Samstag, 17. Oktober 2026

Stadtwerke KonstanzDebatte um Thüga-Beteiligung

[26.06.2023] Die Stadtwerke Konstanz wollen die Thüga wegen der hohen Investitionen in Energiewende-Projekte als strategischen Partner ins Boot holen. Hierzu fand ein Bürgergespräch statt.
Diskussion über die mögliche Beteiligung der Stadtwerke Konstanz.

Diskussion über die mögliche Beteiligung der Stadtwerke Konstanz.

Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Reuter, Tobias Hagenmeyer, Geschäftsführer der Stadtwerke Radolfzell, Guido Baltes von der HTWG Konstanz, Jörg-Peter Rau, Leiter der Südkurier-Lokalredaktion, der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt, Bene Müller,

(Bildquelle: Stadtwerke Konstanz)

Die Stadtwerke Konstanz haben ihre Strategie auf die Klimaschutzziele der Stadt Konstanz angepasst und planen, die damit einhergehenden Herausforderungen der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende mithilfe eines Partners zu meistern (wir berichteten). In einer Veranstaltung wurden die Bürger anhand eines Entscheidungsbaumes über die Strategie sowie über den bisherigen Weg informiert. Jörg-Peter Rau, Leiter der Südkurier-Lokalredaktion, moderierte die Runde in der voll besetzten Spiegelhalle. In der sehr lebhaften Debatte äußerten sich auch Bürger mit kritischen Fragen.
Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Reuter erläuterte die Zusammenhänge und die bisherigen Überlegungen des Unternehmens. „Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hat im März 2021 mit großer Mehrheit das ,Klima-Plus-Szenario‘ beschlossen, welches eine schnelle Absenkung der Treibhausgas-Emissionen vorsieht. Konstanz soll bis zum Jahr 2035 weitgehend klimaneutral werden“. Alleine für die Wärmewende seien Investitionen von rund 500 Millionen Euro in Konstanz in den nächsten 15 Jahren nötig. Daher werde ein strategischer Partner gesucht, der bei der Umsetzung der hochambitionierten Ziele und der damit verbundenen Transformation vieler Bereiche der Stadtwerke unterstützt.
Hierzu ist unter anderem geplant, die energiewirtschaftlichen Bereiche in einer Stadtwerke Konstanz Energie GmbH anzusiedeln. Der künftige Partner könnte dabei eine Minderheitsbeteiligung mit bis zu 25,1 Prozent erhalten, also verbleiben rund Dreiviertel der Anteile bei den Stadtwerken.
„Im Ergebnis ergibt das Kooperationsmodell der Thüga aus der Bewertung des Lenkungskreises das umfangreichste und überzeugendste Leistungsangebot“, so Reuter. Das Kooperationsnetzwerk der Thüga mit rund 100 kommunalen Stadtwerken sei mit Abstand das größte und leistungsfähigste Netzwerk von Energieunternehmen in Deutschland. Die Thüga ist zu 100 Prozent in kommunalem Besitz und verfolgt kommunale Zielstellungen.
Bürger hinterfragten in der Runde kritisch, ob eine Beteiligung des Partners in Höhe von 25,1 Prozent sinnvoll sei und ob die Konstanzer Bürger dann noch mitbestimmen können. Die Eigenständigkeit als Unternehmen bleibe gewahrt, entgegnete Tobias Hagenmeyer, Geschäftsführer der Stadtwerke Radolfzell, die seit 2003 die Thüga als strategischen Gesellschafter und Partner haben. Er sieht die Notwendigkeit solcher partnerschaftlichen Lösungen und sprach von einer 20-jährigen Erfolgsgeschichte.
Die Stadtwerke Konstanz wollen im Laufe des Jahres Klarheit schaffen, mit welchem Partner die Herausforderungen künftig gemeinsam angegangen werden. Der Aufsichts- und der Gemeinderat sind eng in die Planungen eingebunden und treffen die Entscheidungen für alle nächsten Schritte. Zudem befasst sich ein Gremium mit Fachleuten und sachkundigen Bürgern mit dem Thema.





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