EEG-ReformKein Förderstopp für Wasserkraft

Von einem Förderstopp wären rund 150 Wasserkraftanlagen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betroffen.
(Bildquelle: BDW)
Der Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sieht vor, dass Wasserkraftwerke mit geringer Leistung keine Förderung mehr erhalten. Nach Angaben des Wasserkraftverbands Mitteldeutschland wären in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 150 der 600 registrierten EEG-Anlagen betroffen. Besonders betroffen sei Thüringen. Dort lägen mehr als zwei Drittel der aktiven EEG-Wasserkraftanlagen unter dieser Grenze.
Viele mittelständische Betreiber betroffen
Der Verband kritisiert die vorgesehene Leistungsgrenze. „Die pauschale 25-kW-Grenze wird der Wasserkraft nicht gerecht“, sagte Martin Richter, Präsident des Wasserkraftverbands Mitteldeutschland. Kleine Wasserkraftanlagen lieferten „planbar, stetig und netzdienlich Strom“. Nach Angaben des Verbandes wird die Wasserkraft in Mitteldeutschland überwiegend von mittelständischen und regionalen Betreibern getragen. Viele Anlagen befänden sich an Mühlenstandorten oder würden von Familienbetrieben, Handwerksunternehmen und lokalen Firmen betrieben. Sie erzeugten häufig seit Jahrzehnten kontinuierlich Strom aus erneuerbaren Energien.
Förderstopp verhindert Investitionen
Der Verband verweist zudem auf die Bedeutung kleiner Anlagen für die Versorgungssicherheit. Anders als wetterabhängige Energiequellen speisten sie kontinuierlich Strom ins Netz ein. Dadurch könnten regionale Netze stabilisiert und die Energieversorgung vor Ort gestärkt werden. Der geplante Förderstopp könnte nach Einschätzung des Verbandes Investitionen in Modernisierung, Reaktivierung und Weiterbetrieb erschweren. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen drohten ausbleibende Sanierungen und schrittweise Stilllegungen bestehender Anlagen.
Verband fordert Streichung der 25kW-Grenze
„Mitteldeutschland braucht nicht weniger, sondern mehr verlässliche heimische Energieerzeugung“, sagte Richter. Der Verband fordert deshalb, den geplanten Förderstopp für Wasserkraftanlagen unter 25 Kilowatt aus dem EEG-Entwurf zu streichen. Stattdessen brauche es nach Angaben des Verbandes eine Bewertung, die auch Verfügbarkeit, Jahresarbeit und Netzdienlichkeit der Anlagen berücksichtigt.
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