Baden-WürttembergPhotovoltaik-Zubau nimmt weiterhin zu

Photovoltaikanlage in Offenburg.
(Bildquelle: KEA-BW)
Der Landkreis Heilbronn hat im Jahr 2025 den größten Photovoltaik-Zubau in Baden-Württemberg verzeichnet und belegt damit landesweit den ersten Platz. Wie die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und das Solar Cluster Baden-Württemberg im Rahmen des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg berichten, wurden im Landkreis Heilbronn 182 Megawatt neue Leistung installiert. Auf Rang zwei folgt der Landkreis Biberach mit 148 Megawatt, an dritter Stelle liegt der Neckar-Odenwald-Kreis mit 88 Megawatt. Grundlage der Auswertung sind Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sowie Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg.
Zweitstärkstes Ausbaujahr
Insgesamt errichteten private Haushalte, Unternehmen und Kommunen im Südwesten im vergangenen Jahr rund 132.000 neue Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung von 2.060 Megawatt. Damit handelt es sich um das zweitstärkste Ausbaujahr in der Landesgeschichte. Hinter den drei führenden Landkreisen folgen der Ostalbkreis mit 84 Megawatt, der Rhein-Neckar-Kreis mit 81 Megawatt sowie der Landkreis Konstanz mit 71 Megawatt neu installierter Leistung. Nach Angaben der Studie können sich die Werte durch Nachmeldungen noch geringfügig verändern.
Die Spitzenpositionen von Heilbronn und Biberach gehen vor allem auf den Ausbau großer Solarparks zurück. Während Biberach im ersten Halbjahr 2025 noch deutlich vorne lag, zog Heilbronn in der zweiten Jahreshälfte vorbei. Auch der Neckar-Odenwald-Kreis profitierte stark von neuen Freiflächenanlagen. In anderen Kreisen, etwa im Ostalbkreis und im Rhein-Neckar-Kreis, trug dagegen vor allem der Zubau von Dachanlagen auf Wohn- und Gewerbegebäuden zum guten Abschneiden bei.
Regionale Unterschiede
Die Analyse zeigt zugleich große regionale Unterschiede. Während ländlich geprägte Kreise von verfügbaren Flächen für Solarparks und großen Dachflächen auf Einfamilienhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden profitieren, liegen Stadtkreise meist am Ende der Rangliste. Baden-Baden etwa kam 2025 auf lediglich fünf Megawatt neu installierter Leistung. Als Gründe nennt die Studie unter anderem begrenzte Flächen in Städten sowie komplexere Entscheidungsprozesse bei Mehrfamilienhäusern.
Ein deutlicher Wachstumstreiber bleibt der Bereich der Balkonsolaranlagen. Nach Angaben des Photovoltaik-Netzwerks installierten Privatpersonen im Jahr 2025 landesweit 59.234 neue Steckersolaranlagen. Die zusätzliche Leistung betrug 71 Megawatt und entsprach damit 3,5 Prozent des gesamten Photovoltaik-Zubaus. Insgesamt sind in Baden-Württemberg inzwischen 161.141 dieser Mini-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 160 Megawatt registriert. Fachleute gehen von einer höheren tatsächlichen Zahl aus, da nicht alle Anlagen im Marktstammdatenregister angemeldet werden.
Hoher Konzentrationsgrad
Bei der differenzierten Betrachtung nach Anlagentypen zeigen sich weitere Schwerpunkte. Im Segment der Gebäudeanlagen lagen der Rhein-Neckar-Kreis, der Landkreis Karlsruhe und der Ortenaukreis mit jeweils rund 66 bis 68 Megawatt neu installierter Leistung nahezu gleichauf. Im Bereich der Solarparks dominierten erneut Heilbronn und Biberach mit 128 beziehungsweise 101 Megawatt. Auffällig ist der hohe Konzentrationsgrad: Knapp die Hälfte des landesweiten Freiflächenzubaus entfiel 2025 auf die vier führenden Landkreise in diesem Segment.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrug die gesamte installierte Photovoltaik-Leistung in Baden-Württemberg 14.605 Megawatt. Bezogen auf die Bestandsleistung liegen der Landkreis Biberach mit 711 Megawatt und der Alb-Donau-Kreis mit 669 Megawatt an der Spitze, gefolgt von den Landkreisen Heilbronn und Ravensburg sowie dem Ortenaukreis.
Die vollständigen Ergebnisse der Auswertung sind auf der Internetseite des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg veröffentlicht. Dort finden sich auch detaillierte Informationen zu den einzelnen Regionen sowie Verweise auf die regionalen Netzwerke, die den weiteren Ausbau vor Ort begleiten.
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