werden.

Erste Projekte sind bereits angelaufen: So hat 50Hertz mit dem britischen Betreiber Virtus einen Netzanschlussvertrag für ein Rechenzentrum in Wustermark bei Berlin über 300 Megawatt abgeschlossen. In Förderstedt (Sachsen-Anhalt) begann der Batteriespeicheranbieter Eco Stor den Bau eines 300-Megawatt-Großspeichers mit einer Kapazität von 714 Megawattstunden (wir berichteten).

Kritisch äußerte sich 50Hertz zum bestehenden Netzanschlussverfahren. Derzeit gilt das sogenannte Windhundprinzip, bei dem Anträge nach Eingangsdatum bearbeitet werden. Dieses Verfahren sei, so 50Hertz und die weiteren Übertragungsnetzbetreiber Amprion, TenneT und TransnetBW, angesichts der überzeichneten Antragslage nicht mehr sachgerecht. In einem gemeinsamen Positionspapier warnen sie vor einer Blockade der Anschlusspunkte, wenn politisch nicht gegengesteuert werde.

Nach Projektreife priorisieren

Die Betreiber schlagen stattdessen ein Reifegrad-basiertes Verfahren vor, bei dem Netzanschlüsse nach Projektreife und Netzverträglichkeit priorisiert werden. Entscheidend wäre dann nicht mehr der Posteingangsstempel, sondern der nachgewiesene Entwicklungsstand eines Projekts. So könnten sowohl Lastkunden als auch Stromspeicher gerechter und systemdienlicher berücksichtigt werden.

Im Netzgebiet von 50Hertz sind derzeit Erzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 75 Gigawatt angeschlossen, darunter mehr als 51 Gigawatt aus erneuerbaren Energien. Bundesweit liegen laut Bundesnetzagentur Anträge für Großbatteriespeicher mit über 200 Gigawatt Gesamtleistung vor; in Betrieb sind aktuell Anlagen mit 2,4 Gigawatt.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

CLS-Management: Thüga SmartService startet Roll-out

[18.08.2026] Thüga SmartService hat bei fünf Messstellenbetreibern das CLS-Management in den produktiven Betrieb überführt. Bis Ende August sollen fünf weitere Kunden folgen. Für das Gesamtjahr sind 40 Produktivsetzungen geplant. mehr...

Bundesnetzagentur: Rückläufige Zahlen bei Netzengpassmanagement

[13.08.2026] Das Netzengpassmanagement ist im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Die Bundesnetzagentur verzeichnete weniger Maßnahmen und Kosten, zugleich verschieben sich die Engpässe zunehmend in die Verteilernetze. mehr...

Mitnetz Strom: Drohnen überwachen das Stromnetz

[10.08.2026] Mitnetz Strom setzt Drohnen flächendeckend für die Inspektion und Überwachung seines Stromnetzes ein. Die Technik soll den Netzbetrieb sicherer und effizienter machen und liefert zugleich Daten für KI-gestützte Zustandsanalysen. mehr...

evu+: Online-Karte bietet Überblick über Stromverteilnetze

[06.08.2026] Eine neue Online-Karte zeigt die Stromnetzbetreiber in Deutschland und ihre angeschlossenen Erzeugungsanlagen sowie Batteriespeicher. Die Übersicht soll die Rolle der Verteilnetzbetreiber für Energiewende und Versorgungssicherheit anhand öffentlicher Daten sichtbar machen. mehr...

Mitnetz Strom: Investitionen in das Stromnetz in Brandenburg

[03.08.2026] Mitnetz Strom investiert 2026 rund 119 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes in Brandenburg. Die Vorhaben sollen zusätzliche Netzkapazitäten für erneuerbare Energien schaffen und die Versorgungssicherheit in mehreren Regionen stärken. mehr...

Bundesnetzagentur: Kar­te zur Ver­sor­gungs­qua­li­tät der Verteilernetzbetreiber veröffentlicht

[28.07.2026] Die Bundesnetzagentur hat eine Deutschlandkarte zur Versorgungsqualität der Stromverteilernetzbetreiber veröffentlicht. Sie macht Unterschiede bei Netzanschlüssen, Digitalisierung und Versorgungszuverlässigkeit sichtbar und soll den Wettbewerb um leistungsfähigere Netze fördern. mehr...

