Hamburgtesa stellt auf grünen Wasserstoff um

Gasdruckregel- und Messanlage der Hamburger Energienetze für den Anschluss von tesa an das Wasserstoffnetz HH-WIN.
(Bildquelle: Hamburger Energienetze)
tesa treibt die Umstellung seiner Produktion am Standort Hamburg auf grünen Wasserstoff voran und bereitet den Anschluss an das Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN vor. Wie der Netzbetreiber Hamburger Energienetze mitteilt, erhält tesa dafür eine Förderung der Stadt Hamburg in Höhe von 950.000 Euro, die in Infrastruktur und die Umrüstung von Produktionsanlagen fließt. Die Versorgung mit Wasserstoff soll ab 2027 über das entstehende Leitungsnetz erfolgen.
Das Werk in Hamburg-Harburg ist der größte Produktionsstandort des international tätigen Herstellers von Klebebändern und selbstklebenden Produktlösungen. Dort will tesa seine energieintensive Fertigung grundlegend umbauen. Kern des Transformationskonzepts ist der Einsatz von grünem Wasserstoff, ergänzt durch die Elektrifizierung der Prozesswärme, den Einsatz von Wärmespeichern, KI-gestützte Steuerungssysteme sowie kontinuierliche Effizienzsteigerungen.
Die Maßnahme ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie „we do“, mit der tesa bis 2030 eine klimaneutrale Produktion erreichen will. Der Anschluss an HH-WIN gilt dabei als zentraler Baustein, weil er eine planbare Versorgung mit einem CO₂-neutralen Energieträger ermöglicht und zugleich die Abhängigkeit von fossilen Gasimporten reduziert. Parallel stärkt das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Resilienz gegenüber steigenden CO₂-Kosten.
Die Infrastruktur entsteht im Rahmen des Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netzes HH-WIN, das von den Hamburger Energienetzen aufgebaut wird. Das Netz soll 2027 mit zunächst rund 40 Kilometern Leitungslänge in Betrieb gehen und Industrieunternehmen im Hafengebiet mit Wasserstoff versorgen. Bis Anfang der 2030er-Jahre ist ein Ausbau auf etwa 60 Kilometer vorgesehen. Es wird Teil des bundesweiten Wasserstoff-Kernnetzes und verbindet Importterminals, lokale Erzeuger und industrielle Abnehmer.
Ein wichtiger Einspeisepunkt entsteht am ehemaligen Kraftwerksstandort Moorburg, wo derzeit ein Großelektrolyseur gebaut wird. Dort erzeugter grüner Wasserstoff soll direkt in das Netz eingespeist werden. Ergänzend können Unternehmen Wasserstoff auch über andere Quellen beziehen, etwa über Importe.
Die Förderung für tesa erfolgt über das Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“, das gezielt Investitionen in die Dekarbonisierung industrieller Prozesse unterstützt. Es schließt die Lücke zwischen Netzbau und betrieblicher Umsetzung, indem es die technische Anbindung von Werken und die Umstellung der Produktion finanziell absichert.
Mit Investitionen von insgesamt rund 300 Millionen Euro bis 2030 treibt tesa die Transformation seiner Standorte weltweit voran. Neben dem Einsatz erneuerbarer Energien setzt das Unternehmen auf lösemittelfreie Verfahren und Effizienzmaßnahmen. Bereits heute hat tesa nach eigenen Angaben seine direkten und indirekten Emissionen deutlich reduziert und deckt einen Großteil seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen.
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