Samstag, 26. September 2026

1. Halbjahr331 Windräder an Land errichtet

[19.07.2023] Mit 1.565 MW und 331 Windenergieanlagen gewinnt der Zubau an Land zwar an Dynamik. Er bleibt aber weiterhin zu niedrig, um die Ziele der Bundesregierung im Jahr 2030 zu erreichen, so die aktuellen Zahlen von BWE und VDA.

Im ersten Halbjahr 2023 wurden in Deutschland 331 Windenergieanlagen (WEA) an Land mit einer kumulierten Leistung von 1.565 Megawatt errichtet. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung des Unternehmens Deutsche WindGuard im Auftrag des Bundesverbands WindEnergie (BWE) und von VDMA Power Systems. Der Bruttozubau im ersten Halbjahr 2023 beträgt damit bereits 65 Prozent des Zubaus des Gesamtjahrs 2022. Trotz der bestehenden Herausforderungen wird damit voraussichtlich der obere Bereich der Verbändeprognose von 2,7 bis 3,2 Gigawatt erreichbar, teilt der BWE mit. Das sei eine starke Leistung der Branche. Allerdings bleibe der Zubau hinter den Erfordernissen für die sichere Erreichung eines Ausbauziels von 115 GW im Jahr 2030 zurück.
Die Verbände bewerten die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung sowie die aktuelle Dynamik beim Zubau und bei den Genehmigungen positiv. Sie betonen aber ausdrücklich, dass auch die deutlich steigenden Genehmigungszahlen bei Weitem noch nicht ausreichen, um den Ausbaupfad von jährlich zehn GW ab 2025 zu stemmen. Die Diskrepanz zwischen Realität und Zielsetzung sei derzeit noch zu hoch und könne nur durch die konsequente und zügige Umsetzung der auf Bundesebene – vor allem auf Betreiben des Bundeswirtschaftsministeriums – beschlossenen Maßnahmen reduziert werden. Hierfür brauche es intensive Anstrengungen anderer Ressorts, wie des Bundesverkehrsministeriums, der beteiligten Landesministerien und der Behörden vor Ort. Es sei unbedingt darauf zu achten, dass die Lücke zwischen Zubau und Ziel nicht größer, sondern kleiner wird.

Neugenehmigungen sind der Schlüsselwert

Das Verfehlen der Ausbauziele der Windenergie an Land kann Auswirkungen auf Fortschritte in anderen Sektoren haben, berichtet der BWE des Weiteren. Wärmepumpen, Elektromobilität und grüner Wasserstoff können nur zur Erreichung der Klimaziele beitragen, wenn insbesondere Onshore-Wind den Ausbaupfad erreiche und somit ausreichend grüner Strom zur Verfügung stehe. Verfehlungen in jedem Jahr erhöhen den Druck in den folgenden Jahren und verstärken Herausforderungen bei der Umsetzung.
„Schlüsselwert sind und bleiben die Neugenehmigungen. Hieran wird sich der Erfolg der Bundesregierung messen lassen müssen. Der aktuelle Zubau speist sich vor allem aus den Genehmigungen vergangener Jahre. Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen führen die Zubau-Rangliste auf einem verhaltenen Niveau an und profitieren bei der Platzierung von der Ausbauschwäche anderer Bundesländer. Insbesondere in Süddeutschland stockt der Ausbau weiterhin, aber auch in den führenden Ländern besteht deutlich Luft nach oben. Der starke Anstieg der Genehmigungen stützt sich auf Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und etwas reduziert auf Brandenburg. Dies sind zu wenige Länder. Es braucht jetzt in allen Ländern deutlich mehr Tempo. Um die angestrebten jährlich zehn GW Zubau zu erreichen, müssen mindestens zwölf GW neu genehmigt werden“, erläutert BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek.

Rückgrat der weltweiten Entwicklung

Laut Global Wind Energy Council (GWEC) liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für Onshore-Wind in den nächsten fünf Jahren bei zwölf Prozent, der erwartete durchschnittliche Zubau liegt bei jährlich 110 GW. Die Märkte in China, Europa und den USA werden das Rückgrat der weltweiten Entwicklung der Windenergie an Land in den nächsten fünf Jahren bilden, berichtet der BWE. Insgesamt werden sie voraussichtlich mehr als 80 Prozent der gesamten zusätzlichen Kapazität in diesem Zeitraum ausmachen. 62 Prozent der Neuinstallationen werden laut GWEC im Jahr 2023 in China erfolgen.



Stichwörter: Windenergie, BWE, VDMA


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