Montag, 5. Oktober 2026

Nordrhein-WestfalenFernwärmepotenzial im Ruhrgebiet

[30.05.2013] Ein vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten bescheinigt dem Ruhrgebiet das Potenzial für den größten Fernwärmeverbund in der Europäischen Union.

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat jetzt ein Gutachten zur Entwicklung von Fernwärmeperspektiven im Ruhrgebiet bis 2050 vorgestellt. Demnach liegt dort das Potenzial für den größten Fernwärmeverbund innerhalb der EU, so das Ministerium. Auch technisch sei ein solcher Verbund laut dem Gutachten des Büros für Energiewirtschaft und technische Planung (BET) möglich. Durch den Zusammenschluss bestehender Netzinseln zu einem Westverbund könnten durch die gemeinsame Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und anderen Energieeinspeisern bis zum Jahr 2050 bis zu drei Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart werden. Im östlichen und nördlichen Ruhrgebiet habe das Gutachten weitere Potenziale zur Fernwärmevernetzung identifiziert, die Realisierung des Westverbunds würde jedoch die größte Erschließung des Fernwärmepotenzials bedeuten. Wie das Ministerium weiter mitteilt, könnten durch einen aktiven Ausbau im Zeitraum zwischen 2017 und 2050 mehr als 800.000 Tonnen Heizöläquivalent eingespart werden. Das Gutachten zeige überdies, dass mit einem Westverbund ähnlich günstige CO2-Vermeidungskosten erreicht werden könnten, wie mit dem Bau der günstigsten Anlagen, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Westverbund sei nach Einschätzung des BET die Bündelung der Unternehmensinteressen. Die Gutachter schlagen vor, hierzu eine Verbundgesellschaft zu gründen, in der die vorhandenen und neuen Primärnetze des Ruhrgebiets eingebracht werden und welche die Errichtung und den Betrieb der Primärnetze übernimmt. Eigentümer dieser Gesellschaft sollten die Fernwärmeversorger des Ruhrgebietes sein, um die freie Verfügbarkeit der Primärtrassen für den Wärmetransport zu gewährleisten. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen plant nach eigenen Angaben, die Anteile der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung von derzeit 13 Prozent auf mehr als 25 Prozent bis 2020 zu steigern und hat dazu ein Impulsprogramm mit einem Volumen von 250 Millionen Euro aufgelegt.





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