Freitag, 31. Juli 2026

KonstanzFührend bei nachhaltiger Mobilität

[31.07.2026] Konstanz erreicht im Statusbericht Nachhaltige Mobilität der KEA-BW den höchsten Anteil klimafreundlich zurückgelegter Wege unter den Städten Baden-Württembergs. Der Bericht zeigt zugleich, in welchen Bereichen die Stadt ihre Mobilität weiter verbessern will.

Die Konstanzerinnen und Konstanzer legten ihre Wege im Jahr 2023 bereits zu 77,5 Prozent zu Fuß, mit dem Rad oder dem öffentlichen Verkehr zurück.

(Bildquelle: KEA-BW)

Konstanz weist unter den Städten Baden-Württembergs den höchsten Anteil an Wegen auf, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt werden. Wie die Stadt Konstanz unter Berufung auf den Statusbericht Nachhaltige Mobilität der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) berichtet, wurden im Jahr 2023 bereits 77,5 Prozent aller Wege mit diesen Verkehrsmitteln absolviert. Damit liegt Konstanz vor Städten wie Freiburg, Tübingen und Karlsruhe.

Der sogenannte Umweltverbund fasst alle Wege zusammen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn zurückgelegt werden. Ergänzt wird er durch geteilte Mobilitätsangebote wie Carsharing und Bikesharing. Im landesweiten Vergleich belegt Konstanz hier den ersten Platz. Bei den zu Fuß sowie mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometern erreicht die Stadt jeweils Rang zwei. Vor allem die aktive Mobilität trägt zu diesem Ergebnis bei.

Strategische Verkehrsplanung

Auch bei der strategischen Verkehrsplanung schneidet Konstanz gut ab. Nach Angaben der Stadt hat das baden-württembergische Verkehrsministerium für keine andere Kommune mehr qualifizierte Fachkonzepte zur Mobilität gefördert. Beim Bewohnerparken gehört Konstanz, gemessen an der Zahl der Bewohnerparkausweise je 1.000 zugelassene Pkw, ebenfalls zur Spitzengruppe und belegt Rang acht.

Der Bericht verweist jedoch auch auf Bereiche mit Nachholbedarf. Die Investitionen in die Infrastruktur für den Rad- und Fußverkehr liegen bezogen auf die Einwohnerzahl unter dem Durchschnitt vergleichbarer Städte. Der Klimamobilitätsplan ist fachlich abgeschlossen, über seine Verabschiedung soll der Gemeinderat im Herbst 2026 entscheiden.

Verbesserungsbedarf sieht der Statusbericht außerdem beim Lärmschutz. Zum Zeitpunkt der Auswertung im Jahr 2024 überschritten mehrere Straßen noch die gesundheitsbezogenen Lärmgrenzwerte. Nach Angaben der Stadt hat sich die Situation durch die 2025 umgesetzten Maßnahmen des Lärmaktionsplans Stufe 3 inzwischen verbessert.

Elektrifizierung liegt unter dem Landesdurchschnitt

Auch die Elektrifizierung des Verkehrs liegt leicht unter dem Landesdurchschnitt. Beim Carsharing erreicht Konstanz derzeit Rang 35. Beide Bereiche sollen weiter ausgebaut werden. Dazu gehört unter anderem das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt „Emissionsarmer Stadtteil“ (E-Zone). Außerdem ist für 2028 eine Neuausschreibung der Carsharing-Stellplätze im öffentlichen Raum vorgesehen.

Auffällig ist zugleich die vergleichsweise geringe Pkw-Dichte. Bei der Zahl der zugelassenen Autos je Einwohner belegt Konstanz landesweit Rang drei und zählt damit zu den Städten mit den wenigsten Pkw pro Kopf. Nach Einschätzung der Stadt unterstreicht dies, dass bereits heute ein großer Teil der Alltagswege ohne eigenes Auto zurückgelegt wird.

Der Statusbericht Nachhaltige Mobilität der KEA-BW erhebt regelmäßig Kennzahlen zur Verkehrsentwicklung in den Städten, Gemeinden und Landkreisen Baden-Württembergs. Er soll Kommunen dabei unterstützen, ihre Entwicklung einzuordnen und Fortschritte bei einer klimafreundlichen Mobilität sichtbar zu machen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Mobilität

Stadtwerke Stuttgart: Ausbau von digitaler Ladeplattform

[31.07.2026] Die Stadtwerke Stuttgart bauen ihre digitale Ladeplattform für Elektrofahrzeuge aus. Die neue Systemarchitektur soll neue Tarife, eine Fahrer-App und zusätzliche Angebote für Privat- und Geschäftskunden ermöglichen. mehr...

Sachsen-Anhalt: Fördergelder für Mobilitätsprojekt

[29.07.2026] Das Mobilitätsprojekt SMOViE im Mitteldeutschen Revier erhält 2,14 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm STARK. Das länderübergreifende Vorhaben soll Unternehmen, Verkehrsakteure und Kommunen besser vernetzen und den Pendelverkehr bis 2029 bedarfsgerecht weiterentwickeln. mehr...

