Donnerstag, 23. Juli 2026

ApenBHKWs heizen Quartier

[21.11.2023] Das Nahwärmenetz des Quartiers Augustfehn-Hengstforde in Apen (Landkreis Ammerland) wird mit zwei Blockheizkraftwerken der Firma Sokratherm betrieben. Ein weiteres soll in den kommenden zwei Jahren hinzukommen.
Die jetzt um ein BHKW-Kompaktmodul erweiterte Energiezentrale befindet sich mitten im Quartier Augustfehn-Hengstforde neben der E-Tankstelle.

Die jetzt um ein BHKW-Kompaktmodul erweiterte Energiezentrale befindet sich mitten im Quartier Augustfehn-Hengstforde neben der E-Tankstelle.

(Bildquelle: NLG/SOKRATHERM)

In der 12.000-Einwohner Gemeinde Apen im Landkreis Ammerland erschließt die niedersächsische Landgesellschaft NLG das in sieben Bauabschnitten auf 300 Wohneinheiten wachsende Quartier Augustfehn-Hengstforde. Wie das Unternehmen Sokratherm mitteilt, war im Jahr 2019 Baubeginn, 2022 wurden die ersten vom Nahwärmenetz versorgten Häuser und die Energiezentrale mit dem ersten Blockheizkraftwerk (BHKW) bezogen, 2023 die BHKW-Anlage um ein BHKW-Kompaktmodul GG 50 erweitert.
Das so genannte Baugebiet der Zukunft wurde bereits 2019 als erstes Quartier im ländlichen Raum von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen mit dem DGNB Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet. Ein Grund für die Auszeichnung sei das nachhaltige Gesamtkonzept, das der kommunale Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE entwickelt habe: Es sehe nicht nur den Anschluss der Häuser an das Glasfasernetz für Highspeed-Internet mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde und an das Stromnetz vor, sondern auch die Anbindung an ein 7,5 Kilometer langes Nahwärmenetz zur Versorgung mit regenerativ erzeugter Wärme.

Heizzentrale wächst mit Baufortschritt

Die dafür notwendige Heizzentrale des Energieversorgers EWE am zentralen Quartiersplatz wachse mit dem Baufortschritt. Im Sommer 2022 habe EWE dort ein Sokratherm BHKW-Kompaktmodul vom Typ GG 140 installiert, das rund 5.000 Betriebsstunden im Jahr läuft. Bei voller Leistung erzeuge es aus 392 Kilowatt (kW) Biomethan, also auf Erdgasqualität aufbereitetem und ins Gasnetz eingespeistem Biogas, 142 kW Ökostrom. Gleichzeitig erzeuge es nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) 216 kW regenerativ erzeugte Wärme, zusätzlich bis zu 31 kW mit einem extern im Abgasweg installierten Brennwertwärmetauscher.
Ein Jahr später habe der Contractor EWE ein weiteres BHKW-Kompaktmodul installiert, das Ende September 2023 in Betrieb gegangen sei: Der Typ GG 50 erzeuge ebenfalls aus Biomethan 50 kW elektrische und bis zu 96 kW thermische Leistung inklusive Brennwertnutzung. Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll die Anlage um ein drittes, ebenfalls mit Biomethan betriebenes BHKW-Kompaktmodul vom Typ GG 140 erweitert werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gaskraftwerken nutze das BHKW die im Brennstoff enthaltene Energie nahezu vollständig aus. Mit einem Wirkungsgrad von nahezu 100 Prozent würden insgesamt 334 kW Strom und bis zu 590 kW Wärme erzeugt, an besonders kalten Tagen sichere ein zusätzlicher Wärmeerzeuger mit 1,8 Megawatt (MW) die Versorgung. Insgesamt investiere EWE rund 4,2 Millionen Euro in das Projekt, das den Bau der Netze und der Energiezentrale umfasst.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen

[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...

Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil

[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...

Blick über die Baustelle des Quartiers Lagarde auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bamberg. Im Vordergrund liegen gebündelte Kunststoffrohre für die Wärmeversorgung, dahinter sind Bewehrungsarbeiten, Baugruben und Erdarbeiten zu sehen. Mehrere Kräne, Bagger und Baustellenfahrzeuge prägen das Bild. Im Hintergrund stehen sanierte historische Backsteingebäude des entstehenden Campus, der im Rahmen der Wärmewende mit einer klimafreundlichen Energieinfrastruktur ausgestattet wird.

Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier

[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...

Luftaufnahme eines zylindrischen Wärmespeichers auf dem Gelände eines Heizwerks in Gelsenkirchen. Der weiß verkleidete Speicher steht neben Industriegebäuden, einem Schornstein und Rohrleitungen. Rundherum sind Straßen, Parkplätze, Gewerbebauten und Grünflächen zu sehen. Der Wärmespeicher ist in das Fernwärmenetz des Standorts eingebunden.

Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke

[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...

EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen

[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...

Bremen: Klimaturm eingeweiht

[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...

Ein Mitarbeiter von enercity trägt einen roten Schutzhelm und eine gelbe Warnweste und steht in einer technischen Anlage vor einer großen blauen Pumpeneinheit. Im Hintergrund bedient ein weiterer Mitarbeiter Armaturen und Rohrleitungen. Das Bild zeigt Arbeiten an einer Anlage zur Wärme- oder Energieversorgung.

enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung

[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...

Bisher ungenutzte Abwärme kann einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung Berlins leisten.

Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan

[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...

Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...

Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale

[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...

Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten

[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...

DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende

[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...

Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...

Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne

[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...

Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung

[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...