Stadtwerke MünsterGutes operatives Ergebnis

Stefan Grützmacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Münster: „Wir verstehen uns als Treiber für eine digitale, smarte Stadt.“
(Bildquelle: Stadtwerke Münster)
Die Stadtwerke Münster haben im Geschäftsjahr 2018 mit 26,8 Millionen Euro einen hohen Jahresüberschuss erzielt. Geschäftsführer Stefan Grützmacher erklärt: „Das unseren Erwartungen entsprechende gute operative Ergebnis haben wir vor allem durch die Auflösung von Rückstellungen deutlich erhöht.“ Die Auflösung der Rückstellung habe formale Gründe, lediglich der Bilanzausweis des weiterhin bestehenden Risikos im Bereich Netze ändere sich.
Die Stadtwerke Münster schütteten aus dem Jahresüberschuss vorab 6,5 Millionen Euro an die Stadt Münster als Gesellschafterin aus. Weitere 20,3 Millionen Euro überführen sie in die Gewinnrückstellungen, vor allem als Risikovorsorge. Alfons Reinkemeier, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Münsters Stadtkämmerer, lobt: „Mit dem Ergebnis beweisen die Stadtwerke erneut ihre Ertragskraft für die Stadt Münster und ihren Stellenwert bei Kunden und Bürgern. Die gute Eigenkapitalbasis wird das Unternehmen für anstehende Investitionen brauchen und auch, um Unternehmensrisiken abzusichern.“
Energieabsatz sinkt
Im Geschäftsjahr 2018 konnten die Stadtwerke Münster die Zahl ihrer privaten Stromkunden in Münster und dem Münsterland nach eigenen Angaben auf über 165.000 steigern. In Münster versorgt das kommunale Unternehmen vier von fünf Privatkunden. Ökostrom-Angebote seien bei Privat- und Geschäftskunden erneut besonders beliebt gewesen, die Absatzmenge stieg 2018 um 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sank im Strombereich die abgesetzte Menge im Vergleich zum Rekordjahr 2017 (-14,1 Prozent). Auch Erdgas und Fernwärme setzten die Stadtwerke Münster 2018 etwas weniger ab als im Vorjahr (-4,4 Prozent und -0,9 Prozent) – vor allem aufgrund der warmen Witterung.
Treiber für die smarte Stadt
Das Trendthema Digitalisierung hat die Stadtwerke Münster im Jahr 2018 an verschiedenen Stellen beschäftigt. „Wir verstehen uns als Treiber für eine digitale, smarte Stadt“, sagt Stefan Grützmacher. „Wir entwickeln neue, digitale Lösungen, um aktuellen Herausforderungen zu begegnen und schaffen gleichzeitig die entsprechende Infrastruktur dafür.“ So haben die Stadtwerke 2018 damit begonnen, ein Hochgeschwindigkeit-Glasfasernetz in Münster aufzubauen. Außerdem sind die Stadtwerke in den Ausbau eines LoRaWAN-Netzwerks gestartet. Über diese im Niedrigfrequenzbereich arbeitende Funktechnologie lassen sich mittels Sensoren sehr effizient Daten transportieren. „LoRaWAN kann die Basis für viele smarte Anwendungen sein. Wir werden damit zum Beispiel Fernwärmeschächte, die vorher manuell geprüft werden mussten, überwachen. Aber die Technologie eignet sich auch für Endkunden-Anwendungen, etwa zur Echtzeit-Anzeige freier Parkplätze in der Stadt“, verdeutlicht Stefan Grützmacher.
Auch bei der Überwachung und Steuerung von Münsters Versorgungsnetzen – und damit für die Versorgungssicherheit Münsters – setzen die Stadtwerke auf moderne Technik: Im Jahr 2018 eröffnete das Unternehmen seine neue Verbundleitstelle, die auch kommende Anforderungen, zum Beispiel an IT-Sicherheit und zunehmende Digitalisierung, erfüllen soll.
Klimaschutz bleibt Kernaufgabe
Den Klimaschutz verstehen die Stadtwerke nach den Worten von Grützmacher weiterhin als ihre Kernaufgabe. So habe das Unternehmen seit August 2018 fünf zusätzliche Elektrobusse im Einsatz und damit die Linie 14 komplett elektrifiziert. „Unser Ziel ist es, bis 2030 unsere gesamte Busflotte zu elektrifizieren. 100 Busse sollen dann elektrisch durch Münster fahren – einige davon mit Brennstoffzelle und Wasserstoffantrieb, um höhere Reichweiten zu ermöglichen“, erklärt der Geschäftsführer. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Wasserstoffbusse erprobt werden.
GuD-Anlage in Planung
Einen wesentlichen Beitrag zur klimaschonenden, sicheren Energieerzeugung in Münster leiste auch die Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD-Anlage) der Stadtwerke am Hafen. Hier entstehen in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Fernwärme. „Nach fast 15 Jahren Betriebszeit besteht mittlerweile die technische Notwendigkeit, unsere GuD-Anlage zu erneuern“, erklärt Stefan Grützmacher. „Wir möchten weiterhin klimaschonende Energie vor Ort erzeugen und prüfen deswegen den Neubau eines Gasmotorenkraftwerks am Hafen.“ Vorgesehen sei eine Anlage mit sechs Gasmotoren, die sehr hohe Wirkungsgrade aufweisen. Außerdem ermögliche ihre flexiblere Fahrweise, die stark fluktuierende Erzeugung von erneuerbarem Strom aus Wind oder Sonne ausgleichen zu können. Zwei Standorte für die mögliche neue Anlage im Hafengebiet seien in enger Abstimmung mit der Stadt Münster in Prüfung. Das Investitionsvolumen würde zwischen 75 und 85 Millionen Euro liegen, bis zu 90 Prozent der Summe würden über im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz vorgesehene Zulagen gefördert.
Für 2019 rechnen die Stadtwerke mit einem soliden operativen Ergebnis, der Jahresüberschuss werde aber aufgrund voraussichtlich fehlender Sondereffekte deutlich geringer ausfallen als 2018.
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