Lade-Infrastruktur: BDEW liefert neue Zahlen zum Ausbau

[28.07.2026] Die öffentliche Lade-Infrastruktur in Deutschland wächst weiter und umfasst inzwischen mehr als 204.000 Ladepunkte. Neue Zahlen des BDEW zeigen, dass der Ausbau dem Fahrzeugbestand deutlich vorausläuft und die Auslastung der Ladesäulen niedrig bleibt. mehr...

Wiesbaden: Ausbauziel der Lade-Infrastruktur übertroffen

[23.07.2026] Wiesbaden hat den ersten Ausbauschritt seiner öffentlichen Lade-Infrastruktur früher als geplant übertroffen. Mit 446 neuen Ladepunkten setzt die Stadt ihren Ausbaupfad bis 2030 fort und stärkt die Elektromobilität im öffentlichen Raum. mehr...

Abfallwirtschaft Stuttgart: Neue Betriebsstelle in Betrieb genommen

[30.06.2026] Abfallwirtschaft Stuttgart hat in Stuttgart-Wangen eine neue Betriebsstelle mit Lade-Infrastruktur für vollelektrische Müllfahrzeuge und großflächiger Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. mehr...

Karlsruhe: Entsorgungsbetrieb baut elektrische Flotte weiter aus

[30.06.2026] Das Team Sauberes Karlsruhe baut seine Flotte batterieelektrischer Abfallsammelfahrzeuge und die zugehörige Lade-Infrastruktur deutlich aus. Damit stärkt der kommunale Entsorger seine Vorreiterrolle in Baden-Württemberg und verfolgt das Ziel eines weitgehend emissionsfreien Fuhrparks bis 2035. mehr...

charGER: Einheitliche Genehmigungsfreiheit für Lade-Infrastruktur gefordert

[24.06.2026] Der Branchenverband charGER fordert eine bundesweit einheitliche Genehmigungsfreiheit für Lade-Infrastruktur und alle dazugehörigen technischen Anlagen. Hintergrund sind unterschiedliche Landesregelungen, die den Ausbau von Ladesäulen bremsen und Investitionen erschweren. mehr...

Baden-Württemberg: Aufbau von Schnellladenetz für E-Lkws

[17.06.2026] Baden-Württemberg baut ein öffentliches Schnellladenetz für batterieelektrische Lkw an 14 Standorten auf, umgesetzt von einem Konsortium aus Regioladen+, LichtBlick eMobility und Partnern aus der Thüga-Gruppe. mehr...

Dresden: Autonomer Laderoboter vorgestellt

[08.06.2026] Volkswagen hat in Dresden erstmals einen autonomen Laderoboter für die Elektromobilität vorgestellt. Das System ist Teil eines neuen Mobilitätskonzepts für den Sportpark Ostra und soll bestehende Lade-Infrastruktur gezielt ergänzen. mehr...

Wiesbaden: Neuer Schnellladepark entsteht am Hauptbahnhof

[05.06.2026] Am Wiesbadener Hauptbahnhof entsteht ein Schnellladepark mit 16 Ladepunkten und bis zu 400 kW Ladeleistung pro Anschluss. Das Projekt ist Teil des Deutschlandnetzes und soll das öffentliche Schnellladenetz der Stadt deutlich erweitern. mehr...

Kreis Harburg: Konzessionen für Ladepunkte vergeben

[03.06.2026] Der Landkreis Harburg vergibt Konzessionen für den Aufbau von mehr als 600 öffentlichen Ladepunkten an rund 200 Standorten. Das europaweit ausgeschriebene Projekt soll bis 2030 eine flächendeckende Lade-Infrastruktur schaffen und gilt als mögliches Vorbild für andere Kommunen. mehr...

Karlsruhe: Elektrifizierung des Fuhrparks schreitet voran

[02.06.2026] Karlsruhe baut seinen Fuhrpark konsequent auf Elektrofahrzeuge um. Im Fokus stehen nun auch schwere Nutzfahrzeuge, für die in den kommenden Jahren hohe Investitionen nötig werden. mehr...

Hamburg: Ausbau der E-Auto-Ladepunkte geht voran

[01.06.2026] Hamburg hat die Zahl seiner öffentlichen E-Auto-Ladepunkte binnen eines Jahres um 40 Prozent auf 5.063 erhöht. Den schnellen Ausbau ermöglichten ein digitales Anschlussportal, mehrere Betreiber und ein Rekordvolumen neuer Netzanschlüsse durch die Hamburger Energienetze. mehr...

Zwei Menschen stehen an einer Ladesäule von Mainova neben einem Elektroauto mit Shell-Recharge-Logo. Die Frau hält ein Smartphone in der Hand, der Mann lehnt am Fahrzeug und zeigt eine Ladekarte. Die Szene zeigt das Laden eines Elektroautos im öffentlichen Raum.

Mainova: Kooperation mit Shell

[12.05.2026] Mit einer langfristigen Partnerschaft wollen die Unternehmen Shell Recharge und Mainova den Zugang zur Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge ausbauen. Mainova-Kundinnen und -Kunden sollen über die Shell-App Rabatte und Zugang zu einem europaweiten Ladenetz erhalten. mehr...