Koblenzevm prüft Wasserstoff im Gasnetz

Teile des Netzgebiets von Kesselheim, Wallersheim und des Rheinhafens dienten als Pilotgebiet für einen möglichen Einsatz von Wasserstoff im Gasnetz der evm-Gruppe.
(Bildquelle: Niklas Oster/evm)
Die Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm) hat ein Wasserstoff-Pilotprojekt in Koblenz-Kesselheim abgeschlossen. Ziel war es, die Eignung des bestehenden Gasnetzes für Wasserstoff zu untersuchen. Dies teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.
Das Projekt lief rund anderthalb Jahre. Neben der Energieversorgung Mittelrhein war auch das Energieunternehmen Thüga aus München beteiligt. Innerhalb der Gruppe war der Netzbetreiber Energienetze Mittelrhein verantwortlich.
Projektleiter Tobias Eberhardt erklärte: „Ziel war es, die Wasserstofftauglichkeit zu untersuchen und daraus belastbare Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung der Gasversorgung zu gewinnen.“ Neben technischen Fragen habe auch der wirtschaftliche Aufwand eine Rolle gespielt. So wurde beispielsweise untersucht, welche Kosten bei einer Umwidmung bestehender Leitungen entstehen könnten.
Hendrik Majewski, technischer Geschäftsführer der Energienetze Mittelrhein, sagte: „Unser Auftrag als regionaler Netzbetreiber ist es, die Versorgung von morgen frühzeitig zu planen und unsere Netze Schritt für Schritt so vorzubereiten, dass sie auch in Zukunft sicher, verlässlich und nachhaltig sind.“
Testgebiet im Norden von Koblenz
Die Fachleute wählten ein Gebiet im Norden von Koblenz als Untersuchungsraum. Dieses liegt zwischen der Autobahn A48, der Bundesstraße B9 und dem Stadtteil Wallersheim. Dazu gehören das Ortsnetz Kesselheim, einige Bereiche des Ortsnetzes Wallersheim sowie das Industriegebiet Rheinhafen.
Laut dem Unternehmen eignet sich das Gebiet als Testfeld. Es vereint verschiedene Netztypen und viele Anschlüsse. Dazu zählen Hoch-, Mittel- und Niederdruckleitungen. Außerdem gibt es dort sowohl Industriebetriebe mit hohem Energiebedarf als auch zahlreiche Haushalte mit Gasanschluss.
Mehrere Szenarien möglich
Zu Beginn der Untersuchung wurde eine Bestandsaufnahme des Netzes durchgeführt. Dazu sammelten Fachleute Daten aus dem Geografischen Informationssystem (GIS). Ein GIS ist eine digitale Datenbank für räumliche Informationen. Hinzu kamen digitalisierte Archivunterlagen sowie technische Daten zu Leitungen, Zählern und Gasdruckregelanlagen. Diese Anlagen steuern den Druck im Gasnetz.
Auf dieser Grundlage prüfte ein externer Dienstleister die Wasserstofftauglichkeit der Infrastruktur. Parallel dazu entwickelten Fachleute der Energieversorgung Mittelrhein gemeinsam mit Experten von Thüga mehrere Zukunftsszenarien für die Jahre 2035 und 2040, die von einer vollständigen Umstellung des Netzes auf Wasserstoff über eine Teilumstellung auf der Hochdruckebene bis zu einem Mischmodell reichen. In diesem Modell würden sowohl Industriebetriebe als auch Haushalte berücksichtigt.
Am Ende fassten die Beteiligten die Ergebnisse zusammen und erarbeiteten einen möglichen Transformationspfad für das Netz. Demnach könnte ein Teilnetz vom Erdgasnetz getrennt und für Wasserstoff genutzt werden. Der Aufwand dafür gilt laut Unternehmensangaben als vertretbar.
Majewski ordnete die Ergebnisse wie folgt ein: „Wir befinden uns weiterhin in einer frühen Phase der Transformation. Mit dem Projekt haben wir die technischen Grundlagen auf Basis realistischer, zukünftiger Bedarfe erarbeitet und gezeigt, dass eine Umwidmung bestehender Assets wie Rohrleitungen, Schieber sowie Regel- und Messanlagen grundsätzlich technisch möglich ist. Wie und wann eine tatsächliche Umstellung erfolgt, hängt maßgeblich vom Gelingen des übergreifenden Aufbaus einer Energieversorgung mit Wasserstoff, den regulatorischen Rahmenbedingungen und dem Ausbau der überregionalen Infrastruktur ab – also von Faktoren, die weit über den Verantwortungsbereich der ENM hinausgehen. Der erste große Schritt ist getan, doch der weitere Weg ist ein gemeinsamer Transformationsprozess vieler Akteure.“
Laut der Energieversorgung Mittelrhein liefert das Projekt konkrete Daten aus der Praxis. Diese könnten dabei helfen, die zukünftige Rolle von Gasnetzen bei der Nutzung von Wasserstoff besser zu bewerten.
