Montag, 7. September 2026

Stadtwerke TübingenSolarpark erhält Batteriespeicher

[29.07.2026] Die Stadtwerke Tübingen erweitern ihren größten Solarpark um ein Batterie-Energie-Speicher-System. Das Projekt soll ab Herbst überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und zeigt, welche Rolle Großspeicher künftig für Netzbetrieb und Wirtschaftlichkeit spielen können.

Vergleichbare Batteriespeicher werden ab August in einem Teil des Solarparks Traufwiesen zum Batteriespeicherpark Großholz aufgebaut.

(Bildquelle: swt/Maisch)

Die Stadtwerke Tübingen erweitern ihren Freiflächen-Solarpark Traufwiesen um ein Batterie-Energie-Speicher-System (BESS). Wie die Stadtwerke mitteilen, beginnen die Bauarbeiten im August, die Inbetriebnahme ist für den Herbst 2026 vorgesehen.

Der Batteriespeicher entsteht an der Nordspitze des Solarparks Traufwiesen in unmittelbarer Nähe des Umspannwerks Großholz sowie weiterer Energie-Infrastruktur. Für das Projekt wird ein kleiner Teil des Solarparks zurückgebaut. Dadurch verringert sich die installierte Leistung der Photovoltaikanlage um rund 0,2 Megawatt peak, was nach Angaben der Stadtwerke etwa zwei Prozent der Gesamtleistung entspricht.

Mit dem Projekt errichten die Stadtwerke Tübingen ihr erstes selbst entwickeltes Batterie-Energie-Speicher-System. Der Batteriespeicher verfügt über eine Be- und Entladeleistung von 13,8 Megawatt sowie eine Speicherkapazität von 30,1 Megawattstunden. Nach Angaben des Unternehmens ist der Solarpark Traufwiesen damit bereits der dritte Solarpark im eigenen Erzeugungsportfolio, der mit einem Batteriespeicher kombiniert wird. Insgesamt betreiben die Stadtwerke derzeit 13 Windparks und 25 Freiflächen-Solarparks.

Der Speicher ist als sogenannter Graustromspeicher ausgelegt. Er kann sowohl mit Strom aus dem Solarpark als auch aus dem öffentlichen Netz geladen werden. Die Ausspeisung erfolgt ebenfalls über das Stromnetz. Damit wollen die Stadtwerke Stromüberschüsse zwischenspeichern und zu Zeitpunkten vermarkten, an denen die Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen geringer ausfällt.

Hintergrund des Projekts ist der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Stromsystem. Vor allem an sonnigen Tagen entstehen nach Angaben der Stadtwerke zunehmend Überschüsse aus Photovoltaikanlagen. Gleichzeitig müssen Freiflächenanlagen immer häufiger abgeregelt werden, um die Netzstabilität zu sichern. Der Batteriespeicher soll in solchen Situationen überschüssigen Solarstrom aufnehmen und später wieder einspeisen. Dadurch könnten Erzeugungsverluste verringert und die vorhandene erneuerbare Stromproduktion besser genutzt werden.

Die Stadtwerke sehen Batteriespeicher deshalb als wichtigen Baustein der Energiewende und rechnen damit, dass solche Systeme künftig häufiger gemeinsam mit Wind- und Solarparks geplant werden. Für den Batteriespeicher-Park Großholz investieren sie nach eigenen Angaben einen hohen einstelligen Millionenbetrag.





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