BNMFachgipfel zur günstigeren Lade-Infrastruktur

Auf dem Fachgipfel des Bundesverbands Neue Mobilität in Berlin ging es um neue Konzepte für eine effizientere und günstigere Lade-Infrastruktur.
(Bildquelle: Bundesverband Neue Mobilität e.V. (BNM))
Neue Konzepte für eine effizientere und günstigere Lade-Infrastruktur standen im Zentrum eines Fachtreffens des Bundesverbands Neue Mobilität (BNM) in Berlin. Wie der Verband mitteilt, diskutierten Experten beim „ChargePoint Measurement Summit“ konkrete Ansätze, um Tariftransparenz zu erhöhen und Kosten für Aufbau und Betrieb von Ladepunkten deutlich zu senken.
Im Fokus standen Lösungen, die sowohl regulatorische Vorgaben als auch technische Standards neu verbinden. Dabei ging es insbesondere um Anforderungen der europäischen AFIR, etwa zur separaten Displayanzeige, sowie um den künftigen Einsatz des MID-011-Zählers als eichrechtskonforme Basis. Nach Einschätzung des BNM lassen sich durch optimierte Systeme und standardisierte Komponenten erhebliche Einsparungen erzielen.
Global etablierte Informatikstandards
„Im Sinne einer breiteren Akzeptanz der Elektromobilität muss es der Anspruch sein, an den öffentlichen Chargern ein transparenteres und zugleich kostengünstigeres Ladeerlebnis zu ermöglichen“, sagte Anja Quast, geschäftsführende Vorständin des BNM. Fachvorträge zeigten dazu konkrete Prototypen und Systemarchitekturen, die Preisstrukturen nachvollziehbarer machen und zugleich die Rolle der Charge Point Operator stärken sollen.
Ein zentrales Element ist die Nutzung global etablierter Informatikstandards für eine validierbare Kommunikation zwischen Systemkomponenten. Laut BNM könnten dadurch nicht nur Betriebskosten sinken, sondern auch Wartungsprozesse vereinfacht werden. Hauptredner Thomas Mertens sprach von möglichen Einsparungen in Milliardenhöhe in ganz Europa, wenn Herstellung, Betrieb und Wartung konsequent auf diese Technologien ausgerichtet werden.
Mertens, der dem Regelermittlungsausschuss Lade-Infrastruktur der Physikalisch-Technische Bundesanstalt angehört, will zudem Standardisierungsverfahren vorantreiben. Geplant ist, über SPECs der VDE-DKE offene und lizenzfreie Standards zu etablieren. Diese sollen Interoperabilität sichern und Markteintrittsbarrieren senken.
Umsetzung der netzdienlichen Steuerbarkeit
Ein weiteres Einsparpotenzial sieht der Verband in der Umsetzung der netzdienlichen Steuerbarkeit nach §14a EnWG. Statt zusätzlicher Hardware könnte diese künftig über sichere Kommunikationslösungen erfolgen. Das würde Investitionskosten reduzieren und Verbraucher entlasten.
Die vorgestellten Reformansätze gelten auch als Voraussetzung für weitergehende Anwendungen wie bidirektionales Laden, Durchleitungsmodelle oder die Integration in Energiemanagementsysteme und Smart-Meter-Gateways. Ziel ist es, bestehende intransparente Marktstrukturen aufzubrechen und durch offene, interoperable Systeme zu ersetzen.
Vertreter von Behörden und Metrologie begleiteten die Diskussion fachlich, darunter Experten der PTB sowie des Mess- und Eichwesens. Der BNM kündigte an, seine Fachgruppenarbeit auszubauen und stärker für externe Akteure zu öffnen, um die Transformation der Lade-Infrastruktur zu beschleunigen.
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