Montag, 5. Oktober 2026

NetzentgelteZahlen für das kommende Jahr veröffentlicht

[05.10.2026] Die vorläufigen Übertragungsnetzentgelte für 2027 liegen bei durchschnittlich 3,54 Cent je Kilowattstunde und damit über dem Wert von 2026. Ohne den vorgesehenen Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro würden sie nach Angaben der Netzbetreiber auf 6,52 Cent steigen.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben jetzt die vorläufigen bundeseinheitlichen Netzentgelte für 2027 veröffentlicht.

(Bildquelle: Adobestock)

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT Germany und TransnetBW haben die vorläufigen bundeseinheitlichen Netzentgelte für 2027 veröffentlicht. Wie die Unternehmen mitteilen, steigt das durchschnittliche Entgelt auf Höchst- und Umspannungsebene von 2,86 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2026 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde. Dabei ist bereits ein geplanter Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro berücksichtigt.

Der Zuschuss soll aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert und im Energiewirtschaftsgesetz verankert werden. Das Bundeskabinett hatte ihn Anfang September 2026 beschlossen. Für 2027 fällt er knapp eine Milliarde Euro niedriger aus als im laufenden Jahr. Ohne die Bundesmittel würde das durchschnittliche Übertragungsnetzentgelt laut den vier Netzbetreibern auf 6,52 Cent je Kilowattstunde steigen.

Die gesetzliche Grundlage für den Zuschuss ist allerdings noch nicht verabschiedet. Die veröffentlichten Netzentgelte stehen deshalb unter Vorbehalt. Sollte bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit bestehen, rechnen die Übertragungsnetzbetreiber mit entsprechend höheren endgültigen Netzentgelten für 2027.

Nach dem Gesetzentwurf vom 2. September 2026 soll der Bund die Übertragungsnetzkosten bis einschließlich 2029 mit jährlich 5,525 Milliarden Euro bezuschussen. Die Netzbetreiber müssen die Mittel vollständig zur Senkung der Netzentgelte einsetzen. Wie stark davon Stromkunden in den nachgelagerten Verteilnetzen profitieren, hängt nach Angaben der Unternehmen von den jeweiligen Netzstrukturen ab und kann regional unterschiedlich ausfallen.

Als wesentliche Kostentreiber nennen die Übertragungsnetzbetreiber Maßnahmen zur Sicherung der Systemstabilität sowie Investitions- und Betriebskosten der Netzinfrastruktur. Zu den Maßnahmen für die Systemstabilität zählt insbesondere das Engpassmanagement. Mit fortschreitendem Netzausbau erwarten die Unternehmen, dass dessen Kosten sinken.

Netzentgelte bilden neben Beschaffungskosten, Steuern, Abgaben und Umlagen einen Bestandteil des Strompreises. Für Endkunden setzen sie sich aus den Entgelten der Übertragungs- und der regionalen Verteilnetzbetreiber zusammen.





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