Stiftung UmweltenergierechtLeitfäden für die Wärmewende
Neue Leitfäden geben konkrete Hilfestellung für die Umsetzung kommunaler Wärmepläne und richten sich an Kommunen, Energieversorgungsunternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger. Wie die Stiftung Umweltenergierecht mitteilt, sollen sie den Übergang von der gesetzlich vorgeschriebenen Planung zur praktischen Umsetzung der Wärmewende vor Ort strukturieren und unterstützen.
Hintergrund ist das seit Anfang 2024 geltende Wärmeplanungsgesetz, das Kommunen im Regelfall zur Erstellung kommunaler Wärmepläne verpflichtet. Für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen diese Pläne spätestens Mitte 2026 vorliegen. Nach Darstellung der Stiftung Umweltenergierecht setzt die eigentliche Herausforderung jedoch nach Abschluss der Planung ein, wenn Maßnahmen konkret organisiert, koordiniert und umgesetzt werden müssen.
Auf jeweilige Akteursgruppen zugeschnitten
Die Stiftung hat die drei Leitfäden gemeinsam mit adelphi research sowie Professor Jürgen Knies von der Hochschule Bremen erarbeitet. Sie adressieren jeweils eine der zentralen Akteursgruppen der Wärmewende und beschreiben deren Rollen, Aufgaben und typische Herausforderungen im Umsetzungsprozess. Ziel sei es, eine verlässliche Orientierung zu bieten, wie die Umsetzung rechtssicher und praxisnah gestaltet werden kann, erläutert Projektleiter Oliver Antoni von der Stiftung Umweltenergierecht.
Inhaltlich strukturieren die Leitfäden die wesentlichen Prozessschritte und zeigen geeignete Formen der Zusammenarbeit auf. Nach Angaben der Autorinnen und Autoren kommt der Koordination zwischen den beteiligten Akteuren eine Schlüsselrolle zu. Nur durch ein abgestimmtes Vorgehen von Kommunen, Energieversorgern, Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren relevanten Akteuren ließen sich die im Wärmeplan festgelegten Ziele wirksam realisieren, betont Svenja Henschel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wärmeteam der Stiftung. Ergänzend dazu hat die Stiftung rechtliche Praxishinweise erarbeitet, die anhand der geltenden gesetzlichen Vorgaben erläutern, worauf bei den einzelnen Umsetzungsschritten zu achten ist.
Thematische Fokus-Kapitel
Einen besonderen Schwerpunkt legen die Leitfäden auf thematische Fokus-Kapitel. Der Leitfaden für Kommunen behandelt unter anderem Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Gemeinden und privaten Dritten sowie Instrumente des Bauplanungs- und besonderen Städtebaurechts zur Umsetzung der Wärmepläne. Für Energieversorgungsunternehmen werden unter anderem die rechtlichen Anforderungen an Ausbau und Dekarbonisierung von Wärmenetzen nach dem Wärmeplanungsgesetz erläutert. Der Leitfaden für Bürgerinnen und Bürger geht auf Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes für Neubauten und Bestandsgebäude ein und gibt rechtliche Hinweise zu Erneuerbare-Energien-Gemeinschaften.
Die Leitfäden sind im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekts „Instrumente zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung“ entstanden. Sie basieren laut Stiftung Umweltenergierecht auf umfangreichen Forschungsarbeiten und vertiefenden Experteninterviews. Alle drei Leitfäden stehen kostenfrei auf der Internetseite der Stiftung zum Download bereit und enthalten zahlreiche Verlinkungen zu weiterführenden, frei zugänglichen Informationsquellen.
Hamburg: enercity versorgt neuen Stadtteil
[20.10.2026] enercity übernimmt die Wärme- und Kälteversorgung des neuen Hamburger Stadtteils Grasbrook. Bereits zum Versorgungsstart 2031 sollen mehr als 90 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien und industrieller Abwärme stammen. Bis 2040 ist eine vollständig klimaneutrale Versorgung geplant. mehr...
Wärmenetze: Banken sehen hohe Finanzierungsrisiken
[19.10.2026] Banken schätzen die Finanzierung von Wärmenetzen als riskanter ein als die von Stromnetzen. Eine Studie des Fraunhofer ISI zeigt, welche Hürden beim Ausbau der Fernwärme bestehen und wie sich die Finanzierung erleichtern lässt. mehr...