Hager: NH-Sicherungslastschaltleisten überarbeitet

[24.07.2026] Hager hat seine NH-Sicherungslastschaltleisten für 185-Millimeter-Sammelschienensysteme grundlegend überarbeitet. Die neue Baureihe soll die Sicherheit in Niederspannungsverteilungen erhöhen und zugleich Wartung, Überwachung und Montage erleichtern. mehr...

Stadtwerke Fellbach: Pilotprojekt zu dynamischen Zwillingen

[23.07.2026] Smight und retoflow entwickeln gemeinsam einen dynamischen Zwilling für Niederspannungsnetze. Das Pilotprojekt bei den Stadtwerken Fellbach zeigt, wie sich Mess- und Netzdaten innerhalb kurzer Zeit zu einem Modell für Planung und Netzbetrieb verknüpfen lassen. mehr...

Mitnetz Strom: Anschluss von Rechenzentrum

[21.07.2026] Mitnetz Strom schließt in Lübbenau das bislang größte Rechenzentrum seines Netzgebiets an das 110-Kilovolt-Hochspannungsnetz an. Das Projekt steht für den stark wachsenden Strombedarf von Rechenzentren und zeigt, wie sich die Anforderungen an die Verteilnetze im Zuge der Energiewende verändern. mehr...

Berlin: Umspannwerke ohne Treibhausgas

[17.07.2026] Stromnetz Berlin lässt zwei neue 110-Kilovolt-Umspannwerke in Wittenau und Neukölln errichten. Dabei kommen dabei SF₆-freie gasisolierte Schaltanlagen zum Einsatz. Die Projekte sollen die Netzinfrastruktur der Hauptstadt modernisieren und die Stromversorgung absichern. mehr...

Wiesbaden: Umspannwerk für die City

[16.07.2026] Die Stadtwerke Wiesbaden Netz haben mit dem Bau eines neuen Umspannwerks begonnen. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben 39 Millionen Euro in das Projekt, das Anfang 2031 in Betrieb gehen soll. mehr...

TenneT: Ostbayernring vollständig in Betrieb

[15.07.2026] Die Höchstspannungsleitung Ostbayernring ist auf ihrer gesamten Länge von rund 185 Kilometern in Betrieb gegangen. Die Leitung erhöht die Transportkapazität für Strom und soll die Integration erneuerbarer Energien sowie die Versorgungssicherheit verbessern. mehr...

Thüga: Regler für mehr Solarstrom im Netz

[01.07.2026] Ein Pilotprojekt in Thüringen erprobt eine neue Technologie zur besseren Nutzung bestehender Stromnetze. Nach Angaben der Thüga kann ein neuer Mittelspannungslängsregler die Aufnahme von Photovoltaik-Strom deutlich erhöhen und so den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

Ein Techniker installiert ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) in einem Stromzählerkasten. Das digitale Messgerät mit Kommunikationsmodul wird in die bestehende Strominfrastruktur eingebaut und ermöglicht die automatische Erfassung und Übermittlung von Verbrauchsdaten.

Stadtwerke Düsseldorf / EnBW: Kooperation für intelligente Stromnetze

[22.06.2026] Die Stadtwerke Düsseldorf und EnBW Utility Services bauen ihre Zusammenarbeit bei intelligenten Messsystemen aus. Künftig umfasst die Partnerschaft auch das sogenannte CLS-Management zur Steuerung dezentraler Energieanlagen. mehr...

Zwei Monteure in orangefarbener Schutzkleidung steigen an einem Hochspannungsmast aus Stahl empor. Im Hintergrund sind Stromleitungen vor blauem Himmel mit wenigen Wolken zu sehen.

BDEW: Schnellere Genehmigungen für den Netzausbau

[19.06.2026] Der BDEW hat Vorschläge zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus vorgelegt. Nach Angaben des Verbands könnten Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz und im Infrastruktur-Zukunftsgesetz dazu beitragen, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verkürzen. Im Fokus stehen Vereinfachungen bei der Modernisierung bestehender Netze und bei Genehmigungsprozessen. mehr...