Freitag, 1. Mai 2026

BDEW/VKUFonds für die Energiewende

[04.06.2024] Bis 2030 sind Investitionen in Höhe von 721 Milliarden Euro notwendig, bis 2035 sogar 1.200 Milliarden Euro, um die Energiewende zu finanzieren. Die Verbände BDEW und VKU schlagen deshalb einen neuen Energiewende-Fonds vor, um privates Kapital zu mobilisieren.
Bis 2030 sind Investitionen in Höhe von 721 Milliarden Euro notwendig

Bis 2030 sind Investitionen in Höhe von 721 Milliarden Euro notwendig, um die Energiewende zu finanzieren.

(Bildquelle: Pixabay)

Der Finanzbedarf für die Energiewende ist enorm. Die deutsche Energiewirtschaft rechnet bis 2030 mit Investitionen in Höhe von 721 Milliarden Euro – bis 2035 sogar mit 1.200 Milliarden Euro. Diese Mittel werden vor allem für den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Anpassung der Strom-, Fernwärme- und Gasnetze, die Dekarbonisierung des Wärmesektors und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft benötigt. Um dies zu erreichen, müssen Energieunternehmen, Finanzwirtschaft und Staat eng zusammenarbeiten und alle Finanzierungsmöglichkeiten ausschöpfen.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schlagen gemeinsam mit der Unternehmensberatung Deloitte einen Energiewende-Fonds (EWF) vor. In einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt es, es sei von großer Bedeutung, einen Investitionsrahmen zu schaffen, der unterschiedliche Finanzierungswege ermöglicht und wirtschaftlich attraktive Energiewendeprojekte unterstützt. Ohne ausreichende und langfristig verlässliche Renditen sei die Energiewende nicht finanzierbar. Die Politik müsse daher Rahmenbedingungen schaffen, die die Mobilisierung privaten Kapitals fördern und den Finanzierungsbedarf der Energiewende decken.
„Der eigenkapitalstärkende Energiewende-Fonds erhöht die Attraktivität von Investitionen und mobilisiert so zusätzliches Kapital für die Energiewende. Eine Win-Win-Situation für Investoren, Staat und Energiewirtschaft“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Bisher werden Investitionen in die Energiewende überwiegend über Kredite finanziert. Mit steigendem Finanzierungsbedarf muss aber auch mehr privates Kapital mobilisiert werden, um die Eigenkapitalquote der Unternehmen zu stärken. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing betont: „Selbst kerngesunde Stadtwerke werden die hohen Investitionen kaum allein stemmen können. Der Energiewende-Fonds bietet Investoren ein attraktives Rendite-Risiko-Profil und hilft, den Kostenanstieg für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu dämpfen.“
Der EWF soll privates Eigenkapital in Form von stillen Einlagen, Genussrechten oder Unternehmensbeteiligungen bereitstellen. Das Anfangskapital des Fonds soll zwischen 30 und 50 Milliarden Euro liegen. Professionelle Fondsstrukturen sowie staatliche Garantien und Bürgschaften sollen attraktive Konditionen für Kapitalnehmer und Kapitalgeber schaffen. Hans-Jürgen Walter von Deloitte: „Der EWF konzentriert sich auf die Stärkung des Eigenkapitals und die daraus resultierenden Hebelwirkungen für die Kreditaufnahme.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Finanzierung

eueco: Bürgerbeteiligung als Finanzierungsstrategie

[29.04.2026] Ein neuer Leitfaden zeigt, wie Stadtwerke Bürgerkapital gezielt als Eigenkapital- und Co-Finanzierungsbaustein für die Energiewende einsetzen können. Angesichts wachsender Investitionen in Erneuerbare, Speicher und Netze rückt damit ein Finanzierungsmodell in den Blick, das Kapitalbeschaffung und lokale Bindung kombiniert. mehr...

bericht

Crowdfunding: Alternative Finanzierungsmodelle

[21.04.2026] Die Stadtwerke Hennigsdorf haben 20 Prozent der Kosten für ihren Wärmespeicher über Crowdfunding finanziert. Das Projekt zeigt, dass die finanzielle Beteiligung der Bevölkerung an solchen Projekten den Rückhalt für die Energiewende stärkt. mehr...

Luftaufnahme des Solarparks Görgeshausen. Im Vordergrund stehen auf einer Ackerfläche mehrere Reihen neuer Metallgestelle für Solarmodule, teils noch ohne Paneele. Im oberen Bildbereich sind bereits fertig montierte Solarmodulreihen zu sehen. Links verlaufen eine Autobahn und eine Bahnstrecke parallel am Gelände vorbei. Rechts grenzt ein bewaldeter Hang an den Solarpark. Rundherum liegen Felder, Wiesen und am oberen linken Rand Wohnhäuser des Ortes.

