Freitag, 6. November 2026

ASEWHerkunftsnachweise deutlich teurer

[06.11.2026] Die ASEW hat bei ihrer zweiten Sammelausschreibung 2026 Herkunftsnachweise für mehr als 330 Gigawattstunden Ökostrom für 17 Stadtwerke beschafft. Die Preise für Nachweise aus dem europäischen Verbundnetz lagen dabei deutlich über dem Vorjahresniveau.

Die ASEW hat bei ihrer zweiten Sammelausschreibung 2026 Herkunftsnachweise für mehr als 330 Gigawattstunden Ökostrom für 17 Stadtwerke beschafft.

(Bildquelle: ASEW/KI-generiert)

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) hat für 17 Stadtwerke Herkunftsnachweise (HKN) für mehr als 330 Gigawattstunden Ökostrom beschafft. Wie das Stadtwerke-Netzwerk mitteilt, verteilen sich die Mengen aus seiner zweiten Sammelausschreibung 2026 auf drei Qualitätsstufen und Produktionsjahre bis einschließlich 2029. Die größten Mengen entfallen auf die Jahre 2027 und 2028.

Das Beschaffungsvolumen lag damit unter dem Ergebnis der Frühjahrsausschreibung. Damals hatte die ASEW für 16 Stadtwerke Nachweise für rund 600 Gigawattstunden beschafft. Durch die Bündelung der Nachfrage lässt sich nach Einschätzung des Netzwerks der Beschaffungsaufwand der einzelnen Stadtwerke verringern.

Die Preise für Herkunftsnachweise aus dem europäischen Verbundnetz bewegten sich bei der aktuellen Ausschreibung je nach Produktionsjahr und Technologie zwischen rund 1,90 und 2,10 Euro pro Megawattstunde. Zum Vergleich: Ende Oktober 2025 wurden vergleichbare Nachweise laut ASEW für etwa einen Euro pro Megawattstunde gehandelt. Bis zum Jahresende 2025 sank der Preis auf rund 0,60 Euro. Nach zwischenzeitlichen Rückgängen im März und Juni 2026 stiegen die Notierungen bis Mitte September wieder auf etwa zwei Euro pro Megawattstunde.

Als einen prägenden Faktor auf der Angebotsseite nennt die ASEW die schwache Wasserkrafterzeugung. Niedrige Speicherstände und unterdurchschnittliche Niederschläge belasteten insbesondere die Erzeugung in den nordischen Ländern und der Alpenregion. Höhere Niederschläge hätten zuletzt für eine leichte Entspannung gesorgt. Das Netzwerk erwartet jedoch, dass die Wasserkrafterzeugung weiter unter dem langjährigen Durchschnitt bleibt. Dies stützt aus Sicht der ASEW die Erwartung eines kurz- bis mittelfristig stabilen Preisniveaus.

Zugleich ist die deutsche Nachfrage nach Herkunftsnachweisen gestiegen. Die ASEW verweist dazu auf Zahlen des HKN-Register-Dachverbands Association of Issuing Bodies (AIB) für den Entwertungszeitraum 2025. Demnach nahm die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr von 222 auf 235 Terawattstunden zu. Das entspricht einem Anstieg um rund 13 Terawattstunden oder sechs Prozent.





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