Oldenburg: Wärmewende-Beirat nimmt Arbeit auf
[19.10.2026] In Oldenburg hat ein Beirat zur Begleitung der kommunalen Wärmewende seine Arbeit aufgenommen. Das Gremium soll Empfehlungen erarbeiten, wie die Stadt ihre Wärmeversorgung klimaneutral gestalten und dabei soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen kann. mehr...
Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt
[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...
Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm: Vorarbeiten für zwei Flusswasserwärmepumpen
[12.10.2026] Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm beginnen Mitte Oktober mit Vorarbeiten für zwei Flusswasserwärmepumpen an der Donau. Die Anlagen sollen ab 2027 regenerative Wärme für die Fernwärmeversorgung liefern. mehr...
Meersburg: Wärme aus dem Bodensee
[12.10.2026] Baden-Württemberg will landeseigene Gebäude in Meersburg künftig mit Wärme aus dem Bodensee versorgen. Insgesamt 13 Liegenschaften sollen schrittweise an das geplante Seewärme-Netz angeschlossen werden. mehr...
Stuttgart: Stadtwerke prüfen neues Wärmenetz in Feuerbach
[12.10.2026] Die Stadtwerke Stuttgart prüfen den Aufbau eines Wärmenetzes in Feuerbach, das zwischen 2030 und 2035 entstehen könnte. Eigentümer und Unternehmen können bereits jetzt unverbindlich ihr Interesse an einem Anschluss bekunden. mehr...
Dresden: Wärmeplan beschlossen
[07.10.2026] Der Dresdner Stadtrat hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen und dabei Prüfgebiete ausgeweitet sowie den Maßnahmenplan angepasst. Mit dem Digitalen Energielotsen setzt die Stadt bereits eine Maßnahme um, die Gebäudeeigentümer bei Fragen zu Wärmeversorgung, Sanierung und Heizungstausch unterstützen soll. mehr...
N-Ergie: Genehmigung für Altholz-Heizkraftwerk
[05.10.2026] N-Ergie hat die Genehmigung für ein neues Altholz-Heizkraftwerk am Standort Nürnberg-Sandreuth erhalten. Die Anlage soll ab Ende 2029 Strom und Fernwärme erzeugen und bis zu 40 Megawatt thermische Leistung bereitstellen. mehr...
Naturstrom: Kölner Quartier wird mit Solarstrom und Wärmepumpe versorgt
[02.10.2026] Ein neues Wohnquartier in Köln-Ehrenfeld wird mit Photovoltaik und Wärmepumpen mit Strom und Wärme versorgt. Naturstrom hat das Energiekonzept für die 91 Wohneinheiten umgesetzt und bereitet zudem alle Tiefgaragenstellplätze für Wallboxen vor. mehr...
Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Großwärmepumpe für Abwasserwärme
[02.10.2026] Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck konkretisieren ihre Pläne, Abwasserwärme aus der Kläranlage Jena-Zwätzen für das Wärmenetz zu nutzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt ANIKA soll 2027 fallen. mehr...
Kommunale Wärmeplanung: Umsetzung bleibt unverbindlich
[01.10.2026] Fast alle deutschen Großstädte haben fristgerecht eine kommunale Wärmeplanung vorgelegt. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln von 57 Wärmeplänen zeigt jedoch Grenzen des Instruments bei der Umsetzung auf. mehr...
evm/Iqony: Wärmegeschäft in Koblenz gebündelt
[30.09.2026] Energieversorgung Mittelrhein und Iqony bündeln zum 1. Oktober 2026 ihr Wärmegeschäft im Koblenzer Stadtteil Rauental. Die gemeinsame Gesellschaft Wärme Moselbogen soll die bestehenden Netze verbinden und bis 2034 rund 500 weitere Gebäude anschließen. mehr...
dena: Kommunenumfrage zur Wärmeplanung zeigt geteiltes Bild
[29.09.2026] Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, doch die Umsetzbarkeit der Pläne wird unterschiedlich beurteilt. Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur unter 778 Kommunen zeigt zudem Lücken bei eingeplanten Ressourcen und der angenommenen Sanierungsrate. mehr...
Fraunhofer IEG: KI-Plattform soll Wärmeplanung verständlicher machen
[29.09.2026] Das Forschungsprojekt HEATogether will eine KI-gestützte Plattform entwickeln, die Ergebnisse der Wärmeplanung für Kommunen, Energieversorger und Bürger verständlicher aufbereitet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben für drei Jahre mit rund 1,2 Millionen Euro. mehr...