Görgeshausen: Solarpark offen für Bürgerbeteiligung

[17.04.2026] Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich finanziell an der Erweiterung des Solarparks Görgeshausen in Rheinland-Pfalz zu beteiligen. Mit diesem Vorhaben wollen die Energieversorgung Mittelrhein und die Energiegesellschaft Görgeshausen rund 400.000 Euro einsammeln. mehr...

bericht

Bürgerbeteiligung: Kunden als Investoren

[13.04.2026] Mit ihrem Bürgerfinanzierungsmodell sammeln die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim zur Umsetzung der Energiewende benötigtes Kapital. Anleger profitieren dabei von attraktiven Zinsen. Diese Win-win-Situation war nur mit professioneller Unterstützung umsetzbar. mehr...

Hauptsitz des Stadtwerks am See in einem modernen, dreigeschossigen Bürogebäude mit grauer Fassade, umgeben von Bäumen und Grünflächen, mit Parkplatz und Firmenschild im Vordergrund.

Stadtwerk am See: Finanziell attraktive Geldanlage

[03.03.2026] Die Kunden des Stadtwerks am See haben die Möglichkeit, sich am Erfolg des gesamten Unternehmens zu beteiligen. Der kommunale Versorger gibt zehn Millionen Euro in Form von Genussrechten aus. mehr...

Visualisierung des Agri-Solarparks in Münster-Amelsbüren mit aufgeständerten Solarmodulen über landwirtschaftlicher Fläche; darunter wächst Getreide, ein Traktor fährt zwischen den Modulreihen bei tief stehender Sonne.

Stadtwerke Münster: Bürgerbeteiligung an Solarpark

[25.02.2026] Die Stadtwerke Münster bieten eine Bürgerbeteiligung an einem neuen Agri-Solarpark an. Das Projekt verbindet Stromerzeugung mit Landwirtschaft. Anlegerinnen und Anleger erhalten vier Prozent Zinsen pro Jahr bei einer Laufzeit von zehn Jahren. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...

Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt

[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...

Sachsen: Förderbank unterstützt Energiewendeprojekte

[19.02.2026] Der Sachsenkredit Energie und Speicher der Sächsischen Aufbaubank finanziert Photovoltaik-, Windkraft- und Speicherprojekte in Sachsen. Wie das Instrument 2025 Investitionen von rund 1,2 Millionen Euro ermöglichte und was das für kommunale Infrastruktur bedeutet, zeigt das Beispiel Bad Muskau. mehr...

Marktoffensive Erneuerbare Energien: Vertragsmuster für virtuelle Power Purchase Agreements vorgelegt

[18.02.2026] Die Marktoffensive Erneuerbare Energien hat jetzt ein Vertragsmuster für virtuelle Power Purchase Agreements vorgelegt. Damit soll der bislang wenig verbreitete vPPA-Markt in Deutschland standardisiert und für Unternehmen rechtssicherer zugänglich werden. mehr...

Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim: Bürgerfinanzierungsmodell erreicht Schlussphase

[04.02.2026] Die Bürgerfinanzierung SWLB KLIMA-Invest der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim steuert auf die Schlussphase zu. Bis zum 1. März können sich Interessierte noch beteiligen, nachdem bereits über vier Millionen Euro gezeichnet wurden. mehr...

Screenshot der REWAG-Crowd-Website mit Startförderung: Links Text „Startförderung“ mit Erklärung zum 500-Euro-Starterbonus für die ersten fünf Projekte und grünem Button „Projekt starten“. Rechts ein Foto im Freien mit zwei Personen, die eine Raketen-Grafik und einen grünen Kreis mit „500 € Starterbonus“ hochhalten. Unten ein grüner Balken mit dem Hinweis „50.000 € noch im Fördertopf!“. (Bildquelle: www.rewag-crowd.de)

REWAG: Crowdfunding-Plattform gestartet

[03.02.2026] Ab sofort können Vereine und Initiativen aus Regensburg und der Region ihre gemeinnützigen Projekte online vorstellen. Wie die REWAG mitteilt, steht dafür ein Fördertopf in Höhe von 50.000 Euro bereit. Die Plattform soll lokale Vorhaben sichtbarer machen und sie finanziell unterstützen. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert

[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...

Kreis Freising: Floor-Vertrag für Batteriespeicher abgeschlossen

[18.12.2025] Ein Floor-Vertrag zwischen MVV Trading und der Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land soll die Wirtschaftlichkeit eines neuen Batteriespeichers sichern. Das Konzept verbindet eine garantierte Mindestvergütung mit der flexiblen Vermarktung an Strom- und Regelenergiemärkten. mehr...