Freitag, 14. August 2026

LangmatzPlastik schlägt Beton

[17.11.2025] Warum Kabelschächte aus Kunststoff langfristig die bessere Wahl sind und welche Vorteile sich daraus für Tiefbauunternehmen, Netzbetreiber und Kommunen ergeben, erklärt Dieter Mitterer, einer der beiden Geschäftsführer von Langmatz, im Interview.

Dieter Mitterer (r.) hält Kabelschächte aus Kunststoff langfristig für die bessere Wahl.

(Bildquelle: Langmatz)

Herr Mitterer, Kabelschächte aus konventionellem Beton sind seit Jahrzehnten etabliert. Warum sollten Netzbetreiber und Tiefbauunternehmen auf Kunststoff setzen?

Der große Irrtum ist teilweise immer noch, dass Kunststoffschächte grundsätzlich teurer seien. In der Anschaffung sind sie tatsächlich kostspieliger als Betonschächte, aber diese Betrachtung greift zu kurz. Analysiert man die gesamte Wertschöpfungskette – von der Herstellung über Transport und Einbau bis hin zu Sicherheit und Langlebigkeit –, wird schnell deutlich, dass Kunststoff in der Summe wirtschaftlicher ist. Aufgrund ihres modularen Aufbaus sind unsere Kabelschächte aus Polycarbonat flexibel im Handling und schnell gesetzt, was für unsere Kunden beim Ausbau von Breitband- und 5G-Netzen sowie der E-Lade-Infrastruktur entscheidend ist. Unsere Berechnungen zeigen, dass mit Langmatz-Schächten über 30 Prozent der Gesamtkosten eingespart werden können. 

„Analysiert man die gesamte Wertschöpfungskette, wird schnell deutlich, dass Kunststoff in der Summe wirtschaftlicher ist.“

Wo genau liegen die Einsparungen?

Betonschächte sind extrem schwer, was teure Spezialtransporte und schweres Gerät auf der Baustelle erfordert. Unsere Kunststoffschächte hingegen sind um ein Vielfaches leichter und benötigen kleinere Transport- und Flurförderfahrzeuge. Dies führt zu einer besseren Erreichbarkeit der Baustelle und erleichtert die Entladung vor Ort. Hinzu kommt die flexible Modulbauweise unserer Kabelschächte, die eine schnelle und unkomplizierte Montage ermöglicht. So verfügen sie über Sollbruchstellen, um verschiedene Kabel und Rohre einfach einführen zu können. In der Summe reduzieren sich nicht nur die Transportkosten, auch der Personal- und Maschineneinsatz ist geringer und die Bauzeiten verkürzen sich erheblich. 

Wie wirkt sich die Materialwahl auf die Langlebigkeit und Sicherheit der Schächte aus?

Das von uns eingesetzte Polycarbonat ist ein äußerst robustes und langlebiges Material. Außerdem verwenden wir ein einzigartiges Spritzgussverfahren, das unsere Produkte besonders widerstandsfähig macht. Dank der von uns entwickelten 3D-ribFrame-Technologie halten unsere Schächte hohen mechanischen Belastungen stand und sind unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Zudem sind sie korrosionsbeständig, was ihre Lebensdauer im Vergleich zu Beton erhöht. Schächte von Langmatz sind sehr stabil, bis zu 40 Tonnen belastbar und überzeugen in allen Leistungswerten. Als erster Hersteller in Europa verfügen wir über eine sogenannte ETA, eine europäische Zulassung für das komplette Schachtsystem, bestehend aus Schacht und Abdeckung. 

Neben Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit spielt heute auch das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle. Wie schneiden Kunststoffschächte hier im Vergleich zu Beton ab?

Langmatz-Schächte werden überwiegend aus recyceltem Polycarbonat gefertigt, was die CO₂-Bilanz deutlich verbessert. Bei der Herstellung von Beton wird Zement als Bindemittel verwendet, das enorme Mengen an CO₂ verursacht, während wir mit unserem Material auf eine ressourcenschonende Alternative setzen. Auch sorgt das geringere Gewicht für weniger Emissionen beim Transport, und durch die lange Lebensdauer entstehen weniger Austausch- und Entsorgungskosten. Alles in allem sind unsere Kabelschächte aus Kunststoff also nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch deutlich nachhaltiger.

Interview: Thomas Nolte


Stichwörter: Netze | Smart Grid, Langmatz,


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