Freitag, 9. Oktober 2026

Stromverbrauch 2020Erneuerbare deckten 46 Prozent

[15.12.2020] Erneuerbare Energien haben im Jahr 2020 gut 46 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt. Das ergaben Berechnungen von ZSW und BDEW.
Auch 2020 stammte das Gros der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung aus Windkraft an Land.

Auch 2020 stammte das Gros der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung aus Windkraft an Land.

(Bildquelle: Frank Urbansky)

Fast die Hälfte des im Jahr 2020 in Deutschland verbrauchten Stroms stammte aus erneuerbaren Energien. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das Gesamtjahr 2020. Demnach deckten Wind, Photovoltaik, Biomasse und andere regenerative Energieträger gut 46 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Anteil der Erneuerbaren damit um fast vier Prozentpunkte gestiegen, im Vergleich zum Jahr 2018 sogar um über acht Prozentpunkte. Ein Teil dieses Anstiegs ist laut den beiden Verbänden jedoch auf den – insbesondere durch die Corona-Pandemie – gesunkenen Stromverbrauch zurückzuführen. Die Erneuerbare-Quote wird als Anteil am Stromverbrauch gemessen. Daher führe ein geringerer Verbrauch allein schon zu einem Anstieg der Erneuerbaren-Quote. Doch auch bereinigt um diesen Effekt sei ein Anstieg zu verzeichnen, da erneuerbare Energien mehr Strom erzeugten als im vergangenen Jahr.

Anstieg trotz Corona

Wäre im Jahr 2020 genauso viel Strom verbraucht worden wie 2019, hätten erneuerbare Energien gut 44 Prozent statt gut 46 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt. Verantwortlich dafür waren laut ZWS und BDEW vor allem die günstigen Wetterverhältnisse. Insbesondere im ersten Quartal konnte deutlich mehr Strom aus Wind erzeugt werden als im Vorjahr (Wind an Land: plus vier Prozent, Wind auf See: plus elf Prozent). Ungewöhnlich viele Sonnenstunden sorgten zudem für einen deutlichen Anstieg der Stromerzeugung aus Solarenergie um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Der Anteil der erneuerbaren Energien ist auch in diesem Jahr gestiegen. Doch der geringere Stromverbrauch täuscht darüber hinweg, dass der Ausbau der Erneuerbaren nicht schnell genug vorangeht“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Auf dem EU-Gipfel am 11. Dezember 2020 hat sich der Europäische Rat darauf verständigt, den Treibhausgasausstoß bis Ende 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent statt um 40 Prozent zu senken. Damit werden auch die Weichen für mehr Klimaschutz in Deutschland gestellt“, erklärt Frithjof Staiß vom ZSW. Man brauche daher einen deutlich höheren Ausbaupfad für die erneuerbare Stromerzeugung als bislang im EEG 2021 angelegt.

Gros stammt weiter aus Windkraft

Insgesamt wurden im Jahr 2020 über 564 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt – gut sechs Prozent weniger als im Jahr 2019 (603 Milliarden kWh). Davon stammten 252 Milliarden kWh aus erneuerbaren Energien (2019: 242 Milliarden kWh). Windkraftanlagen an Land machten mit gut 105 Milliarden kWh den größten Anteil der regenerativen Stromerzeugung aus (2019: 101 Milliarden kWh). Photovoltaikanlagen lieferten gut 50 Milliarden kWh (2019: 45 Milliarden kWh), dicht gefolgt von Biomasse mit knapp 50 Milliarden kWh (2019: 50 Milliarden kWh). 28 Milliarden kWh Strom stammten aus Windenergieanlagen auf See (2019: 25 Milliarden kWh). Wasserkraftanlagen lieferten gut 18 Milliarden kWh (2019: 20 Milliarden kWh).

Stürmischer Februar hilft

Die Corona-Pandemie und ein stürmischer Februar haben den Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor 2020 ansteigen lassen. Im zweiten Halbjahr lag die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien jedoch nur leicht über Vorjahresniveau, so eine vorläufige Auswertung der Geschäftsstelle der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien Statistik (AGEE-Stat) am Umweltbundesamt (UBA). Auf Basis vorliegender Daten kann für das Jahr 2020 von einer Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von etwa 255 Milliarden kWh ausgegangen werden – was leicht von den Zahlen des BDEW nach oben abweicht. Dies entspricht einer Steigerung um etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr (242 Milliarden kWh).





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