Montag, 16. Februar 2026

Wuppertal InstitutEnergiewende Ruhr gestalten

[26.06.2017] Das Wuppertal Institut hat einen Fahrplan zur Energiewende im Ruhrgebiet vorgelegt. Jetzt werden Verantwortliche für die Umsetzung gesucht.
Ein Fahrplan für die Energiewende im Ruhrgebiet.

Ein Fahrplan für die Energiewende im Ruhrgebiet.

(Bildquelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie)

Im Rahmen des Projekts Energiewende Ruhr hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie jetzt die Broschüre Die Energiewende regional gestalten – Auf dem Weg zu einer Energiewende-Roadmap im Ruhrgebiet veröffentlicht. Wie die Forschungseinrichtung meldet, zeigt das Projekt den Weg zu einer strategischen Weiterentwicklung der Region auf. Die nötigen Schritte dazu müssten jetzt die Entscheider in den Ruhrgebietsstädten angehen.
Professor Manfred Fischedick, Vize-Präsident des Wuppertal Instituts, sagt: „Das Ruhrgebiet mit seiner polyzentrischen Struktur hat Modellcharakter. Gelingt hier eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung der Energiewende, so kann die Region eine wichtige Vorreiterrolle für den Wandel in ähnlichen Räumen sein.“ Im Vorfeld stellten sich jedoch viele Fragen: Wie können Kommunen des Ruhrgebiets bei der Umsetzung der Energiewende unterstützt werden? Wie kann eine nachhaltige Umsetzung der Energiewende die Entwicklungschancen der Region insgesamt stärken? Wie kann regionale Strukturpolitik für die Energiewende gestaltet sein? Wie können Energiewende und Klimaschutz verstärkt in die integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung aufgenommen werden?
Die vom Wuppertal Institut publizierte Broschüre liefere dazu erste Antworten. Sie konzentriert sich dabei nicht nur auf Politikmaßnahmen und -indikatoren in verschiedenen Handlungsfeldern, sondern soll vor allem Hilfestellung bei der Fortführung des politischen Prozesses leisten. Dabei gelte es den Blick auf Stadtquartiere und Kommunen, aber auch auf die Gesamtregion zu richten. Als zentrale Themen nennt das Institut die Anpassung der Energieinfrastrukturen an neue technische und ökonomische Herausforderungen der Energiewende und die Steuerung der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung in eine nachhaltige Richtung. In allen Belangen gelte es dabei Fragen der politischen Steuerung (Governance) und der Teilhabe an Entscheidungsprozessen (Partizipation) grundlegend zu beantworten.
Die Forscher empfehlen die Einrichtung eines übergreifenden regionalen Energiewende-Lenkungskreises sowie eines regionalen Finanzierungs- und Innovationsfonds. Als nächstes gelte es dann, einen umfassenden Roadmapping-Prozess zu initiieren, an dem alle wichtigen Akteure der Region beteiligt werden.
Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert und von Wissenschaftlern des Wuppertal Instituts, des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI), der Technischen Universität Dortmund, des Büros Spiekermann & Wegener sowie der Bergischen Universität Wuppertal bearbeitet und vom Wuppertal Institut koordiniert. Im Rahmen von Workshops und großen Konferenzen begleiteten zudem Akteure aus der Praxis das Projekt.
Neben der Broschüre sind der Band Geschichten einer Region. AgentInnen des Wandels für ein nachhaltiges Ruhrgebiet sowie die Landkarte Energiewende Ruhr mit good-practice-Projekten aus der Region veröffentlicht worden.



Stichwörter: Klimaschutz, Ruhrgebiet


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