Saarland: ZeMA übernimmt Wasserstoffinfrastruktur von Bosch
[05.03.2026] Das ZeMA – Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik übernimmt die Wasserstoff-Infrastruktur von Robert Bosch in Homburg für Forschungszwecke. Damit startet das Land das 22,5-Millionen-Euro-Projekt HyCATT und schafft die Basis für praxisnahe Tests entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette. mehr...
Hamburg: Digitaler Wasserstoffmarktplatz veröffentlicht
[27.02.2026] Erneuerbare Energien Hamburg hat einen digitalen Wasserstoffmarktplatz für die Metropolregion Hamburg veröffentlicht. Die Plattform soll Produzenten, Abnehmer und Dienstleister entlang der Wertschöpfungskette vernetzen und so den Hochlauf der regionalen Wasserstoffwirtschaft beschleunigen. mehr...
ZSW/Holst Centre: Projekt entwickelt AEM-Elektrolyseure
[25.02.2026] ZSW und Holst Centre entwickeln im Projekt genAEMStack einen kosteneffizienten, großskalierbaren AEM-Elektrolyse-Stack für die Wasserstoffproduktion. Das Vorhaben soll Europas technologische Unabhängigkeit stärken und die industrielle Wertschöpfung in Baden-Württemberg und Noord-Brabant ausbauen. mehr...
Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit
[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...
BDEW/Capgemini: Studie zum Wasserstoff-Hochlauf vorgestellt
[12.02.2026] Eine Studie von BDEW und Capgemini warnt vor einem Stillstand beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Regulatorische Vorgaben, fehlende Absicherung und hohe Investitionsrisiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette verhindern bislang belastbare Investitionsentscheidungen. mehr...
GET H2: Karte zum Wasserstoffhochlauf veröffentlicht
[10.02.2026] Die Wasserstoffinitiative GET H2 hat ihren Webauftritt erneuert und zeigt erstmals eine interaktive Karte mit 30 realen Wasserstoffprojekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Übersicht macht sichtbar, wie weit der Wasserstoffhochlauf in Deutschland bereits vorangekommen ist und warum belastbare Projekte jetzt den Unterschied machen. mehr...
Aachen: Grenzprojekt für Wasserstoff startet
[02.02.2026] Ein neues Projekt soll Unternehmen dabei unterstützen, auf klimafreundliche Energie umzusteigen. Dafür arbeiten Partner aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden zusammen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer grenzüberschreitenden Wasserstoffwirtschaft. mehr...
Sachsen: Fortsetzung der zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle
[12.01.2026] Sachsen setzt die Arbeit seiner zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle fort und beauftragt die bisherige Trägergemeinschaft erneut. Damit soll der Aufbau einer durchgängigen Wasserstoffwirtschaft bis 2030 weiter unterstützt werden. mehr...
Stuttgart: Hub erhält vierten Elektrolyseur
[22.12.2025] Der Green Hydrogen Hub Stuttgart soll um einen vierten Elektrolyseur erweitert werden. Dadurch steigt die geplante Elektrolyseleistung der Anlage im Endausbau von neun auf zwölf Megawatt. mehr...
Hamburger Energienetze: Einspeiseanlage geht in Realisierungsphase
[08.12.2025] Die Hamburger Energienetze starten die Realisierungsphase für die Einspeiseanlage des künftigen Großelektrolyseurs in Moorburg. Ab 2027 soll grüner Wasserstoff aus dem Hamburg Green Hydrogen Hub in das Industrie-Netz HH-WIN fließen. mehr...
EWE: Drei Wasserstoffspeicherprojekte auf PCI-Liste
[05.12.2025] Die EU-Kommission hat drei geplante Wasserstoffspeicherprojekte von EWE in Huntorf, Jemgum und Rüdersdorf auf die PCI-Liste gesetzt. Der Schritt gilt als Anerkennung ihrer Bedeutung für Versorgungssicherheit und den künftigen Wasserstoffhochlauf. mehr...
Thüringen: IWO-Vorsitz an Berlin abgegeben
[03.12.2025] Thüringen hat zum 1. Dezember den Vorsitz der ostdeutschen Wasserstoffinitiative IWO an Berlin abgegeben. Nach Angaben des Thüringer Umweltministeriums stehen nun der Ausbau der Geschäftsstelle, eine Verteilnetzstudie und die Vorbereitung eines Ostdeutschen Wasserstoffkongresses im Mittelpunkt. mehr...
Emden: Baustart von Erzeugungsanlage für grünen Wasserstoff
[02.12.2025] EWE hat in Emden den Bau einer 320-Megawatt-Erzeugungsanlage für grünen Wasserstoff gestartet und damit ein zentrales Vorhaben im Programm Clean Hydrogen Coastline auf den Weg gebracht. Der Energiekonzern erwartet ab Ende 2027 die erste Produktion im industriellen Maßstab. mehr...
Deutscher Bundestag: Anhörung zu Wasserstoffgesetz
[26.11.2025] Zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Beschleunigung des Wasserstoffhochlaufs hat der Ausschuss für Wirtschaft und Energie jetzt eine öffentliche Anhörung durchgeführt. Dabei zeigte sich ein breiter Wunsch nach mehr Tempo und einem deutlich erweiterten Anwendungsbereich des geplanten Gesetzes. mehr...














