Donnerstag, 26. Februar 2026

JenaDampf betriebenes Teilnetz stillgelegt

[11.11.2025] In Jena-Süd fließt künftig Heißwasser statt Dampf: Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck haben ihr Projekt zur Ablösung des alten Dampfnetzes abgeschlossen. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu einer klimaneutralen Fernwärmeversorgung geschafft.

Der Abschluss des Projekts symbolisch mit dem Setzen eines Schlusssteins gefeiert – begossen mit einem Glas heißen Wassers.

v.l.: André Sack, Stadtwerke Energie Geschäftsführer; Kristin Weiß, Stadtwerke Jena Netze-Geschäftsführerin; Christoph Krauße, Stadtwerke-Projektleiter

(Bildquelle: Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH)

Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck haben ihr Projekt Dampfablösung offiziell beendet. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde damit ein mit Dampf betriebenes Teilnetz in Jena-Süd stillgelegt und an das zentrale Heißwassernetz angeschlossen. Das gilt als Grundvoraussetzung, um die Fernwärme künftig aus erneuerbaren Energien statt aus fossilem Erdgas zu gewinnen (wir berichteten).

Seit 2019 hatten die Stadtwerke an der Umstellung gearbeitet und 24 Einzelmaßnahmen umgesetzt. Der Abschluss des Projekts wurde am 7. November 2025 symbolisch mit dem Setzen eines Schlusssteins gefeiert – begossen mit einem Glas heißen Wassers. Geschäftsführer André Sack und Netz-Geschäftsführerin Kristin Weiß dankten den beteiligten Firmen und Beschäftigten für die zuverlässige Arbeit.

Große Veränderung

Technisch bedeutete das Vorhaben eine der größten Veränderungen am Jenaer Fernwärmenetz seit den 1990er Jahren. Das ehemalige Dampfnetz verlief über sieben Kilometer zwischen Winzerla und dem Industriegebiet Jena-Süd. Es transportierte bis zu 320 Grad heißen Wasserdampf, während das Hauptnetz mit maximal 130 Grad heißem Wasser arbeitet. Zuletzt waren über das Dampfnetz noch neun vorwiegend industrielle Großkunden versorgt worden. Deren Bedarf an Prozessdampf ging jedoch zurück, zugleich erwies sich das Hochtemperaturnetz als ungeeignet für den künftigen Betrieb mit erneuerbaren Energien.

Laut Stadtwerken wurden für die Umstellung unter anderem neue Heißwasserleitungen im Sandweg, im Lichtenhainer Oberweg, in der Lichtenhainer Straße und in der Moritz-von-Rohr-Straße verlegt. Zwei Wärmeübertragerstationen auf dem Gelände von Schott und der Ernst-Abbe-Hochschule wurden vollständig erneuert. Besonders anspruchsvoll waren die Arbeiten im Kreuzungsbereich Lichtenhainer Straße / Moritz-von-Rohr-Straße, wo ein unterirdisches Bauwerk entfernt und durch einen mehrarmigen Leitungsknoten ersetzt wurde. Eine zweitägige Unterbrechung der Fernwärmeversorgung für rund 12.000 Haushalte im Mai 2025 war die Folge – ein bisher einmaliger Vorgang.

Investitionen von rund 6,8 Millionen Euro

Insgesamt investierten die Stadtwerke rund 6,8 Millionen Euro in das Projekt, davon etwa die Hälfte im Jahr 2025. Weitere Maßnahmen sollen folgen: Nach Abschluss des Zeiss-Neubaus sind noch Restarbeiten in Jena-Süd geplant, zudem ist für 2027/28 ein Ersatzneubau der Rohrbrücke über die Kahlaische Straße vorgesehen.

Die Dampfablösung gilt als Auftakt für die umfassende Dekarbonisierung der Jenaer Fernwärme. Grundlage dafür ist die 2022 vorgelegte Wärmenetzstrategie, die eine klimaneutrale Versorgung bis 2040 vorsieht. Aktuell wird eine vom Bund geförderte Transformationsplanung erstellt, die bis Mitte 2026 konkrete Schritte und Zeitpläne für die künftige Wärmeversorgung Jenas festlegen soll.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung
Sechsstufige Wärmepumpenanlage „Energy Unit 2.0“ in der XL-Variante: Außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpenmodule in schallgedämmter Einhausung vor einem Mehrfamilienhaus, teilweise mit geöffneten Schutzgittern.

Vaillant: XL-Wärmepumpe für Mehrfamilienhäuser

[23.02.2026] In Dortmund wurde erstmals eine sechsstufige Wärmepumpenanlage der XL-Variante in Betrieb genommen. Das System versorgt zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren. Laut den Beteiligten spart es jährlich 20,5 Tonnen CO₂ ein. mehr...

