Freitag, 2. Oktober 2026

ChemnitzEU-Fördermittel für Wasserstoffinfrastruktur erhalten

[30.06.2026] Chemnitz treibt den Ausbau seiner Wasserstoff- und Speicherinfrastruktur mit mehr als 30 Millionen Euro aus dem EU-Just-Transition-Fund voran. Die Fördermittel fließen in die Anbindung an das künftige Wasserstoffkernnetz sowie in einen Energiepark mit Photovoltaik und Großbatteriespeicher und stärken damit die regionale Energiewende.

Wasserstoffnetze aller Länder vereinigt euch: Chemnitz hat jetzt für den Ausbau seiner Wasserstoff- und Speicherinfrastruktur EU-Fördermittel erhalten.

(Bildquelle: Maximilian Scheffler/Unsplash)

Chemnitz erhält mehr als 30,3 Millionen Euro aus dem Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union für zwei zentrale Energieprojekte. Wie das Sächsische Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung mitteilt, gehen die Mittel an eins energie in sachsen. Sie dienen der Vorbereitung der Anbindung an das künftige Wasserstoffkernnetz sowie dem Bau eines Energieparks mit Photovoltaikanlage und Großbatteriespeicher.

Für die Wasserstoffanbindung stehen 20,7 Millionen Euro bereit. Das Vorhaben umfasst die Umstellung bestehender Gasleitungen auf Wasserstoff, den Bau neuer Wasserstofftransportleitungen sowie neuer Regelanlagen. Geplant sind eine Übernahmeregelanlage am künftigen Wasserstoffkernnetz östlich von Freiberg, eine weitere Regelanlage im Oederaner Ortsteil Hartha sowie eine neue Transportleitung einschließlich Steuerungskabel zwischen Hartha und dem vorgelagerten Wasserstoffnetz. Zudem wird eine bestehende Transportleitung von eins energie von Erdgas auf Wasserstoff umgerüstet. Die Infrastruktur soll Chemnitz Anfang der 2030er Jahre an die OPAL-Leitung anbinden, die Teil des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes werden soll. Die Fertigstellung ist für 2029 vorgesehen. Die Investitionskosten liegen bei rund 29,6 Millionen Euro.

Nach Angaben des Ministeriums soll die neue Infrastruktur den regionalen Wasserstoffbedarf decken und erhebliche CO₂-Einsparungen ermöglichen. Gleichzeitig schafft sie die Voraussetzungen für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse sowie der Fernwärmeversorgung in Chemnitz.

Weitere 9,6 Millionen Euro fließen in den Energiepark Galgenberg im Chemnitzer Stadtteil Röhrsdorf. Dort entstehen Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Megawatt peak (MWp) sowie ein Großbatteriespeicher mit 15 Megawatt (MW) Anschlussleistung und einer Speicherkapazität von 30 Megawattstunden (MWh). Die Anlage soll jährlich rund 15 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen. Der Batteriespeicher nutzt Lithium-Ionen-Module in 20-Fuß-Containern. Er speichert Strom aus der direkt gekoppelten PV-Anlage, verschiebt erneuerbare Strommengen in Zeiten höherer Nachfrage, gleicht Lastspitzen aus und stellt Regelleistung für das Stromnetz bereit. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro.

Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) bezeichnete Wasserstoff als Schlüsseltechnologie für die Energieversorgung der Zukunft. Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter (SPD) verwies auf die Bedeutung der beiden Vorhaben für den Industriestandort Chemnitz und die Rolle von Speichertechnologien im künftigen Energiesystem. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) sieht in den Projekten einen wichtigen Baustein für den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur und für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Region. Roland Warner, Vorsitzender der Geschäftsführung von eins energie, betonte, die Anbindung an das Wasserstoffkernnetz schaffe mehr Planungssicherheit für das Unternehmen und die regionale Wirtschaft.





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