Mittwoch, 8. Juli 2026

SalzlandkreisBaustart für Wasserstoffprojekt

[17.06.2024] Im Salzlandkreis haben die Bauarbeiten für ein Wasserstoffprojekt begonnen. Ein neuer Windpark soll einen Elektrolyseur mit Strom versorgen, sodass Wasserstoff klimaneutral produziert werden und zur Dekarbonisierung des Bus-, Entsorgungs- und Schwerlastverkehrs beitragen kann.
Im Beisein von Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (6. v.l.) ist der Baustart für das Wasserstoffprojekt im Salzlandkreis gefallen.

Im Beisein von Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (6. v.l.) ist der Baustart für das Wasserstoffprojekt im Salzlandkreis gefallen.

(Bildquelle: MVV Energie)

Zur Dekarbonisierung des regionalen Bus- und Entsorgungsverkehrs sowie des überregionalen Schwerlastverkehrs soll im Salzlandkreis künftig grüner Wasserstoff eingesetzt werden. Wie das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt mitteilt, baut dafür ein Konsortium aus mehreren Energieunternehmen bei Staßfurt einen neuen Windpark mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt (MW). Er soll einen Elektrolyseur mit Strom versorgen, sodass der Wasserstoff klimaneutral produziert werden kann. Der offizielle Startschuss für die so genannte Energieregion Staßfurt ist nun im Beisein von Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann, dem Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer, sowie Vertretern der beteiligten Unternehmen gefallen. Namentlich sind dies das Mannheimer Energieunternehmen MVV mit seinen Töchtern JUWI und MVV Umwelt, die Stadtwerke Staßfurt und Energie Mittelsachsen. Im ersten Schritt soll bis August das für den Windpark notwendige Umspannwerk entstehen. Im Spätherbst 2024 werde JUWI dann in Förderstedt mit dem Bau von fünf Windenergieanlagen der Sechs-Megawatt-Klasse beginnen. Bis September 2025 sollen diese sukzessive in Betrieb gehen.

Umfunktionierte Erdgasleitung

Der geplante Elektrolyseur, der zunächst mit einer Leistung von einem Megawatt arbeiten wird, soll künftig rund 130 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren. Dieser werde durch eine umgewidmete Erdgasleitung ins knapp 2,5 Kilometer entfernt liegende Brumby transportiert, wo an der Autobahn A14 eine öffentliche Wasserstofftankstelle geplant ist. Ein Teil des erzeugten Wasserstoffs soll außerdem in das Erdgasnetz von Energie Mittelsachsen eingespeist werden und damit der Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien dienen.

Energieregion ist Vorreiter

„Die Energieregion Staßfurt zählt zu den Leuchtturmprojekten beim Aufbau der klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft in Sachsen-Anhalt“, erklärte Minister Willingmann zum offiziellen Baustart. „Das Gemeinschaftsprojekt stellt unter Beweis, welche Entwicklungspotenziale auch im eher ländlich geprägten Raum vorhanden sind. Wir werden den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft seitens des Energieministeriums weiter konsequent vorantreiben. Bis 2045 könnten in dieser Zukunftsbranche allein in Sachsen-Anhalt mehr als 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Hierfür gilt es, jetzt die Weichen zu stellen. Die Energieregion Staßfurt zählt zu den Vorreitern.“ Landrat Markus Bauer ergänzt: „Das Projekt ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Region zwischen Magdeburg und Halle, zu der wir uns nicht zuletzt mit der Zukunftsstrategie Salzlandkreis 2030 bekannt haben.“





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