Stadtwerke Lemgo: Beteiligungsvolumen für Großwärmespeicher ausgeschöpft

[20.02.2026] Das Beteiligungsvolumen für den Großwärmespeicher der Stadtwerke Lemgo ist binnen weniger Tage vollständig ausgeschöpft. Zwei Millionen Euro flossen in das Projekt zur klimaneutralen Wärmeversorgung und zeigen die breite Unterstützung für die Wärmewende vor Ort. mehr...

Enpal: Wärmepumpe kompensiert Fernwärmenetz

[20.02.2026] Enpal steigt in die kommunale Wärmeplanung ein und übernimmt für Städte und Gemeinden die Versorgung von Haushalten außerhalb bestehender Fernwärmenetze mit Wärmepumpen. Damit reagiert das Unternehmen auf den wachsenden Handlungsdruck der Kommunen und will mit hoher Installationskapazität eine Lücke in der lokalen Wärmewende schließen. mehr...

BBSR: Studie zur Wärmeplanung mit Digitalen Zwillingen

[18.02.2026] Eine neue Studie untersucht, wie Digitale Zwillinge die kommunale Wärmeplanung strategisch unterstützen. Der Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt anhand von 189 Kommunen, wann sich der Einsatz digitaler Modelle lohnt und wo ihre Grenzen liegen. mehr...

Cuxhaven: Alter Fischereihafen erhält Energiespundwand

[13.02.2026] Niedersachsen fördert im Alten Fischereihafen Cuxhaven eine bundesweit einzigartige Energiespundwand, die Wärme direkt aus dem Meerwasser gewinnt. Das 3,1-Millionen-Euro-Projekt soll ein 61.000 Quadratmeter großes Quartier klimaneutral mit Heiz- und Kühlenergie versorgen und gilt als Modell für die Wärmewende in Häfen. mehr...

SAENA: Kostenfreies Webinar zur Wärmeplanung

[12.02.2026] Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet am 27. Februar 2026 ein kostenfreies Webinar zu Ausschreibung und Vergabe in der kommunalen Wärmeplanung an. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Webinar zur Wärmeplanung

[09.02.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen den Schritt von der Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Die Stiftung Umweltenergierecht stellt zentrale Inhalte und Empfehlungen in einem kostenfreien Online-Seminar vor. mehr...

Stuttgart: Abwärme von Rechenzentrum macht Schule

[06.02.2026] Ein Rechenzentrum in Stuttgart speist seine Abwärme erstmals systematisch in ein lokales Wärmenetz ein. Das Projekt von nLighten und Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart zeigt, wie digitale Infrastruktur konkret zur Dekarbonisierung städtischer Wärmeversorgung beitragen kann. mehr...

Leverkusen: Wärmeplan liegt öffentlich aus

[05.02.2026] Der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Leverkusen liegt nun öffentlich aus. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, den Plan online einzusehen und Stellung zu nehmen. Das Ziel ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045. mehr...

Darmstadt/Wiesbaden: Fortschritte bei kommunaler Wärmeplanung

[05.02.2026] Wiesbaden legt den Entwurf seiner kommunalen Wärmeplanung öffentlich aus, Darmstadt hat seine Wärmeplanung bereits beschlossen und vorgestellt. Beide Städte wollen damit den Umbau der Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral, wirtschaftlich tragfähig und planbar gestalten. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

Pforzheim: Energiezentrale in Betrieb gegangen

[29.01.2026] In Huchenfeld ist eine neue Energiezentrale in Betrieb gegangen, die den Pforzheimer Stadtteil künftig mit überwiegend erneuerbarer Wärme versorgen soll. Betreiber sind die Stadtwerke Pforzheim, die damit ihre Nah- und Fernwärmestrategie weiter ausbauen. mehr...

Nexiga/DBI: Wärmebedarf von Gebäuden berechnen

[21.01.2026] Eine neue, normbasierte Methode berechnet erstmals den Wärmebedarf nahezu aller Gebäude in Deutschland gebäudescharf. Entwickelt von Nexiga und der DBI-Gruppe, soll sie Kommunen, Energiewirtschaft und Wohnungswirtschaft präzisere Planungsgrundlagen liefern. mehr...

Herrenchiemsee: Kulturerbe hat Nahwärmesystem erhalten

[19.01.2026] Auf der Herreninsel im Chiemsee ist ein neues Nahwärmesystem mit Holzvergaser-Blockheizkraftwerk in Betrieb gegangen, das mehrere denkmalgeschützte Gebäude nahezu autark mit Wärme und Strom versorgt. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Energietechnik auch in sensiblen Kulturerbe-Strukturen technisch anspruchsvoll integrieren lässt. mehr...

Rhein-Hunsrück-Kreis: Wärmeplanung abgeschlossen

[16.01.2026] Im Rhein-Hunsrück-Kreis ist die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und zeigt Wege zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung auf. Kennzeichnend ist die interkommunale Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, die ihre gesetzlich geforderten Wärmepläne gemeinsam erarbeitet haben. mehr...