Baden-WürttembergLandesregierung setzt auf Geothermie

Tiefe Geothermie als sichere Wärmequelle für kommunale Wärmenetze.
(Bildquelle: Deutsche Erdwärme GmbH & Co. KG)
Tiefe Geothermie soll in Baden-Württemberg künftig eine größere Rolle bei der Wärme- und Stromversorgung spielen. Darauf haben sich CDU und Grüne im Koalitionsvertrag verständigt. Wie die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) mitteilt, will die Landesregierung bestehende Hemmnisse für die Technologie abbauen. Nach Angaben der PEE BW kann die tiefe Geothermie einen Beitrag zur Energieversorgung von Gewerbebetrieben und Privathaushalten leisten. Besonders günstige Bedingungen für die Nutzung der tiefen Geothermie gibt es laut PEE BW im Oberrheingraben und im Molassebecken in Oberschwaben. Dort werde typischerweise Thermalwasser aus Tiefen von 3.000 bis 5.000 Metern erschlossen.
In geplante Wärmenetze integrieren
Die Anlagen können entweder wärmegeführt oder stromgeführt betrieben werden. Bei wärmegeführten Anlagen steht die Versorgung von Wärmenetzen im Vordergrund. Stromgeführte Anlagen erzeugen zunächst Strom, die verbleibende Wärme kann anschließend genutzt werden. Diese Variante erfordert nach Angaben der PEE BW höhere Temperaturen und ist deshalb nur an geeigneten Standorten wirtschaftlich. Für Kommunen und Stadtwerke sei vor allem die Wärmeerzeugung interessant, da sie sich in geplante Wärmenetze integrieren lasse. Die PEE BW weist jedoch darauf hin, dass Projekte mit Stromerzeugung derzeit nicht von der Bundesförderung effiziente Wärmenetze profitieren. Das erschwere die Finanzierung solcher Vorhaben.
Drei Anlagen in Betrieb
„Kommunen und Wärmekunden müssen jetzt die Chance ergreifen und die Umsetzung von Projekten positiv begleiten, damit auch die Investitionen in Wärmenetze getätigt werden können. Ohne wirtschaftliche und sichere Wärmequellen werden kommunale Wärmenetze nicht umgesetzt“, erklärt Jürgen Scheurer, Geschäftsführer der PEE BW. Nach Angaben der Organisation sind in Baden-Württemberg derzeit drei Anlagen in Betrieb, eine im Bau und 17 in Planung. In Bruchsal wird seit 2009 Strom und Wärme aus tiefer Geothermie erzeugt. In Pfullendorf wird seit 2020 Wärme gewonnen. Zudem gibt es eine Forschungsanlage in Bad Urach.
Ombudsverein Erdwärme gegründet
Weitere Projekte sind entlang des Oberrheins sowie in anderen Regionen des Landes geplant. Die Landesregierung will den Ausbau unter anderem durch standardisierte Genehmigungsverfahren unterstützen. Zudem hat die Branche mit Unterstützung des Landes einen Ombudsverein Erdwärme gegründet. Dieser soll im Fall möglicher Schäden einen schnellen und unkomplizierten Ausgleich ermöglichen.
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